Typhus

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Wissen zu Typhus

Unter Typhus wird eine schwere Allgemeinkrankheit verstanden, die von bestimmten Bakterien – den Salmonellen – ausgelöst und über mehrere Wochen hinweg von massiven Durchfällen und Fieber begleitet wird. Hauptsächlich erkranken Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren an Typhus. Unbehandelt führt die Krankheit in einem Fünftel aller Fälle zum Tod. Unter der richtigen Therapie sinkt die Sterblichkeitsrate unter ein Prozent.
Unterschieden wird zwischen dem gefährlichen „Bauchtyphus” (Typhus abdominalis) und der etwas leichter verlaufenden „typhusähnlichen Krankheit” (Paratyphus). Das Risiko, an Typhus zu erkranken, besteht vor allem in warmen und zugleich infrastrukturell unterentwickelten Regionen der Erde – hauptsächlich in Afrika, Südostasien und Südamerika.
Diese Gebiete werden durch mangelhafte hygienische Zustände charakterisiert, die den für die Krankheitsverbreitung verantwortlichen Keimen ideale Verbreitungsmöglichkeiten bieten, vor allem in Form von verseuchtem Trinkwasser. 
Typhus gehört in Deutschland zu den meldepflichtigen Krankheiten, gegen die man sich – etwa vor Auslandsreisen – entweder durch eine Schluckimpfung oder durch eine Injektionsimpfung schützen kann. Typhus darf nicht mit dem in deutschen Sprachraum verbreiteten „Fleckfieber” verwechselt werden (frühere Bezeichnung: Typhus levissimus.

Diagnose zu Typhus

Bei Typhus und typhusähnlicher Krankheit besteht häufig die Gefahr der Verwechslung mit grippalen Infekten oder Malaria. Ein sicherer Nachweis ist nur durch die Laboruntersuchung der weißen Blutkörperchen möglich.
Zudem lassen sich die Erreger direkt im Blut, Knochenmark, Harn und Stuhl feststellen. Nicht zuletzt werden nach einer Erkrankung mit Typhus spezielle Antikörper gebildet. 
Die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch – also die Inkubationszeit – beträgt je nach Keimbefall bei Typhus zwischen drei und 60 Tagen; bei der typhusähnlichen Krankheit reduziert sich die Inkubation auf ein bis zehn Tage. 

Der Krankheitsverlauf geht mit folgenden Anzeichen einher: 
  • Mattigkeitsgefühl, Kopfschmerzen, Husten und Verstopfung, begleitet von Fieber, das über sieben Tage schubweise ansteigt und schließlich bis zu 41° C betragen kann. Dieser Maximalwert hält in der Regel über vier Wochen an.
  • Zugleich verlangsamt sich der Herzschlag, die Zahl der weißen Blutkörperchen reduziert sich deutlich und die Milz schwillt an. Andere innere Organe wie die Leber können ebenfalls betroffen sein; bisweilen treten Bewusstseinstrübungen auf. In Extremfällen kann es zu Darmblutungen, Geschwürbildung und anderen, schweren Begleiterscheinungen kommen. 
  • Neben einem blassroten, fleckigen, etwa einen Millimeter großen, runden Hautausschlag – beschränkt auf Bauch, Brust und Rücken – äußert sich Typhus auch durch die „Typhuszunge” (gekennzeichnet durch einen grau-weißlichen Belag, mit Ausnahme der Zungenspitze und -ränder). 
  • Nach circa 14 Tagen kommt es oftmals zu erbsbreiartigem Durchfall; dieses Symptom kann aber auch ausbleiben. Vier Wochen nach dem Ausbruch der Krankheit bessert sich der Allgemeinzustand der Kranken schrittweise. 
Der Beginn der typhusähnlichen Krankheit wird von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Hinzu kommen wässriger Durchfall, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen, Fieber, oftmals Schüttelfrost. Rötliche Flecken befallen bei der typhusähnlichen Krankheit den gesamten Körper.

