Stents in den Herzkranzgefäßen

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Methode zu Stents in den Herzkranzgefäßen

Ein Stent ist eine Gefäßstütze, die ein zuvor verengtes Gefäß nach Aufdehnung offen halten soll, indem sie das Gefäß mechanisch stabilisiert. Es handelt sich damit um eine Gefäßprothese, die meist aus Edelstahl besteht und eine gitterförmige Struktur aufweist. Stents an Herzkranzgefäßen sollen eine Wiederverengung (Restenosen) der Arterien verhindern, die den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Dem Einsatz eines Stents geht eine Erweiterung des Gefäßes meist mit einem Ballonkatheter voraus.

Für wen ist eine Stent-Implantation geeignet?

Der Einsatz eines Stents bietet nach hochgradiger Verengung oder einem Verschluss eines Herzkranzgefäßes die Möglichkeit, die Durchblutung des Herzmuskels wiederherzustellen und zu erhalten.
Besonders bei Personen mit nicht sehr schwerer Herzgefäßerkrankung, bei denen nur ein oder zwei Gefäße über kürzere Strecken verengt sind, kommt der Stent zum Einsatz. Der Stent kommt auch infrage bei akutem Herzinfarkt. Erfolgt eine Herzkatheteruntersuchung zeitnah, kann die rasche Wiederöffnung des Gefäßes und der Einsatz eines Stents zu einer Schadensreduzierung am Herzmuskel führen, sodass der Herzinfarkt weniger schwer ist.

Was ist im Vorfeld des Eingriffs zu beachten?

Bei einem geplanten Eingriff entsprechen die nötigen Voruntersuchungen denen der diagnostischen Herzkatheter-Untersuchung. Etwa vier Stunden vor dem Eingriff darf nichts mehr gegessen und nur wenig getrunken werden. Medikamenteneinnahmen sind meist regulär möglich, aber in jedem Fall vorher mit dem verantwortlichen Behandler abzuklären.

Wie läuft die Stent-Implantation ab?

Die Implantation des Stents erfolgt im Rahmen einer Herzkatheter-Untersuchung, meist nach Aufdehnung des Gefäßes mit einem Ballonkatheter (PTCA).
Über ein Gefäß, meist in der Leiste, lässt sich ein Katheter mit einem nicht entfalteten Ballon über einen Führungsdraht an das Zielgefäß führen. Das Spritzen von Röntgenkontrastmittel ermöglicht die genaue Positionierung des Ballons. Der Ballon lässt sich mit Flüssigkeiten entfalten, sodass ein Druck von bis zu 20 bar für eine Minute oder mehr aufgebaut wird.
Die Aufdehnung des Gefäßes wird mit Röntgenkontrastmittel kontrolliert und die Prozedur gegebenenfalls wiederholt, bis die gewünschte Aufdehnung erreicht ist. Es folgt die Einlage eines Stents mithilfe des Katheters, der nach einigen Wochen vom Innengewebe des Gefäßes überwachsen wird. Der richtige Sitz des Stents lässt sich mit einer Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel oder Ultraschall überprüfen. Während der Operation und auch noch danach erhält der Betroffene blutgerinnungshemmende Medikamente, damit sich keine Blutgerinnsel (Thromben, Thrombose) bilden.

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Es werden blutgerinnungshemmende Medikamente verabreicht, damit sich an der Operationsstelle keine Blutgerinnsel bilden. Nach Beendigung des Eingriffs wird an der Punktionsstelle, meist in der Leiste, ein Druckverband angelegt und der Operierte wird überwacht und betreut. In den Tagen nach dem Eingriff ist körperliche Schonung wichtig, schweres Heben oder andere anstrengenden körperlichen Tätigkeiten sind zu vermeiden.

Alternativen zu Stents in den Herzkranzgefäßen

Eine Verengung der Herzkranzgefäße lässt sich auch mit anderen Methoden behandeln:
  • Medikamentös
  • Ballonaufdehnung (Ballondilatation, PTCA)
  • Erweiterung des Gefäßes mit einem Laser (Laserangioplastie)
  • Rotablationsangioplastie
  • Bypassoperation.
Welche Methode die vielversprechendste ist, entscheiden Betroffener und Behandler gemeinsam.

Komplikationen

Die Komplikationen bei und nach Implantation von Stents entsprechen denen der PTCA.
Dies sind vor allem:
Nicht ausschließen lässt sich, dass es erneut zu einer Verengung im Bereich des Stents kommt, sodass ein wiederholter Eingriff nötig wird.

Kosten zu Stents in den Herzkranzgefäßen

Die entstehenden Kosten des Eingriffes übernimmt die Gesetzliche Krankenkasse (GKV).

Daten/Fakten zu Stents in den Herzkranzgefäßen

Drei bis vier Prozent der Bevölkerung leiden an einer koronaren Herzkrankheit. Bei Beschwerden, das heißt, bei Angina pectoris und nach Herzereignissen wie einem Herzinfarkt sind die Möglichkeiten zur Wiederherstellung der Durchblutung zu bedenken. Allgemein haben nichtmedikamentöse Maßnahmen, die die Durchblutung des Herzens wiederherstellen, in ihrer Häufigkeit zugenommen, sodass bereits diskutiert wird, ob es nicht zu einer Überversorgung mit operativen Maßnahmen kommt.
So ergab ein Vergleich von Betroffenen in den USA, die medikamentös behandelt wurden oder eine Stentoperation erhielten, dass Stents bei einem Teil der Personen hinsichtlich späterer Herzereignisse oder Überleben keinen Vorteil gegenüber einer medikamentösen Behandlung erbrachten. Deshalb ist es besonders wichtig, die Voraussetzungen des Erkrankten und die Wirksamkeit einer medikamentösen Behandlung genau zu untersuchen und abzuklären.

Links zu Stents in den Herzkranzgefäßen

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie Herz und Kreislaufforschung e.V.
http://leitlinien.dgk.org/index.php?option=com_content&task=view&id=5&Itemid=28

Informationen zur arteriellen Verschlusskrankheit und ihren Behandlungen
http://www.rmmc-wiesbaden.de/arterielle-verschlusskrankheit.php

Herzkatheter|Herzkatheteruntersuchung
http://de.wikipedia.org/wiki/Herzkatheteruntersuchung

Deutsche Herzstiftung e.V.
Vogtstraße 50
60322 Frankfurt am Main
Tel: 069 - 955 12 80
Fax: 069 - 955 128 313
Mail: info@herzstiftung.de
http://www.herzstiftung.de/kontakt.html

Studie zum Vergleich Stents - Medikamente
http://archinte.jamanetwork.com/article.aspx?volume=172&issue=4&page=312
Autor: Hofmann, Julia23.09.2015

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