Dysgrammatismus (Therapie)

MethodeKostenDaten/FaktenLinks

Methode zu Dysgrammatismus (Therapie)

Die therapeutische Behandlung von Dysgrammatismus soll "schlechte Grammatik" als eine Form phonologischer Störung beheben. Betroffene Kinder wenden die grammatikalischen Regeln falsch an, vor allem bei der Satzbildung oder der Beugung von Wörtern. Es besteht (noch) nicht die Fähigkeit, die Regeln des Satzbaus (Syntaktik) der eigenen Sprache dem Alter entsprechend zu lernen oder anzuwenden. Diese Schwäche ist kein rein sprachliches Phänomen, sondern eine Auffälligkeit der qualitativ - strukturellen Sprachentwicklung.

Kriterien für die Diagnose "Dysgrammatismus"

  • Das Erlernen der Sprache ist verzögert, geschieht langsamer oder schwerfälliger
  • Der Gebrauch des sprachlichen Wortschatzes ist, bei durchschnittlicher intellektueller Leistungsfähigkeit und normaler Entwicklung des Gehirns, unterentwickelt
  • Symptome von Hyperaktivität können auftreten. Im Allgemeinen ist die Redefreudigkeit eher niedrig.

Grammatikalische Patzer zeigen sich durch:

  • Verdrehte Satzstellungen
  • Falsche oder fehlende Formen
  • Unvollständige Sätze
  • Unangemessene Auslassungen
  • Falsche Verwendung der Fälle und Beugungen.
Beispiele: “Ich schön bin.”, “Flugzeug Luft fliegt.” und “Papa wieder gekommt.”

Was ist im Vorfeld der Therapie zu beachten?

Je früher die Therapie aufgenommen wird, umso besser für die Entwicklung des Kindes. In der Regel kann eine Therapie ab einem Alter von drei Jahren begonnen werden. So sollen seelische Schäden gering gehalten werden, die auch aufgrund einer schulischen Rückstellung wegen sprachlicher Mängel erfolgen kann. Für den Therapieerfolg ist ein gutes Verständnis des Therapeuten für das Kind wichtig, um die kindliche Persönlichkeit zu erkennen und einzubeziehen. Ansprechpartner sind Logopäden, Beratungsstellen für Frühintervention und Prävention. Weiterhin gibt es ambulante Angebote wie Frühförderung in Kindergärten und Schulen. Immer mehr innovative Angebote wie Lese-Rechtschreib-Beratung oder Therapien in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Expert(innen) und Kliniken sind in der Entstehung.

Vier Säulen machen eine umfassende Therapie aus

  • Das Training der Wahrnehmung: Hier wird das Kind geschult, Sinneseindrücke wie Gehörtes und Gesehenes sprachlich auszudrücken. Durch gezielte Übungen zur Unterscheidung verschiedener Tonstärken, Tonhöhen und Klangfarben soll diese Sinneswahrnehmung geschärft werden. Weiterhin gehören zu diesem Bereich auditive (durch Hören) und motorische (durch Bewegung) Sprachgedächtnis-Übungen, die die Gedächtnisspanne und das Gedächtnis für Betonung schulen und das Wortfolge-Gedächtnis fördern.
  • Sprachausbau: Auch hier sind es Spiele und Übungen, die jetzt dazu dienen, Worte zu erwerben. Dysgrammatiker brauchen viele Wiederholungen. Aber auch der Satzbau muss gut ausgewählt werden, so dass ein Nachsprechen möglich ist, denn das Kind kann nur jene Sätze wiederholen, die seinen Fähigkeiten entsprechen.
  • Bewegungserziehung oder rhythmische Erziehung: Bewegungen werden so genutzt, dass sie dem Sprechen förderlich sind. Weiterhin haben auch Musik und Sprache Einiges gemeinsam. Eine spezielle Rhythmik bindet zum Beispiel Gesetzmäßigkeiten des Satzbaus an eine Körperbewegung. Psychische Hemmungen werden in diesem Trainingsbereich durch Grimassen und das Nachahmen von Tieren abgebaut.
  • Sozialerziehung: Sozialübungen sind wichtig, um die Kontaktschwierigkeiten der Dysgrammatiker abzubauen.

Was ist im Anschluss an die Therapie zu beachten?

Leitfragen für die Förderung auch im Alltag können sein:
  • Welche Entwicklungsschritte kann das Kind in nächster Zeit nehmen?
  • Welches Fördermaterial ist dafür am besten zu verwenden?

Kosten zu Dysgrammatismus (Therapie)

Seit 1974 sind Krankenkassen gesetzlich dazu verpflichtet, die Kosten für logopädische (sprachtherapeutische) Therapien zu übernehmen. Darunter fallen auch die Kosten für die Therapie von Dysgrammatismus .

Daten/Fakten zu Dysgrammatismus (Therapie)

Therapeuten

  • Logopäden
  • Diplom-Sprachheilpädagogen
  • Examinierte Sprachheilpädagogen
  • Klinische Sprechwissenschaftler
  • Atem-, Sprech- und Stimmtherapeuten und Lehrer
  • Klinische Linguisten.
Das Arbeitsgebiet dieser Berufsgruppen ist das gleiche. Einen Unterschied gibt es in der Ausbildung und der möglichen Kassenzulassung.

Links zu Dysgrammatismus (Therapie)

Bundesverband
Deutscher Bundesverband für akademische Sprachtherapeuten
Autor: Koll, Livia13.10.2015

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: