Birkenblätter

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Methode zu Birkenblätter

Die Birke, die im Volksmund auch Hängebirke, Hexenbesen, Moorbirke, Maibaum oder Frühlingsbaum genannt wird, ist ein typischer Baum des Nordens. Sie wächst nicht nur in gemäßigten Breiten, sondern bis hoch in den Norden der skandinavischen Länder. Im heilkundlichen Bereich wird die Birke mit ihren Blättern und der Rinde vor allem für die Harnorgane sowie Haut und Haar eingesetzt.

Wirkung

  • entzündungshemmend
  • harntreibend (entwässernd)
  • blutreinigend
  • schweißtreibend
  • antibakteriell
  • wundheilend

Anwendung

  • Harnapparat: Blasenentzündung, Nierensteine, Nierenschwäche, bakterielle Infektionen der ableitenden Harnwege, Nierengries
  • Stoffwechsel: Gicht, Rheuma, Diabetes, Ödeme, Augenringe, Frühjahrsmüdigkeit, Allergien, Glatze, Haarausfall
  • Hautleiden: Ekzeme, Flechten, Hautentzündungen, Schuppen

Anwendungsarten

  • als Birkenblättertee: Ein gehäufter Teelöffel getrocknete Birkenblätter wird mit einem viertel Liter kochendem Wasser überbrüht und eine Viertelstunde zugedeckt ziehen gelassen; dann abgießen und mehrmals täglich eine Tasse davon trinken. Auch für Waschungen und Bäder verwendbar.
  • als Birkensaft: Etwa 25 cm über dem Boden wird mit einem Holzbohrer, 5 mm Durchmesser, ein zwei bis drei Zentimeter tiefes, 5 mm breites Loch in den Stamm gebohrt. In dieses Loch wird ein Röhrchen aus Glas oder Kunststoff (Strohhalm) geschoben. Darunter wird ein Gefäß aus Glas oder Plastik gestellt (kein Metall verwenden). Die Saftgewinnung sollte drei Liter nicht überschreiten, da der Baum sonst Schaden nehmen würde. Auch sollte dies nur mit einem eigenen Baum durchgeführt werden. Zum Schluss wird das entstandene Loch mit Baumharz verschlossen. Dieser Baum benötigt nun eine zweijährige Auszeit, bevor er wieder zur Saftgewinnung genutzt werden kann.
  • als Birkenteer: Birkenteer kann vom Laien nicht selbst hergestellt werden, er ist in der Apotheke erhältlich und hilft gegen chronische Hauterkrankungen. Da Birkenteer eine Hautreizung hervorruft, sollte er stets gut verdünnt und in kleinen Mengen benutzt werden.
  • als Birkenkohle: Auch die Birkenkohleherstellung ist nicht unbedingt eine Sache des Laien. Ihre Einnahme hilft bei Durchfall hilft und ist ebenfalls in der Apotheke erhältlich.

Gegenanzeigen

Bei eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit kann es nach dem Genuss von Birkenblättern zu Ödemen kommen. Als mögliche Nebenwirkung ist bei Pollenallergikern eine kurzfristige Kontaktallergie möglich. Wechselwirkungen sind keine bekannt.

