PEG (Perkutane endoskopische Gastroskopie)

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Methode zu PEG (Perkutane endoskopische Gastroskopie)

PEG (Perkutane endoskopische Gastrostromie) ist eine Magensonde, die der künstlichen Ernährung dient. Die Sonde liegt im Magen und führt durch die Bauchwand nach außen. Von dort aus lässt sich Nahrung zuführen, wenn ein normaler Schluckvorgang aufgrund unterschiedlicher Ursachen nicht möglich ist.
Die PEG-Sonde wird mithilfe einer Magenspiegelung (Gastroskopie) gelegt.

Wann ist eine PEG-Sonde nötig?

Mit der PEG können Betroffene mittel- und langfristig ernährt werden, die eine Schluckstörung (Dysphagie) aufweisen.
Mögliche Ursachen hierfür sind:
  • Krebs der Speiseröhre oder im Hals-Nasen-Ohren-Bereich
  • Neurologische Erkrankungen
  • Hirnverletzungen und -tumore
  • Operationen im Gesicht oder Kiefer
  • Verletzungen
  • Koma
  • Einige Chemo- und Strahlentherapien.

Was ist im Vorfeld des Eingriffs zu beachten?

Eine PEG-Sonde dürfen manche Personen nicht erhalten. Vor allem folgende Krankheiten müssen deshalb ausgeschlossen werden:

  • Passagestörungen im Darm wie Darmverschluss
  • Massive Bauchwassersucht (Aszites)
  • Bauchfellentzündung (Peritonitis)
  • Schwere Blutgerinnungsstörungen.

Wie wird eine PEG durchgeführt?

Üblich ist das Legen der Sonde mit der sogenannten "Fadendurchzugsmethode". Dazu wird eine örtliche Betäubung oder ein Beruhigungsmittel verabreicht. Der Eingriff beginnt mit der Magenspiegelung, bei der ein Gastroskop über die Speiseröhre in den Magen vorgeschoben wird. Luft entfaltet den Magen, sodass an der Vorderwand des Magens eine geeignete Stelle zur Anlage der Sonde identifiziert werden kann. Dort wird punktiert und ein Faden durch die Punktionsstelle geführt.
Der Faden lässt sich durch den Magen mit dem Endoskop erfassen und durch den Mund nach außen führen.
Er dient als Führungsschnur, um die Sonde an der vorgesehenen Stelle mittels Endoskop zu platzieren. Zwei Halteplatten fixieren die Sonde, sodass sie nicht nach außen oder innen verrutschen kann. Eine Untersuchung (Magen-Darm-Passage) dient der Überprüfung der Dichtigkeit der Sonde. Bereits wenige Stunden nach Anlegen ist die Gabe von Flüssigkeit möglich.

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Die Magensonde bedarf der regelmäßigen Pflege. Dafür sind vor und nach der Nahrungsaufnahme Spülungen mit Wasser oder Tee notwendig. Kann der Betroffene essen und wird die Sonde (vorübergehend) nicht benutzt, sind ebenfalls einmal tägliche Spülungen wichtig.

Alternativen zu PEG (Perkutane endoskopische Gastroskopie)

Eine kurzfristigere Ernährung ist auch über eine durch die Nase geführte Magensonde sowie über eine intravenöse Ernährung möglich. Für eine langfristige künstliche Ernährung sind beide Methoden nicht geeignet, da mit Komplikationen zu rechnen ist. Die Anlage eine PEG-Sonde sollte aber dennoch wohl überlegt sein und erst eingesetzt werden, wenn andere Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Mögliche Komplikationen

Das Anlegen und Liegen der Sonde kann vor allem bei älteren Personen Ursache von Komplikationen sein. Schwere Komplikationen sind allerdings selten.
Möglich sind:
  • Wundschmerz, der in der Regel von selbst vergeht
  • Infektionen, lokal und der Bauchhaut/des Bauchfells
  • Verletzungen von inneren Organen oder Gefäßen
  • Fehlende Funktion der Sonde
  • Vorübergehende Übelkeit und Erbrechen
  • Einatmen von Speichel oder Nahrung mit folgender Lungenentzündung.

Kosten zu PEG (Perkutane endoskopische Gastroskopie)

Die kompletten Kosten der PEG-Sonde trägt die Gesetzliche Krankenkasse (GKV).

Daten/Fakten zu PEG (Perkutane endoskopische Gastroskopie)

Die Häufigkeit des Anlegens von PEG-Sonden nimmt weiterhin zu. Zahlen zur Situation in Deutschland sind aber kaum erhältlich. Die zunehmende Verbreitung dieser Form der künstlichen Ernährung liegt zum einen an der immer älter werdenden Gesellschaft und der steigenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen, aber andererseits auch an mangelnder Zeit des Pflegepersonals und an den Kosten. Denn eine Ernährung auf normalen Wege bedarf bei Erkrankungen wie der Demenz der intensiven Betreuung und kostet viel Zeit.

Links zu PEG (Perkutane endoskopische Gastroskopie)

Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e.V.
Info- und Geschäftsstelle
Olivaer Platz 7
10707 Berlin
Tel: 030 - 319 831 5007
Fax: 030 - 319 831 5008
E-Mail: infostelle@dgem.de
http://www.dgem.de

Leitlinie Enterale Ernährung
http://www.dgem.de/material/pdfs/ESPEN_LL_deutsch.pdf

Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e.V.
http://www.bdem.de/

Deutsche Seniorenliga e.V.
Heilsbachstr. 32
53123 Bonn
Tel: 0228 - 367 930
Fax: 0228 - 367 93 90
E-mail: info@deutsche-seniorenliga.de
http://www.dsl-mangelernaehrung.de/
Autor: Hofmann, Julia23.09.2015

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