Perzeptionstraining

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Methode zu Perzeptionstraining

Ein Perzeptionstraining soll die allgemeine oder eine spezielle Wahrnehmungsfähigkeit verbessern. Das können beispielsweise Bewegungsempfindung, Sensibilität des Tastsinnes oder Gleichgewichtssinnes sein.

Wem kommt ein Perzeptionstraining zugute?

  • Kindern mit Dysgrammatismus und/oder ADHS
  • Personen mit Hirnschädigungen
  • Häufig auch im Anschluss an eine akute Schizophrenie, besonders bei chronischen Verläufen
  • Personen mit Störungen der Visuomotorik (Koordination von Gesehenem mit Bewegung) zur Rehabilitation
  • Menschen mit physischen Schäden (Läsionen) im Gehirnbereich des motorischen Kortex, besonders, wenn es bereits zu Schwächen bei der Kontrolle der Feinmotorik kam
  • Personen nach anderen hirnorganischen Schädigungen, wie etwa Blutungen, Infarkten und großräumigen Tumoren.

Was ist im Vorfeld zu beachten?

Meistens werden Wahrnehmungstrainings im Rahmen einer Ergotherapie durchgeführt, können aber auch Teil einer Physiotherapie oder einer Kunsttherapie sein.

Nicht angewendet werden soll das Perzeptionstraining bei:
  • sehr schweren Störungen in der Ausführung willentlicher Bewegungen (Apraxien)
  • halbseitigen Gesichtsfeldausfällen
  • extremen visuellen Störungen

Wie läuft das Training ab?

Das Perzeptionstraining besteht aus Programmen, die sich aus spielerischen Übungen zusammensetzen. Sie zielen auf die jeweils betroffenen Bereiche ab, also:
  • die visuelle oder auditive Sinneswahrnehmung, den Tastsinn, das Schmecken und Riechen
  • die Koordination und Feinmotorik
  • die Körperwahrnehmung
  • den Gleichgewichtssinn
  • die soziale Wahrnehmung und Fertigkeiten
  • die verbale Kommunikation.
Geschult werden können aber auch das Raumempfinden und die Wiedergabe von Eindrücken. Betroffene lernen, über den Bezug zur eigenen Körpermitte auch die Mitte eines Malheftes einzuschätzen. Es geht allgemein um das Erkennen von Verhältnismäßigkeiten, etwa wie Geschriebenes oder Zeichnungen aufzuteilen sind, um mit dem vorhandenen Papier auszukommen.

Fragestellungen innerhalb eines solchen Trainings können sein:

  • Werden die Zeilen beim Schreiben erfasst, ist eine optische und räumliche Begrenzung möglich?
  • Können Figuren oder Buchstaben richtig gesehen und wiedergegeben werden?
  • Werden Figuren und geometrische Formen erkannt und sind sie reproduzierbar?

Was ist generell wissenswert?

In einem Perzeptionstraining sind meistens eines oder mehrere der folgenden Trainingsbereiche integriert:
  • Konzentrationstraining
  • Visuomotoriktraining
  • Training kognitiver Fähigkeiten.
Ein Wahrnehmungstraining sollte stets die gesamte Entwicklung des Betroffenen unterstützen. Das Training kann sowohl einzeln als auch in Kleingruppen stattfinden.

Alternativen zu Perzeptionstraining

Liegt zusätzlich auch eine Hörschädigung vor, empfiehlt sich zusätzlich eine Audiotherapie.

Kosten zu Perzeptionstraining

Die Kosten für ein Perzeptionstraining werden in der Regel bei entsprechender Diagnose von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Therapie, in deren Rahmen das Perzeptionstraining stattfindet, muss ärztlich verordnet werden.

Daten/Fakten zu Perzeptionstraining

Aktuelle Studien:

  • Stressregulation und Vorbeugung von "Burn-out" - Syndromen durch Wahrnehmungstraining
  • Selbstwahrnehmung zur Stärkung des persönlichen Potenzials und Erforschung der Selbstwahrnehmung.

Ein Forschungsprojekt der Universität Witten-Herdecke
erforschte den Wandel in den vegetativen Funktionen während der unmittelbaren Wahrnehmung von Erscheinungen. Ergebnis: Körperliche und mentale Entspannung bewirkt meistens eine erhöhte Wahrnehmungsleistung und Offenheit (in Beziehungen mit der Fähigkeit, empathisch zu verstehen).

Links zu Perzeptionstraining

Weitere Informationen
Perzeptionstraining nach dem Frostig-Konzept
Autor: Koll, Livia02.12.2015

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