Alternativen zu Birkenblätter

  • Bei Blasenentzündung können Bärentraube, Kamille, Hauhechel oder Löwenzahn empfohlen werden.
  • Allgemeine Blasenleiden lassen sich mit Weide, Hauhechel, Löwenzahn, Bärentraubenblättern, Preiselbeerblättern, Bruchkraut, Sellerie, Wacholder, Bärentraube oder Goldrute heilen.
  • Harnwegsinfekte können mit Bärentraubenblättern, Meerrettichwurzel, Bruchkraut oder Bukkoblättern gemildert werden. Das Bruchkraut ist auch die richtige Heilpflanze bei Harnröhrenentzündung.
  • Bei Nierenerkrankungen helfen Schafgarbe, Schöllkraut, Wacholder, Löwenzahn, Petersilie, Goldrute, Brennessel, Zinnkraut, Bärentraube, Hirtentäschel, Hauhechel oder Kürbissamen.
  • Einer Nierenentzündung kann mit Beinwell, Brennnessel, Wermut, Eiche, Hagebutte, Wacholder, Zinnkraut oder Hauhechel entgegengetreten werden.
  • Eine Reizblase wird mit Löwenzahn behandelt.
  • Gegen Haarschuppen hilft Brennnesselwasser.
  • Gegen Gicht können Arnika, Beinwell, Weide, Zwiebel, Raute, Löwenzahn, Salbei, Schöllkraut, Wacholder oder Brennnessel empfohlen werden.
  • Bei Rheuma ist die Anwendung von Apfel, Salbei, Teufelskralle, Lein, Raute, Beinwell, Arnika, Wacholder, Löwenzahn, Weide, Schafgarbe oder - zur äußerlichen Anwendung - weißer Senf hilfreich.

Kosten zu Birkenblätter

Getrocknete Birkenblätter sind im Handel für circa 2.- € pro 100 Gramm zu bekommen. Bei Abnahme eines ganzen Kilos reduziert sich der Preis pro 100 Gramm auf etwa 1,80 €.

Daten/Fakten zu Birkenblätter

Die Birke wird seit Jahrtausenden als Kult- und Heilpflanze verehrt und fand bereits bei den alten Indogermanen als auch bei germanischen und slawischen Völkern reichlich Beachtung. Sie symbolisiert – wahrscheinlich auch durch ihre weiße Rinde – das Frühlingshafte, das Jungfräuliche, den Neubeginn und das Weibliche.
Sowohl die Hängebirke Betula pendula als auch die Weißbirke Betula alba stammen aus der Pflanzenfamilie der Birkengewächse (Betulaceae) und haben ähnliche Heilwirkungen.
Der schlankwüchsige, sommergrüne Baum wird bis zu 25 cm hoch und besticht durch seine weiße, glatte Rinde, was ihn selbst für Kinder unverwechselbar macht. Im Frühling treiben die eiförmigen hellgrünen Blätter aus und die Blüten kommen ährenartig hervor.
Die langen männlichen Blüten sehen wie gelbliche Kätzchen aus, die weiblichen hingegen haben das Aussehen von grünen Zapfen und wachsen am Ende der kurzen Seitenzweige heran. Die Zweige sind überhängend, die Frucht ist ein geflügeltes kleines Nüsschen.

Sammelzeit

Gesammelt werden im Wald oder am Waldrand, in Park- oder Gartenanlagen die Blätter im Mai und Juni, die Rinde im Frühling zwischen März und April oder im Herbst zwischen Oktober und November. Birkensaft kann zwischen Mitte März bis Mai gewonnen werden.
Der Stamm wird hierzu mit einem kleinen Bohrer angebohrt und in das entstandene Loch wird ein Röhrchen (zum Beispiel ein dicker Strohhalm) geschoben. Ein Sammeleimer, der darunter gestellt wird, kann täglich zwischen einem bis fünf Liter frischen Birkensaft auffangen. Zur besseren Hygiene kann der Eimer mit einer Folie bedeckt und der Strohhalm direkt durchgeführt werden.

Inhaltsstoffe

Ätherische Öle, Harz, Flavone, Vitamin C, Bitterstoffe, Saponine und Gerbstoffe. Die Zusammensetzung unterscheidet sich bei den Blättern, der Rinde und dem Saft etwas.

Links zu Birkenblätter

Baumkunde
http://www.baumkunde.de/Betula_pendula/

Birke Steckbrief
http://www.biologie-schule.de/birke-steckbrief.php

Die Birke – Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
http://www.sdw.de/cms/upload/pdf/Die_Birke.pdf

Deutscher Allergie-und Asthmabund e. V.
http://www.daab-de/allergien/kreuzallergie/
Autor: Funk, Silke27.06.2016

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