Behandlung zu Typhus

Typhus und Paratyphus sind schwere Krankheiten, die den Körper vor eine enorme Belastungsprobe stellen, vor allem auf Grund des bedeutenden Flüssigkeitsverlustes. Die möglichst frühzeitig einsetzende Behandlung mit Antibiotika (Ciprofloxacin, Ceftriaxon, Trimethoprim-Sulfamethoxazol, Ampicillin) hat daher Priorität; im Idealfall wird sie über zwei bis drei Wochen aufrecht erhalten.
Der symptomatische, starke Wasser- und Mineralstoffverlust des Körpers muss im Rahmen der Therapie ebenfalls ausgeglichen werden. Ein möglichst hoher Hygienestandard ist ebenfalls unerlässlich, denn nur so lässt sich die Keimübertragung über Kontaktpersonen unterbinden.
Deshalb sollten die Kranken isoliert und deren Kleidungsstücke penibel desinfiziert werden. Leiden die Betroffenen zusätzlich unter Gallensteinen, können sich Salmonellen in der Gallenblase ansiedeln, von wo aus immer wieder geringe Mengen dieser Keime mit dem Stuhl ausgeschieden werden – auch nach der Genesung.
Die Betroffenen werden auf diese Weise zu „Dauerausscheidern” und damit zu einer gefährlichen Infektionsquelle. In solchen Fällen erscheint es ratsam, die Gallenblase zu entfernen.

Prognose

Werden die Kranken nicht behandelt, kann die Sterblichkeit bei bis zu fünf Prozent liegen – abhängig von Alter und Gesamtbefinden. Hingegen sind die Genesungs-Chancen bei Typhus sehr gut, sofern Antibiotika verabreicht werden und der Wasserverlust ausgeglichen wird. Paratyphus verläuft meist wie eine leichte bis mittelschwere Typhuskrankheit.

Selbsthilfe zu Typhus

Typhus und typhusähnliche Krankheit (mit Ausnahme des in Europa noch anzutreffenden Parathypus B) treten in Deutschland eigentlich nur noch dann auf, wenn sie zuvor durch Reisende, die Hochrisikogebiete aufgesucht haben, eingeschleppt wurden.

Deshalb ist es wichtig, bei Reisen in von Typhus oder der typhusähnlichen Krankheit heimgesuchten Regionen bestimmte Vorbeugemaßnahmen zu ergreifen und eine Infektion zu vermeiden: 
  • Die Krankheitserreger – Salmonellen – sind an den Menschen als Wirt gebunden und werden in der Regel durch verseuchtes Trinkwasser und/oder verseuchte Nahrungsmittel übertragen. Dazu müssen Trinkwasser beziehungsweise Nahrungsmittel mit Stuhlresten von Menschen in Kontakt gekommen sein, die entweder akut an Typhus oder der typhusähnlichen Krankheit leiden oder nach einer überstandenen Infektion selbst und oft unbemerkt zu „Dauerausscheidern” von Erregern geworden sind.
  • Benutzen Sie in Hochrisikoregionen nur abgekochtes Wasser zum Trinken und Zähneputzen. Meiden Sie Salate, ungeschältes Obst und andere Rohkost; ebenso Eiswürfel in Getränken sowie Meeresfrüchte in sämtlichen Restaurants und Hotels, da sich die Krankheitserreger bevorzugt in Muscheln und Schalentieren ansammeln. 
  • Erhöhen Sie während Ihres Aufenthalts den Säuregehalt Ihres Körpers durch Medikamente, Zitronenlimonade oder Colagetränke, da die Krankheitserreger vom sauren Milieu des Mageninneren zum großen Teil abgetötet werden. 
Als Reiseimpfung wird eine Schluckimpfung empfohlen, die vor der Ansteckung schützen soll, zumindest aber für einen leichteren Krankheitsverlauf sorgt. Daneben kann auch eine Impfung in Anspruch genommen werden, die per Injektion verabreicht wird und einen etwa dreijährigen Schutz bewirkt.

Daten/Fakten zu Typhus

Ein paar Zahlen:
  • jährliche Neu-Erkrankungen weltweit: ca. 22 Millionen
  • jährliche Neu-Erkrankungen in Deutschland: ø 50 bis 100 jährlich
  • Todesfälle weltweit: 200.000

Links zu Typhus

Robert Koch Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
http://www.rki.de/Typhus
Autor: Bertrams, Reimund15.11.2016

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