Vaskuläre Demenz

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Wissen zu Vaskuläre Demenz

Der Begriff Demenz steht allgemein für nachlassende geistige Fähigkeiten als Folge einer Hirnschädigung. Bei der vaskulären Demenz sind Durchblutungsstörungen im Gehirn die Ursache von Hirngewebeschädigungen. Der Begriff vaskulär bedeutet soviel wie gefäßbedingt. Zugrunde liegt eine Schädigung von Hirngefäßen, die das Nervengewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Die Schädigung kann ein größeres Hirngefäß betreffen oder an vielen kleinen Gefäßen im Gehirn vorkommen. Sind größere Gefäße betroffen, kommt es zu einem Hirninfarkt und in der Folge möglicherweise zu körperlichen und geistigen Einschränkungen im Sinne einer Demenz.Ssind viele kleiner Gefäße betroffen, spricht man von Multi-Infarkt-Demenz. Die Patienten sind in ihren kognitiven Fähigkeiten, also ihrem Erkennen, Denken und Beurteilen eingeschränkt. Auffällig werden Betroffene z.B. durch Orientierungs- oder Wahrnehmungsstörungen, später häufig auch durch Persönlichkeitsveränderungen.
Zugunde liegt meist eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Betroffen sind demnach häufig Menschen mit Vorerkrankungen, die als Risikofaktor für eine Gefäßverkalung gelten. Dies sind z.B. Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörungen.

Gefäßverschlüsse im Gehirn können auch entstehen, wenn Menschen unter einem unregelmäßigen Herzrhythmus (vor allem Vorhofflimmern) leiden, denn die Bluttransportstörung im Herz führt zur Bildung von Blutgerinnseln, die ein Hirngefäß verlegen können.
Die vaskuläre Demenz ist nach der Alzheimer- Demenz die zweithäufigste Demenzerkrankung. Das Risiko an einer vaskulären Demenz zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter. Das Risiko von Männern, im Laufe des Lebens an einer vaskulären [[Demenz)) zu erkranken ist doppelt so hoch wie das von Frauen.

Ursachen
Das Gehirn bedarf der ständigen Versorung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Durchblutung ist über die Hirnschlagadern und ihren kleinsten Aufzweigungen gewährlweistet. Kommt es etwa im Rahmen der Arterienverkalkung (Arteriosklerose) zu Schädigungen der Gefäße, entstehen Durchblutungsstörungen, sodass Hirngewebe geschädigt wird und zugrunde geht.
Die Risikofaktoren der Arteriosklerose und damit der vaskulären Demenz sind Lebensalter, Bluthochdruck, Rauchen, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und erhöhte Blutfettwerte. Auch einige Herzerkrankungen wie Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen können das Risiko einer vaskulären Demenz erhöhen, da es zu Gefäßverschlüssen im Gehirn kommen kann.


Diagnose zu Vaskuläre Demenz

Nicht immer fällt den Betroffenen selbst oder anderen Personen die häufig schleichende Veränderung der geistigen Fähigkeiten auf. Orientierungsstörungen, Wortfindungsstörungen, Gedächtnisverlust, Sehstörungen, Taubheitsgefühle oder gar Lähmungen sollten Anlass sein, sofort einen Arzt einzubeziehen. Dieser wird den Patienten und die Angehörigen nach Beschwerden und der Krankheitsgeschichte befragen. Er wird zudem nach Risikofaktoren der Arteriosklerose wie Bluthochdruck und Zuckerkrankheit Diabetes mellitus oder Rauchen fragen. Bei dem Verdacht auf eine Demenz kann der Arzt dann auch zum Facharzt, dem Neurologen oder Psychiater überweisen. Zudem gibt es in einigen Kliniken spezielle Sprechstunden, die auf Gedächtnisstörungen spezialisiert sind.

Es folgt eine internistische und neurologische Untersuchung sowie bei Verdacht gegebenenfalls Zusatzuntersuchungen. Dazu gehören:
  • Blutprobe: Das Blut gibt Hinweise auf Stoffwechselstörungen wie Fettstoffwechsel- und Zuckerstoffwechselstörungen.
  • Erstellung eines Elektrokardiogramms (EKG): Es lassen sich Herzrhythmussztörungen (vor allem Vorhofflimmern) erkennen.
  • Ableitung der Gehirnströme über eine Elektro-Enzephalographie (EEG): Sie kann Hinweise über den Fortschritt des dementiellen Prozesses liefern und ist auch angezeigt, wenn es etwa zu epileptischen Anfällen kommt.
  • Doppler- und Duplexsonographie der Hals- und Hirngefäße: Mit dieser Ultraschalluntersuchung lassen sich Gefäßverengungen und der Grad der Arteriosklerose einschätzen.
  • Computer-Tomografie- oder Kernspin-Tomografie (CT, MRT): Es lassen sich größere und kleinere Schädigungen des Hirngewebes erkennen.

Symptome
Die vaskuläre Demenz ist eine schleichende Krankheit, sodass anfängliche Symptome vielleicht nicht bemerkt oder anders einordnet werden. Zu Beginn spürt der Betroffene oft selbst, dass etwa nicht stimmt. Auch körperliche Beschwerden und neurologische Auffälligkeiten, die bei der vaskulären Demenz häufig auftreten, werden vielleicht heruntergespielt. Zudem verschwindet mit der Verschlechterung des Zustandes häufig auch das Bewusstsein für die Beschwerden.
Zu Beginn der vaskulären Demenz kommt es oft zu neurologischen Beschwerden wie Gangunsicherheit, Koordinationsstörungen, Sensibilitätsstörungen oder gar Lähmungen als Hinweis auf einen Verschluss von Hirngefäßen. Neurologische Symptome sind ein Unterscheidungsmerkmal zur Abgrenzung gegen die Alzheimer-Demenz. Auffallen können auch Orientierungs- und Gedächtnisstörungen. Vergesslichkeit, Denkprobleme und Orientierungstörungen können auch einfache alltägliche Dinge zu einem kaum lösbaren Problem werden lassen. Manche Betroffene entwickeln Unruhezustände. Verändert sein kann auch die Stimmung. Einige Betroffene sind affektlabil, d.h die Stimmung ändert sich rasch, aber auch Depressionen sind möglich. Meist später kommt es auch zu Persönlichkeitsveränderungen.

