Katheterablation

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Methode zu Katheterablation

Mit Hilfe der Katheterablation können einige Herzrhythmusstörungen beseitigt werden. Dazu werden bestimmte Katheter benötigt, die dort
im Herzen eingreifen, wo die Rhythmusstörungen ausgelöst werden.
Die Katheter können auf folgender Basis arbeiten:
  • Mit elektrischem Strom
  • Mit Kälte
  • Mit chemischen Substanzen
  • Nach dem Prinzip eines Lasers

Wie funktioniert eine Katheterablation?

Bei der Katheterablation durchtrennt der Arzt mittels eines Katheters bestimmte Muskelfasern im Herzen. Dabei handelt es sich um jene Muskelfasern, von denen die Herzrhythmusstörung ausgehen. Dieser Ort wird mit Hilfe der elektrophysiologischen Untersuchung ermittelt.
In Deutschland wird vor allem die Art der Katheterablation angewandt, die mit elektrischem Strom arbeitet. Bei der Hochfrequenzablation kann die Katheterspitze auf etwa 70° C erwärmt werden.
An dem so gezielt angesteuerten Punkt entsteht eine Mikronarbe, durch die zusätzliche Leitungsbahnen durchtrennt oder ein Gebiet, das Rhythmusstörungen verursacht, stillgelegt werden. Neuerdings stehen auch Katheter zur Verfügung, die Zellen im Herzen durch Vereisung beseitigen können (sog. Kryoablation). Es bildet sich ebenfalls eine Narbe.

Wann wird die Katheterablation angewandt?

Die Katheterablation kommt nicht bei allen Rhythmusstörungen in Frage. Sie wird bei Tachykardien angewandt, die die Betroffenen stark belasten oder mit Medikamenten nicht zu behandeln sind. Dazu zählen beispielsweise Tachykardien bei Vorhofflimmern, WPW-Syndrom und Tachykardien, die im AV-Knoten liegen, oder Kammertachykardien.
Bei Tachykardien schlägt das Herz zu schnell. Die Erfolgsrate liegt je nach behandelter Herzrhythmusstörung zwischen 70 und 99 Prozent. Was ist im Vorfeld der Katheterablation zu beachten? Zuerst erfragt der Arzt genau die Beschwerden des Patienten, er ergründet also die Krankheitsvorgeschichte (Anamnese).
Dann folgen eine körperliche Untersuchung und eine ausführliche Aufklärung über die Katheterablation. Folgende Untersuchungen sind vor der Durchführung einer Katheterablation nötig:
  • EKG
  • Belastungs-EKG
  • Langzeit-EKG
  • Röntgen von Herz und Lunge
  • Blutentnahme zur Bestimmung des Blutbildes, der Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium, der Nierenwerte, Leberwerte und Schilddrüsenwerte.

Am Vortag werden beide Leistenregionen rasiert, um Infektionen vorzubeugen.
Am Untersuchungstag darf der Patient nichts essen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Durchführung entspricht der elektrophysiologischen Untersuchung.
Am Tag der Untersuchung wird der Patient mit einem EKG und zwei Elektroden zur Unterbrechung von Rhythmusstörungen aus der Herzkammer, den Defibrillatorelektroden versehen. Der Blutdruck wird während der Untersuchung regelmäßig gemessen.
In eine Vene am Arm führt der Arzt nun einen kleinen Kunststoffschlauch (Braunüle) ein. Hierüber werden einzelne Medikamente, z.B. zur Beruhigung, gespritzt. Nach einer örtlichen Betäubung in beiden Leisten bringt der Arzt in die jeweiligen Venen eine Schleuse ein, die ebenfalls aus Kunststoff besteht.

Unter Röntgenkontrolle schiebt er dann die für die Untersuchung nötigen Elektrodenkatheter zum rechten Herzen vor. Nach der Platzierung der Elektrodenkatheter wird ein blutgerinnungshemmendes Medikament intravenös zur Vorbeugung von Thrombosen und Embolien gegeben. Bei langen Untersuchungen sind wiederholte Gaben erforderlich.
Nun erfolgt je nach Fragestellung eine programmierte Vorhofstimulation oder programmierte Kammerstimulation zur Auslösung der Herzrhythmusstörung. Wenn diese Herzrhythmusstörung auftritt, dann löst sie auch die bei dem betroffenen Patienten typischen Beschwerden aus.

Am Ort der Herzrhythmusstörung platziert der Arzt dann einen Elektrodenkatheter, der entweder mit Gleichstrom oder mit Hochfrequenzstrom arbeitet. Die zweite Elektrode wird je nach Stromart entweder an der Brustwand oder zwischen den Schulterblättern angebracht. Ein EKG zeichnet den Verlauf der Energieabgabe kontinuierlich auf.

Nach der Durchtrennung der Muskelfasern wird der Erfolg nochmals getestet. Dabei versucht der Arzt, die Herzrhythmusstörung mit Medikamenten oder mit einer Reizung der Muskulatur durch elektrische Impulse erneut auszulösen.
Nach der Untersuchung werden die Elektrodenkatheter und die Schleusen auf beiden Seiten entfernt und die Leisten mit einem Druckverband versehen. Dieser verbleibt je nach Klinikzentrum zwischen vier und zwölf Stunden, wobei der Patient Bettruhe einzuhalten hat. Ein paar Stunden später darf er wieder essen.

Alternativen zu Katheterablation

Je nach der Art der Herzrhythmusstörung können auch bestimmte Medikamente oder eine Defibrillation als Behandlungsalternative eingesetzt werden.
Bei einer Defibrillation wird durch einen elektrischen Impuls an der Körperoberfläche die elektrische Aktivität des Herzens kurz unterbrochen, wodurch die Herzrhythmusstörung behoben werden kann.

Komplikationen

Es kann zu folgenden Komplikationen kommen:
  • Auslösung von Herzrhythmusstörungen im Rahmen der Katheterablation
  • Einriss des Herzmuskels: Hier gelangt Blut aus dem Herzinneren zwischen Herzbeutel und Herzmuskulatur. Dies wird auch Herzbeutel-Tamponade genannt und ist ein akut lebensbedrohlicher Zustand.
  • Zerstörung des AV-Knotens: Bei der Durchtrennung von Muskelfasern, die in der Nähe des AV-Knotens liegen, kann dieser auch zerstört werden. Dadurch kommt es zu einem AV-Block dritten Grades, wodurch keine elektrische Erregungsüberleitung von den Herzvorhöfen auf die Herzkammern mehr möglich ist. Dies macht eine Herzschrittmacher-Implantation erforderlich.
  • Thrombose
  • Embolie
  • Schlaganfall
  • Infektionen
  • Verletzungen von Gefäßen, Haut und Weichteilen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf die örtliche Betäubung oder andere erforderliche Medikamente
  • Verbrennungen ersten Grades an der Haut nach der Defibrillation: Solche Verbrennungen werden von Hautrötung und Schmerzen begleitet.
Autor: Schmitt, Sabine18.08.2014

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