Angelika

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Methode zu Angelika

Die Angelika, die im Volksmund auch Echte Engelwurz, Brustwurz, Heiligenbitter oder Zahnwurzel genannt wird, ist eine alte, nordische Heilpflanze. Forschungen ergaben, dass die Wurzeln zwölf entzündungshemmende, zehn muskelentspannende und fünf schmerzstillende Substanzen enthalten. Ihr Hauptanwendungsgebiet sind Verdauungsbeschwerden und Appetitmangel sowie die Förderung des Stoffwechsels. Sie wird auch in der Lebensmittelindustrie als Gewürz, zur Herstellung von Magenlikören und in der Parfümindustrie verwendet.

Wirkung

  • verdauungsfördernd
  • appetitanregend
  • nervenstärkend
  • harntreibend
  • schweißtreibend
  • stoffwechsel fördernd
  • galletreibend
  • abwehrsteigernd

Anwendung


Anwendungsarten

  • als Tee: Ein Teelöffel der klein geschnittenen Wurzel wird mit einem viertel Liter kaltem Wasser angesetzt und aufgekocht. Anschließend fünf Minuten ziehen lassen und abseihen. Hiervon werden täglich bis zu zwei Tassen getrunken. Bei Appetitmangel mit Honig süßen und zu den Hauptmahlzeiten eine Tasse warm trinken. Bei Blähungen den Tee ungesüßt zu oder nach den Mahlzeiten trinken.
  • als Kaltauszug: Ein Teelöffel der klein geschnittenen Wurzel wird mit einem viertel Liter kaltem Wasser angesetzt, ein paar Stunden ziehen gelassen und anschließend abgeseiht. Auch hier ist die tägliche Menge bis zu zwei Tassen.
  • als Badezusatz: 200 Gramm zerkleinerte Wurzel werden mit einem Liter Wasser aufgekocht, abgeseiht und dann dem Badewasser zugegeben. Dies lockert verspannte Muskeln.
  • als Kompresse: Oben stehendes Rezept zur Herstellung eines Badezusatzes kann ebenso für eine Kompresse bei Gelenkbeschwerden verwendet werden. Dazu wird ein sauberes Leinentuch mit der Abkochung befeuchtet und auf das schmerzende Gelenk aufgebracht. Gegebenenfalls mit einem Umschlag fixieren.

Gegenanzeigen

Echte Engelwurz sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Die enthaltenen Kumarinverbindungen können darüber hinaus die Haut lichtempfindlich machen, wodurch es im Sommer zu einer Badedermatitis kommen kann. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind keine bekannt.

Alternativen zu Angelika

  • Gegen Blähungen helfen auch Anis, Kamille, Tausendgüldenkraut, Fenchel, Chili, Heidelbeeren, Petersilie, Thymian, Kalmus, Schafgarbe, Knoblauch oder Wermut.
  • Bei Appetitlosigkeit ist die Anwendung von Bitterklee, Tausendgüldenkraut, Basilikum, Dill, Wacholder, Bohnenkraut, Enzian, Knoblauch, Wermut, Kardobenediktenkraut, Kümmel oder Zwiebel zu empfehlen.
  • Gegen Verstopfung kann auf Faulbaum, Lein, Alant, Meerrettich, Apfel, Hafer, Paprika oder Knoblauch zurückgegriffen werden.
  • Allgemeine Verdauungsbeschwerden werden mit Enzian, Petersilie, Heidelbeere, Spitzwegerich, Hopfen, Wacholder, Knoblauch, Wermut oder Kümmel gemildert.
  • Verdauungsfördernde Mittel sind Alant, Kalmus, Pfefferminze, Zwiebel, Apfel, Kamille, Rhabarber, Bitterklee, Kümmel, Schafgarbe, Eiche, Lein, Tausendgüldenkraut, Enzian, Fenchel, Paprika oder Hafer.
  • Gegen Stoffwechselstörungen helfen Salbei, Wacholder, Alant, Löwenzahn, Mistel, Quecke, Stiefmütterchen, Enzian, Kalmus, Brunnenkresse oder Wermut.
  • Bei Rheuma ist die Anwendung von Teufelskralle, Weide, Arnika, Löwenzahn, Wacholder, Brennnessel, Hauhechel, Schafgarbe, Salbei, Raute, Beinwell oder Berberitze angezeigt.
  • Gegen Gicht sind Arnika, Schöllkraut, Beinwell, Wacholder, Brennnessel, Weide, Löwenzahn, Zwiebel, Raute oder Salbei die Heilpflanzen der Wahl.
  • Gelenkschmerzen können mit Bärlapp, Fichte, Stiefmütterchen oder Quecke gemildert werden.

Kosten zu Angelika

100 Gramm getrocknete und geschnittene Angelikawurzel sind im Handel für etwa 3,00 Euro zu bekommen. Bei Abnahme eines ganzen Kilos reduziert sich der Preis pro 100 Gramm auf etwa 2,70 Euro.

Daten/Fakten zu Angelika

Die Angelikapflanze mit dem lateinischen Namen Angelica archangelica gehört zur Pflanzenfamile der Doldengewächse und wird bis zu zwei Meter hoch. Mit ihrem üppigen Blattwerk und den großen Blütendolden macht die Engelwurz im Sommer einen fast tropischen Eindruck. Die mehrjährige Pflanze entwickelt eine kurze, dicke und wohlriechende Wurzel und einen unten rötlichen gerillten Stängel, der innen hohl und mit feinem Mark gefüllt ist. Die zwei- bis dreifach gefiederten Grundblätter werden bis zu 90 cm lang, die Stängelblätter selber sind kleiner. In der Blütezeit von Juni bis September stehen die grünlich weißen Blüten in sehr großen, vielstrahligen Dolden. Die eiförmige Spaltfrucht zerfällt in zwei Teilfrüchte.
Die Angelikapflanze wächst zerstreut an Ufern und auf Wiesen auf feuchten, nährstoffreichen Böden. Sie wird in Deutschland, Belgien und Frankreich landwirtschaftlich angebaut, ansonsten ist sie verwildert häufiger zu finden als kultiviert in Gärten. Sie darf nicht mit dem giftigen ähnlich aussehenden Wasserschierling verwechselt werden. Auch der Anis- und der Kümmelpflanze sieht sie sehr ähnlich. Sie wird bei uns seit dem 16. Jahrhundert als Heilpflanze genutzt, nur den alten Römern und Griechen war sie unbekannt, da sie im Süden nicht wächst.

Sammelzeit

Gesammelt werden vor allem die Wurzel mit dem Wurzelstock von zwei- bis dreijährigen Pflanzen (ältere sind verholzt) im zeitigen Frühling oder im Spätherbst. Die Blätter werden noch vor der Blüte gepflückt. Die Samen können von Oktober bis Dezember gewonnen werden. Bei der Ernte ist das Tragen von Handschuhen ratsam, da die Pflanzensäfte die Haut reizen können.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl (Hauptbestandteil Terpene), Bitterstoffe, Gerbstoffe, Harz, Furocumarin, organische Säuren.

Links zu Angelika

Angelica archangelica – Echte Engelwurz – Pflanzenverkauf
http://www.pflanzenversand-gaissmayer.de

Kandierte Engelwurzstängel – Rezept
http://www.wildfind.com/rezepte/kandierte-engelwurzstaengel
Autor: Funk, Silke28.06.2016

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