Die geistige Leistungsfähigkeit kann von Tag zu Tag schwanken. Dies gilt als weiteres Unterscheidungsmerkmal zur Alzheimer-Krankheit.
Einzelne Symptome sind aber nicht beweisend für eine Demenz und können immer auch eine andere Ursache wie Stoffwechselsstörungen haben.

Behandlung zu Vaskuläre Demenz

Ist das Hirngewebe geschädigt gilt es weiteren Beeinträchtigungen vorzubeugen und das Fortschreiten der ursächlichen Arteriosklerose zu verhindern oder zu verlangsamen. Dafür müssen alle Gefäßrisikofaktoren der Arteriosklerose bekannt sein, um diese zu reduzieren oder gar zu beseitigen. Für die Behandlung der Gefäßkrankheit stehen eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten zu Verfügung. Um dem geistigen Abbau entgegenzuwirken sind zudem Kombinationen aus Krankengymnastik Physiotherapie, Beschäftigungstherapie (Ergotherapie), Sprachtraining (Logopädie), Musiktherapie, spezielle Gedächtnisstrainings und Psychotherapien von Bedeutung.

Medikamente bei Arteriosklerose: Aufgrund der Arteriosklerose verschreibt der Arzt möglicherweise Medikamente. die die Blutgerinnung beeinflussen. Acetylsalizylsäure oder Clopidogrel verbessern durch Hemmung der Blutplättchen die Fließfähigkeit des Blutes. Bei Herzrhythmusstörungen wie einer absoluten Arrhythmie mit Vorhofflimmern ist eine stärkere blutverdünnende Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten (Cumarine) notwendig. Die verbesserte Fließfähigkeit des Blutes soll die Bildung von Blutgerinnseln verhindern, da diese ein Blutgefäß im Gehirn verlegen können.
Daneben ist ein Bluthochdruck (Hypertonie) oder eine Fettstoffwechselstörung wie auch eine Blutzuckerstoffwechselstörung (Diabets mellitus) medikamentös zu behandeln.
Das Voranschreiten der Demenz selbst kann möglicherweise besonders zu Beginn und bei noch nicht zu weit fortgeschrittener Krankheit mit Acetylcholinesterase-Hemmern vorübergehend aufgehalten werden. Dieses Medikament verbessert den Signalaustausch zwischen den Nervenzellen durch eine höhere Verfügbarkeit des Nervenbotenstoffs Acetylcholin.

Veränderungen der Lebensgewohnheiten: Um eine Arteriosklerose aufzuhalten, sind darüberhinaus Lebensgewohnheiten zu verändern. Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion, regelmäßige Bewegung und das Aufgeben des Rauchens sind ebenso bedeutsam wie eine medikamentöse Behandlung.

Prognose
Die vaskuläre Demenz senkt zwar die Lebenserwartung, da häufig weitere Gefäße von Organen wie die Herzgefäße verengt sind, doch ist die Krankheit durch die Beeinflussung der Risikofaktoren für Arteriosklerose behandelbar. Nicht immer schreitet die Krankheit etwa wie die Alzheimer-Demenz ungebremst und zwangsläufig fort. Bei entsprechender Behandlung können noch viele Jahre eines befriedigenden Lebens folgen. Eine medikamentöse Behandlung und ein gesunder Lebensstil mit Aussachalten von Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, erhöhte Blutfette, Rauchen und Bewegungsmangel schützen das Gehirn.

Selbsthilfe zu Vaskuläre Demenz

Eine Demenz ist nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für dessen Angehörige sehr belastend. Im Idealfall unterstützen Familie und Angehörige den Patienten in seinem Alltag. Dafür ist es wichtig sich über die Erkrankung zu informieren. Auch Selbsthilfegruppen können Familienangehörigen unterstützend zur Seite stehen.
Für Patienten selbst, besonders bei noch nicht weit fortgeschrittener Demenz, ist eine veränderte Lebensweise und die Behandlung von Krankheitsrisikofaktoren bedeutsam, denn es gilt die Demenz aufzuhalten. Auch die geistige Forderung im Rahmen der Möglichkeiten hilft, die geistigen Fähigkeiten zu erhalten.

Daten/Fakten zu Vaskuläre Demenz

Nach einem Schlaganfall entwickelt bei bis zu einem Drittel der Betroffenen eine vaskuläre Demenz. Allerdings kann es auch zu Symptomen kommen, wenn kleinere Schlaganfälle unbemerkt blieben.
Insgesamt sind in Deutschland über eine Million Menschen an einer Demenz erkrankt, Tendenz steigend. Zwei Drittel der Patienten leiden unter einer Alzheimer-Demenz, am zweithäufigsten ist die vaskuläre Demenz.

Links zu Vaskuläre Demenz


Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Familie: Vaskuläre Demenz - Die zweithäufigste Demenzform. http://www.wegweiser-demenz.de/vaskulaere-demenz.html

Patienteninformation der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM)
http://leitlinien.degam.de/uploads/media/Patinfo_Demenz_002.pdf

Autor: Hofmann, Julia18.03.2012

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