Islandmoos

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Methode zu Islandmoos

Die Isländer waren die ersten Europäer, die das Isländische Moos in der Medizin verwendeten. Das Besondere daran ist sein hoher Gehalt an Schleimstoffen, der sich bei Anwendung schützend um die Schleimhäute legt und dadurch Reizhusten und Entzündungen der Atem- oder Verdauungswege lindern kann. Auch gerade Sänger oder Redner wissen die wohltuende und beruhigende Wirkung zu schätzen.

Wirkung

  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • reizlindernd bei Husten
  • schleimlösend
  • schleimhautberuhigend
  • blutbildend
  • blutstillend
  • appetitanregend
  • tonisierend

Anwendung

  • Erkrankungen der Atemwege: Husten, Bronchitis, Reizhusten, Katarrhe der oberen Luftwege, Halsentzündung, Heiserkeit, Lungenentzündung
  • Verdauungsstörungen: Appetitlosigkeit, Magenschleimhautentzündungen, Verdauungsschwäche, Darmentzündung, Verstopfung, Blasenentzündung, Nierenschwäche
  • Wundheilung: schlecht heilende Wunden
  • Nervenleiden: Nervosität, Erschöpfungs- und Schwächezustände

Anwendungsarten

  • als Tee: Ein bis zwei Teelöffel klein geschnittene und gereinigte Flechten (oder auch getrocknetes Kraut) werden mit einem viertel Liter gekochtem Wasser übergossen und kurz ziehen gelassen; abseihen und trinken.
  • als klassischer Magentee: Ein Teelöffel Kraut wird mit einer Tasse kaltem Wasser angesetzt und drei bis fünf Stunden ziehen gelassen. Dann abgießen und dreimal täglich eine erwärmte Tasse trinken.
  • als klassischer Hustentee: Ein bis zwei Teelöffel Kraut wird mit 200 ml Wasser aufgesetzt und 30 bis 60 Minuten ziehen gelassen. Dann abgießen und dreimal täglich eine Tasse hiervon trinken.
  • im Handel: Isländisches Moos ist häufig auch Bestandteil von käuflichen Hustenteemischungen. Ebenso gibt es diese Heilpflanze auch als Pastillen zum Lutschen oder als Tinktur zur inneren und äußeren Anwendung zu kaufen. Auch das eingedickte Gelee ist erhältlich.

Gegenanzeigen

Bei der Einnahme von sehr großen Mengen können Durchfall und Übelkeit auftreten. Bei üblicher Dosierung sind weder Gegenanzeigen, noch Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen bekannt.

Alternativen zu Islandmoos

  • Gegen Husten helfen auch Andorn, Huflattich, Fenchel, Bibernelle, Eibisch, Holunder, Spitzwegerich, Thymian, Linde, Seifenkraut, Sonnenhut, Süßholz, Kiefernnadeln oder Königskerze.
  • Bei Halsschmerzen sind Fenchel, Zwiebel, Pfefferminze oder Gerste zu empfehlen.
  • Hals-Rachen-Entzündungen können mit Bärlapp, Fenchel, Knoblauch, Quitte, Zwiebel, Heidelbeere oder Königskerze gelindert werden. Zum Gurgeln eignen sich Auszüge von Eibisch, Kamille, Lein, Dost oder Salbei.
  • Bei Heiserkeit helfen Apfel, Eibischwurzel, Stiefmütterchen, Süßholz, Pfefferminze, Kiefer, Huflattich oder Quendel.
  • Bei Verstopfung können Faulbaum, Lein, Alant, Chili, Hafer, Knoblauch, Apfel oder Meerrettich empfohlen werden.
  • Verdauungsfördernd wirken Alant, Kalmus, Kamille, Kümmel, Meerrettich, Tausendgüldenkraut, Paprike, Pfefferminze, Rhabarber, Schafgarbe, Zwiebel, Bitterklee, Eiche, Fenchel oder Enzian.
  • Gegen Darmentzündung helfen Alant, Kamille, Holunder, Eiche oder Brombeere.
  • Einer Nervosität kann mit Baldrian, Hopfen, Lavendel, Melisse oder Johanniskraut begegnet werden.
  • Bei nervlicher Erschöpfung empfehlen sich Schafgarbe, Baldrian, Melisse, Chinabaum, Stiefmütterchen oder ein Lavendelbad.

Kosten zu Islandmoos

100 Gramm geschnittenes und getrocknetes Isländisches Moos sind es im Handel für etwa 3,20 € zu bekommen. Bei Abnahme eines ganzen Kilos reduziert sich der Preis pro 100 Gramm auf circa 2,90 €.

Daten/Fakten zu Islandmoos

Das Isländische Moos, auch Lungenmoos, Berggraupen, Purgiermooos oder Almgraupen, gilt in alten Sagen als eine verwunschene Pflanze, die einst ein saftiges Kraut gewesen sei, das die Berge und Täler des Nordens reichlich bedeckte und den Bauern zum Segen gewesen war. Weil diese ihren Reichtum aber nicht teilen wollten, wurde diese Heilpflanze mit einem Bann belegt und wuchs seitdem nur noch unter Schnee. Trotz all dieser Sagen war und ist diese Pflanze bei den Nordländern sehr geachtet.
Der deutsche Name Isländisches Moos ist irreführend, denn es handelt sich bei dieser Heilpflanze um kein Moos, sondern um eine Flechte aus der Familie der Schüsselflechten (Parmeliaceae). Flechten sind eine enge Lebensgemeinschaft zwischen Pilzen und Algen.
Das Isländische Moos bildet einen strauchartigen, etwa 15 cm hohen Flechtenkörper (Thallus), der sich geweihartig verzweigt und daher auch den Namen Hirschhornflechte trägt. Die Flechten sind auf der Oberseite olivgrün bis grünlich braun, auf der Unterseite hingegen sind sie heller und weißfleckig. Im getrockneten Zustand ist der Flechtenkörper knorpelig und brüchig, feucht hingegen ist er weich und ledrig und besitzt den typischen Pilzgeruch.
Wird die Flechte im Verhältnis 1:20 mit Wasser gekocht, so bildet sich ein bitter schmeckendes Gelee. Das Isländische Moos ist in ganz Europa verbreitet. Es wächst sowohl in Gebirgslagen zwischen 1.500 bis 2.500 Metern Höhe als auch im Flachland auf sandigen Böden und in Mooren, lichten Kiefernwäldern oder Zweigstrauchheiden.

Sammelzeit

Gesammelt wird die ganze Flechte von April bis September.

Inhaltsstoffe

50 % Schleimstoffe, die Bitterstoffe Cetrarin und Fumarsäure, ätherische Öle, Vitamine, Eisen.

Links zu Islandmoos

Pflanzenkunde – Isländisches Moos – Cetraria islandica
http://www.bio-gaertner.de/pflanzen/Islaendisches Moos

PTA-Forum online: Cetraria islandica
http://www.ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41

Isländisches Moos kaufen
http://www.tee24.de
Autor: Funk, Silke30.07.2016

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