Transplantation der Niere

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Methode zu Transplantation der Niere

Eine Nierentransplantation ist der Ersatz einer kranken funktionsuntüchtigen Niere durch ein funktionierendes Spenderorgan eines anderen Menschen. Das gespendete Organ soll fortan die Blutwäsche im Körper voll übernehmen. Als Spender kommen Menschen wie Familienangehörige infrage, aber vor allem auch Menschen, die für hirntot erklärt wurden und Organspender sind.

Welche Personen erhalten eine Nierentransplantation?

Eine Nierentransplantation ist für Menschen geeignet, deren Nieren aus unterschiedlichen Gründen versagt haben und die deshalb auf eine künstliche Blutwäsche (Dialyse) angewiesen sind.

Dem Nierenversagen liegen ganz verschiedene Ursachen zugrunde:

Was ist im Vorfeld einer Nierentransplantation zu beachten?

Wer für eine Nierentransplantation vorgesehen ist, muss während der Wartezeit alle drei Monate zu Kontrolluntersuchungen, um den Zustand der Nieren und den allgemeinen Gesundheitszustand zu überprüfen.
Ein- bis zweimal im Jahr ist eine Vorstellung im Transplantationszentrum notwendig. Wird ein möglicherweise passendes Spenderorgan gefunden, überprüft das Transplantationszentrum die Daten des Spenderorganes wie Laborwerte und Organfunktion.
Kommt die Spende in Betracht, erhält der Wartende einen Anruf und muss unverzüglich in die Klinik kommen, um innerhalb der nächsten Stunden operiert zu werden. Nach dem Anruf darf er nichts mehr essen und trinken, denn die Operation erfordert eine Vollnarkose. Nach Aufnahme in der Klinik folgen einige Routineuntersuchungen.

Wie läuft die Transplantation ab?

Das Spenderorgan kommt in einem Transportbehälter im Operationssaal an und wird für die Transplantation vorbereitet. Der Betroffene erhält eine Vollnarkose. Der Chirurg setzt einen bogenförmigen Hautschnitt zwischen Schambein und seitlicher Körperhäfte. Nach Durchtrennung von Fett- und Muskelgewebe folgt die Präparation der Beckengefäße, die an die neue Niere angeschlossen werden sollen. Nierenarterie und Nierenvene des Spenderorgans werden mit den Beckengefäßen verbunden.
Der Harnleiter des Spenderorgans wird in die Harnblase des Patienten eingenäht. Zur Stabilisierung der Verbindung dient möglicherweise ein Katheter, der einige Wochen später über die Blase entfernt werden kann.
Das Legen einer Wunddrainage ist nötig, um in der ersten Woche nach der Operation einen ungehinderten Wundsekretabfluss zu ermöglichen. Ein Blasenkatheter sichert vorübergehend den Urinabfluss. Die alte Niere verbleibt meist an ihrem Platz, denn eine Entfernung würde einen erhöhten Operationsaufwand bedeuten.

Wie sieht die Behandlung nach einer Nierentransplantation aus?

Nach dem Eingriff liegt der Operierte einige Stunden zur Überwachung auf der Intensivstation. Sind Herz- und Atemfunktion sowie die Nierenfunktion intakt, kann er auf eine normale Station verlegt werden. Dies geschieht meist nach ein bis zwei Tagen. Jetzt wird er früh mobilisiert, das heißt, er steht mit Hilfestellung auf, wäscht sich und macht Atemübungen. Nach einigen Tagen sind die Nähte gut genug verheilt, sodass der Blasenkatheter gezogen werden kann.
Das neue Organ produziert in den meisten Fällen sofort Urin. Stressbedingt kann das aber auch einige Tage dauern und das Organ muss sich erst erholen. Dann ist vorübergehend möglicherweise eine künstliche Blutwäsche (Dialyse) notwendig.
Nach der Transplantation werden Medikamente verabreicht, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppression) und eine Abstoßungsreaktion vermeiden helfen. Zusätzliche Medikamente fördern die Nierenfunktion.
Nach optimaler Einstellung der Therapie kann die Person in eine Nachsorgeklinik verlegt werden. In der Anfangszeit nach der Transplanation sind zwei- bis dreimal wöchentliche ambulante Kontrolluntersuchungen notwendig. Später sind diese Untersuchungszeiträume auf vier bis sechs Wochen verlängert, sofern die Organfunktion gut ist.

Wie sieht die Weiterbehandlung aus?

Auch wenn die Nieren von geeigneten Spendern stammen, muss prinzipiell mit einer Abstoßung des Transplantats gerechnet werden. Das gilt übrigens für jede Art der Organübertragung. Deshalb beginnen die Behandler schon unmittelbar nach der Operation mit einer Therapie, die die körpereigene Abwehr hemmt (immunsuppressive Therapie).

Alternativen zu Transplantation der Niere

Alternativ ist für Personen mit Nierenversagen nur eine künstliche Blutwäsche (Dialyse) möglich, um das Blut von Abfallprodukten und Giftstoffen zu befreien.

Mögliche Komplikationen

Bei der Operation selbst besteht das Operations- und Narkoserisiko. Wichtige Strukturen könnten beschädigt und verletzt werden, die Narkose kann zu Zwischenfällen führen.
Weitere Risiken können nach der Operation auftreten:
  • Nachblutungen
  • Wundinfektionen
  • Lungenentzündung
  • Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose)
  • Infektionen durch das medikamentös unterdrückte Immunsystem
  • Bildung einer Urinfistel
  • Versagen der transplantierten Niere
  • Transplantatabstoßung.

Kosten zu Transplantation der Niere

Die Kosten der medizinisch notwendigen Transplantation trägt die Gesetzliche Krankenkasse (GKV).

Daten/Fakten zu Transplantation der Niere

Jährlich erleiden in Deutschland etwa 15.000 Menschen einen kompletten Funktionsverlust der Nieren, das heißt ein Nierenversagen. Diese Personen können nur mithilfe der künstlichen Blutwäsche (Dialyse) oder einer Nierentransplantation weiterleben.
Dieser Eingriff ist die am häufigsten durchgeführte Organtransplantation. Doch es stehen nicht ausreichend viele Organe zur Verfügung, sodass Betroffene durchschnittlich fünf Jahre lang warten müssen, bis sie ein Organ erhalten.
Ein Jahr nach der Transplantation sind noch etwa 85 Prozent der Organe intakt. Eine transplantierte Niere funktioniert heutzutage durchschnittlich 15 Jahre lang.

Links zu Transplantation der Niere

KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V.
Martin-Behaim-Straße 20
63263 Neu-Isenburg
Tel: 06102 - 359 - 0
Fax: 06102 - 359 410
Mail: info@kfh-dialyse.de
http://www.kfh-dialyse.de/nierentransplantation/index.html

Deutsche Gesellschaft für Nephrologie: Das Nierenportal
http://www.dgfn.eu/index.php?id=74

Infoportal TransplantForum
http://www.transplant-forum.de/transplantation/nierentransplantation
Autor: Hofmann, Julia23.09.2015

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