Grafomotorisches Training

MethodeAlternativenKostenDaten/FaktenLinks

Methode zu Grafomotorisches Training

Grafomotorisches Training ist das flexible und rhythmische Bewegen der Hände beim Schreiben und stellt einen komplexen psycho-motorischen Prozess dar.

Wer sollte sich einem Grafomotorischen Training unterziehen?

In der Regel sind Kinder und Jugendliche die Zielgruppe. Eine grafomotorische Schwäche bedeutet, dass ein Kind oder Jugendlicher Probleme mit der Handgeschicklichkeit aufweist, was sich in einem beschränkten oder erschwerten schriftlichen Ausdrucksvermögen zeigt. Es offenbart sich bereits beim "Kritzeln", dann beim Malen und Schreiben.
Die Schwierigkeiten beim Schreiben zeigen sich in der Strichführung und der Buchstabengröße, die Zeilen können nicht eingehalten werden, unter anderem werden Buchstaben und Zahlen vertauscht. Die Kinder leiden unter einer Schwäche in der Grob- und/oder Feinmotorik und/oder in der Koordination der Bewegungskontrolle.
Außerdem können betroffen sein:
  • Die Regulation der Muskelspannung
  • Der Sinn für Gleichgewicht
  • Das Vermögen, Kräfte zu dosieren
  • Die Zielgenauigkeit beim Ausführen einer Bewegung
  • Die Körperwahrnehmung.

Was ist vorab wichtig?

Eltern sollten bei Verdacht auf eine grafomotorische Schwäche so früh wie möglich einen Spezialisten aufsuchen. Umso eher eine Behandlung beziehungsweise ein Training angefangen wird, umso größer sind die Erfolgsaussichten.
Das Wichtigste bei der therapeutischen Behandlung beziehungsweise dem Training von Kindern mit grafomotorischer Schwäche ist zunächst eine detaillierte diagnostische Abgrenzung. Es gilt dazu, die Schreibentwicklung, den Schreibfluss und die Feinmotorik zu bewerten.
  • Mit zwei bis drei Jahren sind koordinierte Malbewegungen üblich und oft zeigt sich hier schon eine grafomotorische Schwäche bei den betroffenen Kindern. Die Malbewegungen fallen entweder ganz oder unkoordiniert aus.
  • Mit etwa fünf Jahren zeigen sich normalerweise Richtungsänderungen in einem Bewegungsablauf, sodass zum Beispiel ein "Strichhaus" gemalt werden kann.
  • Mit sechs bis sieben Jahren wird es dem Kind normalerweise möglich, in einem bestimmten Rahmen zu malen.
Kinder mit einer grafomotorischen Schwäche verweigern das Malen häufig sogar gänzlich. Bereits die Einteilung eines leeren Blattes kann sie überfordern.

Wie läuft das Training ab?

Häufig erhalten Kinder und Jugendliche mit einer grafomotorischen Schwäche das Training im Rahmen einer Ergotherapie. Es enthält häufig Rollentausch-spiele, Geschichten und motivierende Spielsituationen. Gute Resultate zeigen sich erfahrungsgemäß, wenn Kinder zusammen mit anderen Betroffenen in einer Gruppe lernen konnten.
Kinder, die schlechte Erfahrungen gemacht haben und aufgrund dieser nicht malen, müssen sehr langsam an Übungen mit Papier und Stift herangeführt werden. Bei Störungen der Handgeschicklichkeit erfolgen die Übungen meistens vom Gröberen zum Feineren hin.

Alternativen zu Grafomotorisches Training

Folgende Übungen, die auch aus der Ergotherapie stammen, können ergänzend sinnvoll sein, sofern sie nicht schon Teil eines umfassenden grafomotorischen Trainings sind:
  • Training sozialer und emotionaler Fähigkeiten wie Selbstvertrauen, Eigeninitiative, Frustrationstoleranz und Kreativität
  • Training sensomotorischer Fähigkeiten wie Gleichgewicht, Geschicklichkeit, Sensorische Integration, Beweglichkeit, Wahrnehmung und Sensibilität.
Die Zusammenstellung dieser Trainings hängt von der genauen Diagnose ab.

Kosten zu Grafomotorisches Training

Für eine Ergotherapie, in deren Rahmen das grafomotorische Training angeboten wird, ist eine ärztliche Verordnung notwendig. Sie sollte die Diagnose benennen und die Anzahl der verordneten Stunden innerhalb eines Zeitraums. Krankenkassen können eine Ergotherapie in der Regel nicht direkt verrechnen. Sofern sie aufgrund einer chefärztlichen Weisung bewilligt wurde, übernehmen die Gesetzlichen Krankenkassen meistens einen bestimmten Satz der Therapiekosten.

Daten/Fakten zu Grafomotorisches Training

Gängige Griff- und Haltetechniken

  • Pfötchengriff - der Stift wird mit gestreckten Fingern gehalten
  • Tunnelgriff - der Daumen ist in einer Oppositionshaltung
  • Palmargriff - ohne Beteiligung des Daumens, bei Druck gegen die Handinnenfläche   
  • Scheren- und Pinzettengriff - zwei eher gestreckte Finger halten den Stift
  • Zangengriff - Zeigefinger und Daumen bilden eine Art Zange.
Die richtige Grifftechnik ist wichtig für die Ausführung von kleinräumigen Schreibbewegungen.

Links zu Grafomotorisches Training

Deutscher Verband der Ergotherapeuten e. V.
Autor: Göpel, Beate20.10.2015

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: