Kältetherapie

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Methode zu Kältetherapie

Durch die Behandlung mit intensiver Kälte wird dem Körper örtlich thermische Energie entzogen. Das führt zu einer Verringerung von Stoffwechsel und Durchblutung in der behandelten Region. Ziel der Therapie ist eine Entzündungshemmung, eine Herabsetzung des Schmerzempfindens und eine Entkrampfung verspannter Muskulatur.

Wann kommt die Kältetherapie zum Einsatz?

  • Bei Verstauchungen und Rissen
  • Bei Schwellungen als Folge von Flüssigkeits- oder Blutverlust
  • Bei Quetschungen
  • Bei Bewegungsschmerz in rheumatisch-entzündeten Gelenken
  • Bei chronisch-entzündlichen und akuten Wirbelsäulenbeschwerden

Eine professionelle Ganzkörper-Kältetherapie in der Kältekammer empfiehlt sich bei:
  • Rheumatischen Erkrankungen und Wirbelsäulenbeschwerden
  • Gestörter Erregungsleitung des vegetativen Nervensystems (vegetativer Dystonie)
  • Teilweise auch bei Depressionen und Schlafstörungen.

Was ist vorab zu beachten?

Bei Knochenbrüchen darf nicht gekühlt werden. Außerdem ist beim Kühlen von Augen und Genitalien besondere Vorsicht geboten.

Gegenanzeigen für die Kältekammer bestehen:


Wie wird die Kältetherapie angewendet?

Die Therapie in der Kältekammer
Für eine Therapie in einer entsprechenden Klinik wird Luft bis auf unter minus sechzig Grad herabgekühlt und die Luftfeuchtigkeit stark verringert. Die Person hält sich, mit Badesachen, Schuhen, Handschuhen, Ohren- und Mundschutz bekleidet, für drei bis vier Minuten in der Kältekammer auf. Die Körpertemperatur senkt sich dabei nicht einmal um ein Grad, aber die Schmerz-Leitgeschwindigkeit der Nervenbahnen wird bereits effektiv verlangsamt und der Zellstoffwechsel heruntergefahren. Dies wirkt sich entzündungshemmend aus und das reduzierte Schmerzempfinden hält bis zu sechs Stunden an. Im akuten Stadium wird die Kältekammer mitunter täglich besucht, bei chronischen Beschwerden meistens zwischen zwei bis dreimal wöchentlich.    
Häufig wird die Anwendung bei Verletzungen als ICE-Maßnahme ausgeführt. ICE ist die englische Abkürzung für Ice (Eis), Compression (Druck) und Elevation (Hoch legen). Das Kühlen begrenzt die Entzündungsreaktion und die Schmerzen. Zusätzlicher Druck kann zum Beispiel in Kombination mit einem Druckverband ausgeübt werden. Das Hochlegen des verletzten Körperteiles kann die Gesundung beschleunigen. Die Schwerkraft zieht nach unten und lässt weniger Blut zur schmerzenden Stelle strömen.

Selbst-Anwendung bei Verletzungen
Kühlen funktioniert am bequemsten mit einem Coldpack. Das ist ein Kunststoffbeutel mit gelartigem Inhalt. Nach der Lagerung in einem Tiefkühlfach hält dieser die Kälte bis zu einer Stunde. Stets soll bei der Anwendung ein Tuch zwischen dem Coldpack und der Haut liegen. Die Wirksamkeit der Anwendung ist direkt nach dem Auftreten der Verletzung besonders gut. Es soll nicht länger als 20 Minuten am Stück angewendet werden. Die Kühlanwendung ist im Allgemeinen stündlich, aber nicht länger als zwei Tage lang zu wiederholen.

Was ist im Anschluss an die Kälteanwendung zu beachten?

Bei Verstauchungen und Verletzungen kann durch die Kälteanwendung das nachfließende Blut reduziert werden, was wiederum das Ausheilen erleichtert. Trotzdem ist es wichtig, einen Arzt oder Physiotherapeuten heranzuziehen, sofern es sich um eine ernsthafte Verletzung handelt. Er wird beurteilen, ab wann das verletzte Körperteil wieder benutzt oder sogar trainiert werden darf.  

Alternativen zu Kältetherapie

Alternativen zu den Coldpacks sind bei Verletzungen einfache Eiswürfel. Sie können zerkleinert und in einer Tüte auf die Verletzung gelegt werden. Kaltes Wasser kann zur Not auch hilfreich sein. Es gibt auch Sprühdosen mit Chlor-Äthylsprays, wie sie zum Beispiel beim Vereisen des Ohrläppchens angewendet werden, wenn ein Ohrloch gestochen werden soll. Diese sollten nicht selbst angewendet werden, die Erfrierungsgefahr ist groß.

Kosten zu Kältetherapie

Die Therapie in der Kältekammer wird nicht unbedingt von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen und muss gegebenenfalls selbst gezahlt werden. Die Kosten dafür liegen in der Regel zwischen 15.- und 40.- Euro pro Anwendung. Für eine stationäre Behandlung wird neben dem Krankenhaus-Einweisungsschein vom Behandler zusätzlich eine Kostenübernahme-Erklärung der Krankenkasse verlangt.

Daten/Fakten zu Kältetherapie

Bei an Rheuma Erkrankten ist nach der Kältetherapie eine verringerte Schmerzempfindung von bis zu 60 Prozent angegeben worden. Die Wirkung hält durchschnittlich etwa drei Stunden an. Eine im Anschluss an die Kältetherapie stattfindende Bewegungstherapie ergab eine Verbesserung der Bewegungsfähigkeit um 40 Prozent.
Autor: Koll, Livia30.10.2015

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