Kaiserschnitt (Sectio caesarea)

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Methode zu Kaiserschnitt (Sectio caesarea)

Der Kaiserschnitt (Sectio caesarea) ist eine operative Beendigung der Schwangerschaft oder operative Geburt. Während die Methode früher nur bei schwangeren Frauen mit einem erhöhten Geburtsrisiko für Mutter oder Kind angewendet wurde, findet sie heutzutage breitere Anwendung. Jedes dritte Kind kommt mittlerweile per Kaiserschnitt zur Welt, Tendenz steigend.
Viele Frauen wünschen sich einen Kaiserschnitt, da der Geburtstermin planbar ist, sie Geburtsschmerzen vermeiden möchten oder sie gesundheitliche Folgen für sich oder ihr Kind befürchten, wenn sie auf natürlichem Wege entbinden. Dies wird auch "Wunsch-Kaiserschnitt" genannt.

Wann wird ein Kaiserschnitt durchgeführt?

Abgesehen vom Wunsch-Kaiserschnitt ist die Schnittentbindung in verschiedenen Situationen nötig oder möglicherweise vorteilhaft:
  • Querlage oder Beckenendlage des Kindes im Mutterleib
  • Missverhältnis der Größe des Kindskopfes zum Durchmesser des mütterlichen Beckens
  • Beckendeformation der Mutter
  • (Drohender) Riss der Gebärmutter (Uterusruptur)
  • Vorzeitige Lösung des Mutterkuchens
  • Lageanomalie des Mutterkuchens
  • Nabelschnurvorfall
  • Einige Erkrankungen des Kindes oder der Mutter
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Geburtsstillstand, kindliche Notsituationen
  • Mütterliche Erschöpfung.

Wie läuft der Kaiserschnitt ab?

Die schwangere Frau erhält entweder eine Vollnarkose oder eine rückenmarksnahe Betäubung (Periduralanästhesie, Spinalanästhesie). Bei rückenmarksnahen Betäubungen ist die Mutter bei Bewusstsein und kann den Fortgang der Geburt mitbeobachten. Im Bereich des Unterbauchs oberhalb des Schambeins wird ein Querschnitt von 8 bis 15 cm Länge gesetzt. Nach Durchtrennung der Haut, des Fettgewebes und des Bauchfells folgt die Eröffnung der Gebärmutter meist im unteren Bereich des Organs.
Möglich ist eine stumpfe Eröffnung des Organs, die Gefäße und Nerven schont. Ist die Fruchtblase noch intakt, muss diese eröffnet und das Fruchtwasser abgesaugt werden. Am Kopf lässt sich das Baby nun fassen und mit Unterstützung durch leichten Druck auf die Gebärmutter herausziehen. Nach Reinigung der Atemwege des Kindes und der Abnabelung folgt die Entfernung des Mutterkuchens. Anschließend werden der Reihe nach Schicht um Schicht alle Strukturen mit einer Naht verschlossen. Für einige Zeit verbleibt noch eine Drainage, die dem Abfluss des Wundsekrets dient.

Was ist im Vorfeld zu beachten?

Vor dem Eingriff wird die Schamgegend der Frau meist rasiert. Die Frau erhält einen venösen Zugang und einen Blasenkatheter.

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Nach der Operation wird die Mutter noch einige Stunden lang überwacht. Nach etwa zwei Stunden lässt die Betäubung nach, sodass die Frau ihre Beine wieder bewegen kann. In der Regel ist Aufstehen in Begleitung bereits am selben Tag erlaubt. Körperliche Belastung sollte aber in den ersten vier bis sechs Wochen nicht übertrieben werden. Die Wunde wird regelmäßig versorgt, und bei normaler Wundheilung können die Fäden bereits fünf oder sechs Tage nach dem Eingriff gezogen werden.
Nach etwa sechs Wochen ist die Wunde in der Regel verheilt. Die Rückbildung der Gebärmutter geht langsamer vor sich als nach einer natürlichen Geburt. Unterstützend wirkt Stillen und nach Verheilen der Wunde Beckenboden- und Rückbildungsgmnastik.

Alternativen zu Kaiserschnitt (Sectio caesarea)

Komplikationen

Der Kaiserschnitt ist wie jede Operation mit Risiken und Komplikationen besonders für die Mutter verbunden:
  • Wundbedingte Schmerzen
  • Narkoserisiko
  • Blutungen
  • Verletzung von Blase oder Darm
  • Blutungen
  • Infektionen
  • Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose, Embolie)
  • Wundheilungsstörungen
  • Verwachsungen.

Kosten zu Kaiserschnitt (Sectio caesarea)

Die Kosten eines Kaiserschnitts übernimmt die Gesetzliche Krankenkasse (GKV). Ein Kaiserschnitt kostet etwa doppelt soviel wie eine natürliche Geburt.

Daten/Fakten zu Kaiserschnitt (Sectio caesarea)

Vor 15 Jahren waren Kaiserschnitte in Deutschland noch verhältnismäßig selten: Jedes sechste Kind wurde operativ entbunden. Heute hingegen kommt bereits jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Das Risiko, innerhalb von 42 Tagen nach der Schnittentbindung zu sterben, beträgt beim Kaiserschnitt 1 zu 20.000. Das Sterberisiko bei einer normalen Geburt beträgt 1 zu 700.000.

Links zu Kaiserschnitt (Sectio caesarea)

Information Kaiserschnitt
http://www.sectio.de/

Indikation zum Kaiserschnitt - Leitlinie:
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/015-054.html

Vaginalgeburt nach Kaiserschnitt
http://www.vbac.com/
Autor: Hofmann, Julia23.09.2015

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