Tuberkulose (Schwindsucht)

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Wissen zu Tuberkolose (Schwindsucht)

Die Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die von den Erregern Mycobacterium tuberculosis und Mycobacterium bovis (anderer Stamm des gleichen Erregers) ausgelöst wird. Letzterer ist der Erreger der Rindertuberkulose, die in den industrialisierten Ländern kaum noch vorkommt.
Die Verursachung durch übertragbare Erreger wurde 1882 durch Robert Koch bewiesen. Nachfolgend wurde die Tuberkulose zu einer der am meisten studierten menschlichen Erkrankungen.
Die krankmachende Eigenschaft der Tuberkelbakterien beruht auf ihrer Fähigkeit, in Fresszellen zu überleben und sich dort auch zu vermehren. Ein gut funktionierendes Immunsystem erkennt die befallenen Körperzellen und bekämpft sie.
Bei einem gestörten Immunsystem kann eine Ausbreitung der Infektion die Abwehr empfindlich schwächen.

Folgende Zustände können eine Ausbreitung der Infektionen begünstigen:
Bei guter Abwehrlage bildet der Körper zur Eindämmung der Infektion sogenannte Granulome (Knötchen), die abheilen und verkalken. In den verkalkten Granulomen können jedoch Tuberkelbakterien jahrelang überleben und bei Schwächung der körpereigenen Krankheitsabwehr eine Tuberkuloseerkrankung auslösen.
Mit dem Tuberkulintest, bei dem gereinigte abgetötete Bestandteile des Bakteriums in die Haut gespritzt werden, kann festgestellt werden, ob bereits einmal Kontakt mit dem Tuberkuloseerreger bestand. In diesem Fall kommt es nach zwei bis drei Tagen zur Ausbildung einer mindestens sechs Milimeter durchmessenden tastbaren entzündlichen Verdickung an der Einspritzstelle.
In seltenen Fällen kann im höheren Alter ein Test trotz früherer Erstinfektion bei zwischenzeitlich abgestorbenen abgekapselten Erregern wieder negativ werden.
Die Übertragung der Tuberkulose erfolgt mittels Tröpfcheninfektion, also durch Anhusten, Anniesen oder den Austausch von Speichel von Mensch zu Mensch. Die Zeitspannen vom Kontakt mit dem Überträger bis zum Erkranken des Empfängers beträgt vier bis zwölf Wochen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch mit intaktem Abwehrsystem nach der Infektion erkrankt, beträgt fünf Prozent. Bei AIDS-Patienten beträgt sie bereits zehn Prozent jährlich. Auch viele weitere, das Abwehrsystem schwächende Faktoren erhöhen die Gefahr, an einer Tuberkulose zu erkranken oder eine erneute Aktivierung einer früheren abgekapselten TBC zu erleben.
Das Krankheitsbild kann viele Organe betreffen, beginnt jedoch meist als Lungentuberkulose, die mit erheblichen Allgemeinsymptomen einhergehen kann. Die Erkrankung verläuft unbehandelt in mehreren Ausbreitungsgraden der Lunge.

Diagnose zu Tuberkolose (Schwindsucht)

Eine Tuberkulose kann bei geschilderter Symptomatik und typischem Röntgenbild der Lunge sicher nachgewiesen werden. Durch einen Keimnachweis wird ausgehusteter Schleim (Sputum) und mit einer Lungenspiegelung gewonnenes Sekret und Magensaft untersucht.
Die Magensaftprobe wird morgens nüchtern mit einer dünnen Magensonde gewonnen, in der Annahme, dass hochgehustete Keime runtergeschluckt worden und somit im Magen nachweisbar sind.
Das Tuberkulosebakterium kann bei hoher Keimzahl sofort nach Anfärbung mikroskopisch gesehen, muss aber zur sicheren Identifizierung der Art angezüchtet werden. Dieses Vorgehen nimmt mehrere Wochen in Anspruch. Der Tuberkulintest kann bei frischer Infektion in den ersten acht Wochen fälschlicherweise negativ ausfallen.

Symptome

Die Anzeichen einer Lungentuberkulose sind uncharakteristisch. In zehn Prozent der Fälle handelt es sich um eine Zufallsdiagnose ohne Beschwerden des Betroffenen.

Im typischen Fall bestehen:
  • anhaltendes Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Gewichtsabnahme
  • Nachtschweiß bei – trotz Behandlung – andauerndem Husten mit blutigem Auswurf.
Tuberkulose kann auch zunächst den Darm befallen, wobei dies seit Ausrottung der Rindertuberkulose selten geworden ist.
Tuberkelbakterien können auch über die Haut in den Körper gelangen und an der Eintrittsstelle zu einem Infektionsherd führen.
Die Krankheit kann sich von dem erstbefallenen Organ aus in viele andere Organe ausbreiten und dort ein Krankheitsbild auslösen, wie im Bereich der Urogenitalorgane, der Knochen, Gelenke, des Zentralnervensystems, der Haut, des Bauchfells und der Augen.

Behandlung zu Tuberkolose (Schwindsucht)

Die Tuberkulose wird mit einer Kombination aus mehreren Medikamenten behandelt. Begonnen werden sollte mit einer Vierfachkombination von Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol, um das Risiko eines Unwirksamwerdens des Medikaments so klein wie möglich zu halten.
Die Viererkombination muss über zwei Monate eingenommen werden, danach wird auf eine Zweierkombination (Isoniazid und Rifampicin) reduziert, die für weitere vier Monate fortgeführt werden sollte.
Abweichungen hiervon gibt es bei Befall anderer Organsysteme wie dem Zentralnervensystem oder bestehenden Allergien, wobei die Therapie dann wesentlich länger und anders zusammengesetzt vorgenommen wird.

Prognose

Die Prognose ist abhängig von den die Abwehr schwächenden Begleiterkrankungen. Bei sonst Abwehr-Gesunden ist sie sehr gut. Entscheidend ist der frühzeitige Beginn mit einer wirksamen Therapie und eine ausreichend lange Durchführung.
Eine aktive Impfung (BCG= Bacille Calmette Guerin) wird in Deutschland nicht mehr empfohlen, da sie nicht sicher wirksam ist, zudem Nebenwirkungen hat und die TBC in Deutschland nur selten auftritt.

Daten/Fakten zu Tuberkolose (Schwindsucht)

In Deutschland erkranken jährlich rund 8,9 von 100.000 Menschen an Tuberkulose. Jährlich kommt es in Westeuropa zu 520 Tuberkulose-Erkrankungsfällen pro 100.000 Einwohnern. in Afrika und Asien sind es über 1.000 aus 100.000!
Die Tuberkulose ist in den unterentwickelten Ländern mit drei Millionen Toten jährlich eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Die Resistenz der TBC gegen viele Tuberkulosemedikamente nimmt zu.

Links zu Tuberkolose (Schwindsucht)

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
http://www.rki.de/Tuberkulose
Autor: Schmitt, Sabine15.11.2016

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