Zysten an den Eierstöcken

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Wissen zu Zysten an den Eierstöcken

Die Eierstöcke (Ovarien) nehmen im Wesentlichen zwei Funktionen wahr:

  • 1. Aufbewahrung unreifer Eizellen: Diese werden schon im Mutterleib angelegt. Sie werden ab der ersten Regelblutung aktiv und beginnen den monatlichen Zyklus zu durchlaufen. Der Regelzyklus einer Frau beginnt mit dem ersten Tag der Regel und dauert im Allgemeinen um die 28 Tage. Bis zur Hälfte des Zyklus reift das Ei heran und die Gebärmutterschleimhaut bereitet sich auf die Einnistung des befruchteten Eis vor. In der Mitte des Zyklus findet der Eisprung statt, meist zwischen dem 11. und 15. Tag. Das beim Eisprung ausgestoßene Ei wird in den Eileiter geschwemmt und kann dort befruchtet werden. Erfolgt keine Befruchtung des Eis, wird es nach ungefähr weiteren 14 Tagen zusammen mit der aufgebauten Gebärmutterschleimhaut als Regelblutung ausgestoßen. Diese Funktion findet bis zu den Wechseljahren statt.
  • 2. Produktion der weiblichen Geschlechtshormone: Zysten an den Eierstöcken entstehen, wenn das Eibläschen zu groß wird und zur Zeit des Eisprungs nicht platzt. Das Ei wird also nicht in den Eileiter entlassen, sondern verbleibt im Eibläschen. Dieses wächst dann weiter, lagert Flüssigkeit ein und kann durch seine Größe Schmerzen verursachen. Eine Zyste hat sich gebildet. Zysten am Eierstock können kirschkern- bis orangengroß sein, aber auch bis zur Größe eines Kindskopfes kommen sie vor. Eierstockzysten treten eher bei Frauen in den fruchtbaren Jahren auf.

Ursachen

Im Eierstock (Ovar) reift in jedem Zyklus ein Eibläschen (Follikel) heran, welches beim Eisprung platzt und ein für das Auge nicht sichtbares Ei entlässt. In manchen Zyklen erfolgt kein Eisprung, in anderen wiederum reifen mehrere Eier heran. Gelegentlich wächst ein Eibläschen allerdings immer weiter, ohne zum rechten Zeitpunkt zu platzen.

Diagnose zu Zysten an den Eierstöcken

Zur Diagnostik von Ovarialzysten werden eine gynäkologische Untersuchung (klinische Tastuntersuchung) sowie gegebenenfalls eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) durchgeführt . Ergänzend können Computertomografie (CT) oder Kernspintomografie (MRT) hilfreich sein. Bei unklarem Befund kann eine diagnostische Bauchspiegelung (Laparoskopie) nötig sein, wobei diese letztlich auch zur Therapie genutzt werden kann. Mit der Spiegelung des Bauchraumes kann auch festgestellt werden, welche Ursache für die Zyste vorliegt.

Symptome
Bei Zysten gibt es oft keine speziellen Symptome. Das Vorhandensein von Zysten wird häufig erst durch sichtbare oder funktionelle Veränderungen betreffender Körperbereiche entdeckt. Bei einer Ovarialzyste kann sich dies in Form einer Zyklusstörung bemerkbar machen. Dabei treten schmerzhafte Regelblutungen (Dysmenorrhoe) auf. Unerklärliche Blutungen nach den Wechseljahren können auch ein Indiz für eine Hormonstörung im Bereich des Eierstocks sein.

Weitere Symptome können sein:
  • Schmerzen im Unterleib oder beim Stuhlgang, gelegentlich auch Rückenschmerzen
  • Fremdkörpergefühl im Unterleib
  • körperliches Unbehagen
  • Stuhlgangsprobleme wie Verstopfung (Obstipation)

Manche Zysten werden erst durch eintretende Komplikationen wie Stieldrehung, Zerreißung, Infektion oder Wasseransammlung festgestellt.

  • Bei der Stieldrehung dreht sich die Zyste um ihre eigene Achse und klemmt die den Eierstock versorgenden Gefäße ab, was zu Übelkeit, Schmerzen, Schweißausbrüchen, Erbrechen und schnellem Puls führen kann.
  • Wasseransammlung (Hydrops) im Bauchraum, bei fortgeschrittenem Wachstum der Zyste ebenfalls im Brustkorb
  • Zerreißung (Ruptur) der Zyste
  • Entzündung (Infektion) der Zyste

Behandlung zu Zysten an den Eierstöcken

Die Behandlung richtet sich nach der Art, Größe und Beschaffenheit des Befundes. In der Regel wird bei jungen Frauen erst einmal abgewartet, wie sich die Zysten entwickeln. Veränderungen werden durch regelmäßige Ultraschalluntersuchungen überwacht. Wenn sich die Zysten nicht nach einigen Monatsblutungen von selbst zurück bilden, kann mit Hormonen wie Gelbkörperhormon oder Pille nachgeholfen werden.

Ist der Befund auffällig, wird eine Gewebeentnahme zur genaueren Untersuchung erfolgen. Dies ist ambulant durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) möglich, bei der unter Vollnarkose durch drei kleine Schnitte ("Knopflochchirurgie") operiert wird. Das Verfahren ist nicht so eingreifend wie eine Operation, bei der der Bauchraum geöffnet werden muss. Allerdings kann ein Bauchschnitt nötig werden, wenn die Zyste sehr groß ist oder ein Verdacht auf eine bösartige Wucherung besteht.

Prognose
Da bei jüngeren Frauen Eierstockzysten meist eine funktionelle Ursache haben, wird dort zunächst abgewartet und mit engmaschigen Ultraschalluntersuchungen die Entwicklung kontrolliert. Oft verschwinden die Zysten in den nächsten Zyklen dann von selbst.

Links zu Zysten an den Eierstöcken

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Dr. Karin Stahl
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe im Prosper-Hospital Recklinghausen
Zysten an den Eierstöcken
Autor: Bauer, Jana23.12.2014

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