Enzianwurzel

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Methode zu Enzianwurzel

Der Enzian, unter anderem auch Bitterwurz, Darmwurzen, Bergfieberwurzel oder Hochwurzel bekannt, wird bereits seit dem Altertum als eine der bittersten Heilpflanzen überhaupt sehr geschätzt. Sein Name Gentiana ist auf den illyrischen König Gentis im Altertum zurückzuführen. Enzian aus Illyrien soll von besonders hoher Qualität gewesen sein, was der heilkundige König damals schon zu nutzen wusste.
Über die Jahrhunderte hinweg wurden die verschiedenen Enzianarten, die sich in ihrer Wirkung aufgrund der starken Bitterstoffe in der Wurzel sehr ähneln, vor allem gegen Verdauungsbeschwerden, aber auch gegen Blutarmut und Schwäche eingesetzt. Die typische Gebirgspflanze wurde, nachdem sie längere Zeit zu intensiv gesammelt wurde, unter Naturschutz gestellt. Zurzeit erholt sich der Bestand wieder ein wenig.

Wirkung

  • antibakteriell
  • kräftigend und stärkend
  • tonisierend
  • menstruationsfördernd

Anwendung

  • Appetitlosigkeit, Untergewicht
  • Verdauungsstörungen, Verstopfung, Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen, Anregung der Magensaftbildung
  • Müdigkeit, Ohnmacht, Schwindel, Herzbeschwerden

Anwendungsarten

  • als Tee: Ein Teelöffel getrockneter Enzian wird mit einem viertel Liter kaltem Wasser angesetzt, acht Stunden ziehen gelassen und dann abgeseiht. Dieser Tee wird bei Appetitlosigkeit eine halbe Stunde vor dem Essen, bei Verdauungsstörungen hingegen nach den Mahlzeiten getrunken.
  • als Tinktur: frische, zerkleinerte Enzianwurzel in ein verschließbares Gefäß geben und mit 40%igem Doppelkorn oder Weingeist aufgießen, bis alle Wurzeln bedeckt sind; das Ganze zwei bis sechs Wochen stehen lassen und immer wieder durchschütteln. Dann kann es abgeseiht und in dunkle Fläschchen zur Aufbewahrung eingefüllt werden. Diese Tinktur kann dreimal täglich mit je 10 bis 20 Tropfen in einem Glas Wasser getrunken werden und den Tee ersetzen.
  • als Enzianschnaps: Schnaps ist im Handel erhältlich und soll als Verdauungstrunk nach einer üppigen Mahlzeit empfohlen werden, nicht zum Dauergenuss.

Gegenanzeigen

Enzian sollte bei bestehendem Bluthochdruck, bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren nicht eingenommen werden. Ebenso sollte er im ersten Drittel der Schwangerschaft gemieden werden. Ganz selten ist gelegentliches Auftreten von Kopfschmerz möglich. Wechselwirkungen sind keine bekannt.

Alternativen zu Enzianwurzel

  • Gegen Appetitlosigkeit hilft Bitterklee, Tausendgüldenkraut, Wacholder, Kardobenediktenkraut, Bohnenkraut, Basilikum, Wermut, Zwiebel, Knoblauch, Isländisches Moos, Rosmarin, Schafgarbe oder Dill.
  • Bei Aufstoßen empfiehlt sich Anis, Pfefferminze, Quitte, Vogelknöterich, Pfefferminze, Tausendgüldenkraut oder Wermut.
  • Gegen **Sodbrennen kann Brennnessel, Gerste, Kartoffel, Sauerklee, Zwiebel, Wermut, Wacholder oder Süßholz angewendet werden.
  • Verdauungsfördernde Heilpflanzen sind Alant, Apfel, Schafgarbe, Rhabarber, Pfefferminze, Zwiebel, Kamille, Kümmel, Lein, Meerrettich, Chili, Tausendgüldenkraut, Eiche, Fenchel, Bitterklee oder Hafer.
  • Verstopfung kann mit Faulbaum, Lein, Chili, Hafer, Knoblauch, Meerrettich, Apfeloder Alant beseitigt werden.
  • Gegen Blähungen hilft Anis, Fenchel, Kümmel, Kalmus, Knoblauch, Petersilie, Schafgarbe, Wacholder, Wermut, Thymian, Tausendgüldenkraut, Kamille, Paprika oder Heidelbeeren.
  • Bei körperlicher Erschöpfung und Müdigkeit helfen Ginseng, Hafer, Heidelbeere, Sanddorn oder Tausendgüldenkraut.
  • Gegen Schwindel und Ohnmachtsanfälle ist Arnika, Kamille, Lavendel, Rosskastanie oder Lein gewachsen.

Kosten zu Enzianwurzel

100 Gramm geschnittene Enzianwurzel sind im Handel für etwa 4,40 € zu bekommen. Bei Abnahme eines ganzen Kilos reduziert sich der Preis pro 100 Gramm auf etwa 4.- €.

Daten/Fakten zu Enzianwurzel

Der mehrjährige langsam wachsende Enzian mit dem lateinischen Namen Gentiana lutea stammt aus der Pflanzenfamilie der Enziangewächse (Gentianaceae) und kann bis zu 60 Jahre alt werden. Es handelt sich um eine 50 bis 120 cm hohe Staude mit aufrechtem Stängel. Die Blätter stehen gegenständig, werden bis 25 cm lang und 15 cm breit und weisen auf der Unterseite dicke, längs verlaufende Rippen auf.
In der Blütezeit von Juli bis August stehen die büschelig gelben Blüten dicht gedrängt von den oberen Blättern bis zur Stängelspitze und enden in einer fünf bis sieben cm breiten Blütenkrone. Die Blütenkrone hat meist fünf, manchmal auch sechs Kronblätter und ist radförmig.
Aus den Blüten entwickeln sich dicke, aufrecht stehende Schoten, die kleine Samen enthalten. Die armdicke, bis zu sieben Kilo schwere Wurzel wird bis zu einem Meter lang. Außen sind sie braun und innen gelb. Diese gelbe Innenfarbe lässt sie gut von den Wurzeln des giftigen Germers unterscheiden, dessen Blätter denen des Enzians ähneln, dessen Wurzeln aber deutlich kürzer und innen weiß sind.

Sammelzeit

Alle Enzianarten in Deutschland stehen unter Naturschutz, dürfen also nur aus eigenem Anbau geerntet werden. Ansonsten kann Enzian bei uns nur im Handel erworben werden. In anderen mittel- und südeuropäischen Ländern gilt das Sammelverbot teilweise nicht, hier wird die Wurzel in kalkhaltigen Gebirgsböden zwischen März und April oder im Herbst zwischen August bis September geerntet.

Inhaltsstoffe

Bitterstoff, Gentianose, Inulin, Schleim, Genitiopikrin, Gerbstoff, Gerbsäure und Zink.

Links zu Enzianwurzel

Enzian – Gartenratgeber.net
http://www.gartenratgeber.net/pflanzen/enzian.html

Gentiana lutea – Gelber Enzian - Staudenversand
http://www.pflanzenversand-gaissmayer.de

Enzian Pflanze: Pflege, Standort und Vermehrung
http://www.gartengemeinschaft.de/gartenprlanzen/enzian.htm

Enzian – Gebirgspflanzen im eigenen Blumenbeet
http://www.zuhause.de/enzian-gebirgspflanze-im-eigenen-blumenbeet/id_63170294/index
Autor: Funk, Silke06.07.2016

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