Uveitis (Entzündung der Gefäßhaut des Auges)

WissenDiagnoseBehandlungSelbsthilfeDaten/FaktenLinks

Wissen zu Uveitis (Entzündung der Augengefäßhaut)

Die Uveitis ist eine entzündliche Gefäßhauterkrankung des Auges (Uvea).

Unter dem Krankheitsbegriff sind Entzündungen aller Bestandteile der Gefäßhaut zusammengefasst:
  • der Regenbogenhaut (Iris)
  • der Aderhaut (Chorioidia)
  • des Strahlenkörpers (Ziliarkörper)
Die Aderhaut liegt im hinteren Bereich des Auges, genauer zwischen Lederhaut und Netzhaut. Sie kleidet den Augapfel innen aus. Ihre Aufgabe besteht in der Versorgung der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen.
Entsprechend des von der Entzündung betroffenen Bereiches handelt es sich um eine Iritis, Iridozyklitis oder Chorioiditis. Auch die Netzhaut kann mitbetroffen sein (Retinitis). Doch können auch alle Anteile der Aderhaut entzündet sein (Panuveitis).
Sind Regenbogenhaut und Strahlenkörper betroffen, ist dies eine vordere Form der Uveitis. Sind Aderhaut und Netzhaut betroffen, handelt es sich um die hintere Form der Uveitis.
Eine Uveitis kann in jedem Alter auftreten, kann sich durch Symptome bemerkbar machen, aber auch schleichend verlaufen, sodass Symptome kaum bemerkt werden. Besonders bei der hinteren Form der Entzündung verläuft die Sehverschlechterung oft schleichend und ohne Schmerzen. Möglich ist ein einmaliges Auftreten, aber auch das wiederholte Auftreten der Entzündung. Daneben gibt es schubhafte Verläufe.

Ursachen

Eine Uveitis kann durch Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten ausgelöst werden. Aber auch nichtinfektiöse Ursachen wie etwa rheumatische Erkrankungen und Autoimmunkrankheiten können Auslöser sein.

Beispiele für infektiöse Ursachen:

Beispiele für Erkrankungen:
Bei 80 Prozent der Betroffenen bleibt die Ursache allerdings unklar.

Diagnose zu Uveitis (Entzündung der Augengefäßhaut)

Die Beschwerden und die Krankengeschichte können bereits Hinweise auf die Erkrankung liefern. Mit der Spaltlampenuntersuchung lässt sich der vordere Augenabschnitt untersuchen. Augenhintergrunduntersuchungen wie die Ophthalmoskopie ergeben die Diagnose.
Da mit einer Uveitis auch allgemeine Erkrankungen und Infektionen in Verbindung stehen können, sind möglicherweise weitere Maßnahmen wie Blutuntersuchung und spezielle Abklärungen von Organen oder Gelenken nötig.

Symptome

Besonderes die vordere Form der Uveitis löst Beschwerden aus, während die mittlere beziehungsweise intermediäre und hintere Form oft schleichend und unbemerkt verläuft. Es kann nur ein Auge betroffen sein.

Die vordere Uveitis kann sich durch folgende Symptome bemerkbar machen:
  • Augenrötung
  • tränende Augen
  • Blendempfindlichkeit
  • verschwommenes Sehen
  • stechende Augenschmerzen
Bei dazwischen liegenden und hinteren Formen der Erkrankung kommt es möglicherweise zur schleichenden Sehverschlechterung. Das Auge ist meist nicht gereizt und es bestehen keine Schmerzen.

Behandlung zu Uveitis (Entzündung der Augengefäßhaut)

Kann eine Ursache der Uveitis ausgemacht werden, steht deren Behandlung im Vordergrund. Infektionen lassen sich gezielt mit Antibiotika, Virustatika oder Antipilzmitteln behandeln. Häufig erhalten Betroffene zusätzlich lokal antientzündliches Kortison. Eine medikamentöse Weitstellung der Pupille verhindert ein Verkleben der Regenbogenhaut.
Kommt es im Rahmen der Entzündung zu einem erhöhten Augeninnendruck, senken Augentropfen den Druck. Kortison in Tablettenform erhalten Erkrankte mit zugrundeliegenden Autoimmunerkrankungen. Grundsätzlich kann Kortison in Form von Tropfen, Spritzen oder Tabletten verabreicht werden. Dies hängt unter anderem vom Ort und der Art der Gefäßhautentzündung ab. Hilft Kortison bei Vorliegen einer Autoimmunerkrankung nicht ausreichend, kommen das Immunsystem beeinflussende Medikamente zum Einsatz. Manchmal sind auch Operationen notwendig.

Prognose

Tritt die Uveitis wiederholt oder gar chronisch auf, ist das Risiko von Komplikationen erhöht. Dies sind möglicherweise:
  • Verklebungen der Regenbogenhaut
  • Anstieg des Augeninnendrucks (Glaukom)
  • Trübung der Augenlinse (Katarakt)
  • Trübung des Glaskörpers
  • Schwellung der Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens (Makulaödem)
  • Netzhautablösungen
Eine Langzeitbehandlung der Uveitis mit Kortison erhöht das Risiko eines erhöhten Augeninnendrucks und einer Linsentrübung.

Selbsthilfe zu Uveitis (Entzündung der Augengefäßhaut)

Bereits geringe Symptome und Veränderungen des Sehens sollten ernst genommen werden. Verschwinden gerötete Augen nicht von selbst innerhalb von zwei Tagen, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Besonders Kinder im Vorschul- und frühen Schulalter nehmen eine Veränderung im Bereich des Sehens oft nicht wahr, gerade, wenn der Prozess schleichend ist. Deshalb ist die Uveitis im Kindesalter manchmal eine Zufallsdiagnose.

Daten/Fakten zu Uveitis (Entzündung der Augengefäßhaut)

Zahlen zur Häufigkeit der Uveitis sind nicht klar vorhanden. Die Deutsche Uveitis Arbeitsgemeinschaft e. V. schätzt, dass in Deutschland zwischen 400.000 und 500.000 Menschen betroffen sind.
Rund zehn Prozent dieser Menschen sind Kinder. Chronische Entzündungen der Gefäßhaut sind weltweit die dritthäufigste Erblindungsursache. In bis zu 80 Prozent der Fälle bleibt die Ursache einer Uveitis ungeklärt.

Links zu Uveitis (Entzündung der Augengefäßhaut)

Deutsche Uveitis Arbeitsgemeinschaft e. V.
Geschäftsstelle DUAG e.V.
Forsthausstrasse 6
35792 Löhnberg
Tel: 06471 - 980 57
Fax: 06471 - 980 58
E-Mail: duag-ev@web.de
http://www.duag.org

Auge-online
http://www.auge-online.de

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.
Rungestraße 19
10179 Berlin
Tel: 030 - 285 387 0
Fax: 030 - 285 387 200
E-Mail: info@dbsv.org
http://www.dbsv.org



Autor: Hofmann, Julia09.11.2016

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: