Kurztherapie

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Methode zu Kurztherapie

Bei einer Kurztherapie und besonders bei der am meisten etablierten Form der "lösungsfokussierten Kurztherapie" stehen Einfachheit und unmittelbare Problemlösung im Mittelpunkt. Der Therapieansatz basiert auf der Erkenntnis, dass positive Veränderungen immer über praktische Handlungen in Form von kleinen, einfachen Schritten erfolgen. Dabei ist es unerheblich, wie schwierig die Ausgangssituation war. Der lösungsfokussierte Ansatz ist keine neue Therapieform und gründet auch auf keinem festen Menschenbild.

Wann und wofür kommt die Kurztherapie zur Anwendung?

  • Bei psychisch bedingten, akuten Störungen
  • Als Krisenintervention bei schwer zu bewältigenden Lebenssituationen, zum Beispiel bei Trennungen
  • Bei Belastungsreaktionen und plötzlich auftretenden Ängsten aufgrund veränderter (Lebens) Verhältnisse
  • Bei seelischer Überforderung
  • In Organisationen zum Fördern der grundlegenden Gesundheit der Belegschaft, etwa durch Teamsitzungen mit Beratern oder einzelnen Mitarbeitern bei gleichzeitiger Optimierung von Arbeitsabläufen.
Dieser Therapieansatz findet inzwischen auch besonders in den Bereichen Coaching, Schule, Pädagogik und in der Seelsorge Anwendung. In letzteren Bereichen wird der Therapeut eher Berater oder auch Coach genannt. Das Thema und damit das Ziel der Behandlung wird immer vom Betroffenen selbst gewählt. Die Funktion des Beraters/Therapeuten ist lediglich die Unterstützung des Veränderungsprozesses.

Was ist im Vorfeld zu beachten?

Durch die Kurztherapie können keine neuen Fähigkeiten oder Kenntnisse vermittelt werden, weil von der Annahme ausgegangen wird, dass in ihm selbst bereits alle Möglichkeiten angelegt sind, die er zur Problemlösung benötigt.
Die Wirksamkeit des Kurztherapiekonzeptes wurde durch wissenschaftliche Studien belegt. Es ist ein allgemeiner Ansatz, der nicht zum Behandeln spezifischer Erkrankungen herangezogen wird.

Wie läuft die Kurztherapie ab?

Üblicherweise werden keine Diagnosen gestellt, da sich diese stets an den Defiziten eines Menschen orientieren. Noch vor der ersten Sitzung wird in der Regel eine Hausaufgabe gestellt, die bis zur ersten Sitzung bearbeitet werden soll. Dies kann eine Frage sein wie: „Was läuft im Moment gut?“ Diese Aufgabe veranlasst dazu, sich im Voraus mit positiven Aspekten des eigenen Lebens zu beschäftigen. Es wird in dieser therapeutischen Arbeit davon ausgegangen, dass geschickte Fragestellungen bereits Veränderungen hervorrufen können und dass die intensive Auseinandersetzung des Betroffenen mit diesen Fragen bereits hilfreich ist. Er soll durch die gemeinsam entwickelten Perspektiven in der Lage sein, selbst zielführende Schritte zu unternehmen.

Alternativen zu Kurztherapie

Alternativ können die vielen Angebote der Coaches und Trainer wahrgenommen werden, die sehr ähnlich vorgehen und sich thematisch auf sehr verschiedene Lebensbereiche ausrichten. Viele von ihnen wenden neben dem systemischen Denken häufig die Methoden des Neurolingustischen Programmierens (NLP) an. Es geht stets darum, Veränderung zu bewirken: zunächst im subjektiven Erleben und daraus folgend im praktischen Tun.

Kosten zu Kurztherapie

Da die Kurztherapie zu den systemisch-lösungsorientierten Therapien und Beratungen zählt, die in Deutschland von Kassenleistungen ausgenommen sind, wird die Kurztherapie von Gesetzlichen und Privaten Krankenkassen nicht übernommen. In einzelnen Fällen sollen allerdings schon Ausnahmen gemacht worden sein. Eine "Beratung" wird grundsätzlich nicht erstattet. Die Kosten pro Stunde, beziehungsweise für 50 Minuten, variieren je nach Therapeut/Berater und liegen in der Regel zwischen 60.- und 150.- € pro Sitzung.

Daten/Fakten zu Kurztherapie

Die ersten Kurztherapiemodelle entstanden schon in den sechziger Jahren. Die lösungsfokussierte Kurztherapie wurde 1982 von den Psychotherapeuten Steve de Shazer und Insoo Kim Berg vorgestellt. Beide gehen von der Annahme aus, dass es wirkungsvoller ist, sich zielgerichtet auf die Lösungen zu konzentrieren als um die Probleme zu drehen.

Lösungsfokussierung

Lösungsfokussierung bedeutet, die positiven Anteile zu erkennen und zu verstärken, damit bereits Funktionierendes in Zukunft in noch größerem Ausmaß so funktionieren kann:

  • Lösungen in der Gegenwart: Mit der Besprechung der Hausaufgabe und weiterer Fragen können negativ bewertete Situationen mit positiven Aspekten ergänzt werden, woraus der Ratsuchende neue Hoffnung schöpfen und Vertrauen in seine Fähigkeiten gewinnen kann.
  • Lösungen in der Zukunft: Etwas Neues könnte eine mögliche Lösung des Problems sein und so wird ein positiver Zielzustand formuliert. Die Frage lautet dann oft: „Was könnte stattdessen sein?“
  • Lösungen in der Vergangenheit: Die Fragestellung könnte hier so lauten: „Gab es schon einmal eine Zeit, in der an dieser Stelle so etwas wie ein Wunder eingetreten war?“

Links zu Kurztherapie

Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie

Die Systemische Gesellschaft e. V.
Autor: Koll, Livia09.11.2015

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