Trigeminusneuralgie

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Wissen zu Trigeminusneuralgie

Die Trigeminusneuralgie ist eine schmerzhafte Nervenerkrankung im Gesicht. Betroffen ist der Trigeminusnerv der rechten oder linken Gesichtshälfte. Der Nerv leitet Gefühlsempfindungen des Gesichts an das Gehirn. Er ist der fünfte von zwölf Hirnnerven.

Bei der Trigemnusneuralgie kommt es zu heftigsten blitzartig einschießenden Schmerzen, die meist einseitig und rechts lokalisiert sind. Selten sind auch beide Nerven betroffen. Die Schmerzattacken halten meist nur kurz an, können sich aber mehrfach täglich wiederholen. Tritt die Neuralgie ohne erkennbare Ursache auf, spricht man von primärer oder auch idiopathischer Trigemnisneuralgie. Kommt die Neuralgie im Rahmen einer anderen Erkrankung, wie etwa der Multiplen Sklerose oder nach einem Schlaganfall vor, spricht man von sekundärer oder symptomatischer Trigemnusneuralgie.

Meist sind Menschen über 40 Jahre von einer Trigemnusneuralgie betroffen. Bei einer zugrundeliegenden Multiplen Sklerose sind die Betroffenen oft deutlich jünger. Es erkranken mehr Frauen als Männer. Auslösend sind häufig sogenannte Triggerfaktoren wie Berührungen an Wange oder im Mund etwa beim Essen, Kauen, Rasieren oder Zähneputzen. Dies kann das Verhalten der Betroffenen beeinflussen, da sie in Erwartung des Schmerzes möglicherweise auf Verhaltensweisen verzichten, die eine Attacke auslösen.

Ursachen
Häufig lässt sich für die Gesichtsschmerzen keine Ursache ausmachen. Als Entstehungsmechanismus wird eine Verdichtung des Nerven durch Blutgefäße im Bereich des Hirnstamms vermutet. Zugrundeliegende Ursachen der Erkrankung sind darüber hinaus beispielsweise Multiple Sklerose, Tumoren und Schlaganfälle.

Diagnose zu Trigeminusneuralgie

Die Krankengeschichte, Auslösung und Art der Beschwerden können auf die Erkrankung hinweisen. Um die Nervenfunktion zu prüfen, ist eine neurologische Untersuchung wichtig.

Bildgebende Verfahren wie die Kernspintomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) des Kopfes dienen vor allem dem Ausschluss zugrundeliegender Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Schlaganfall. Bei Verdacht auf entzündliche Prozesse im zentralen Nervensystem sind weitergehende Untersuchungen notwendig. Auch Untersuchungen beim Hals-Nasen-Ohrenarzt, Zahnarzt oder Kieferchirurgen können helfen die mögliche Ursache der Beschwerden zu identifizieren.

Symptome
Typisch für die Trigeminusneuralgie sind folgende Beschwerden:
  • Blitzartig einschießende stechende bis elektrisierende sehr starke Schmerzen an Wange, Oberlippe, Kinn, Unterlippe oder Unterkiefer
  • Sich mehrfach in unterschiedlichen Zeiträumen wiederholende Attacken oder auch schmerzfreie Intervalle
  • Auslösung häufig durch Triggerfaktoren wie Berührung oder Luftzug
  • Möglicherweise reflektorisches Zucken der Gesichtsmuskulatur.

Da es sich um stärkste Schmerzen mit Vernichtungsgefühl handelt, versuchen manche Patienten Verhaltensweisen zu vermeiden, die eine Schmerzattacke auslösen. Ist die Nahrungsaufnahme betroffen, kann dies zu einem gefährlichen Gewichtsverlust führen.

Behandlung zu Trigeminusneuralgie

Schmerzmittel sind in der Regel wirkungslos. Viele Patienten erleben auch ohne Behandlung längere schmerzfreie Phasen. Allerdings ist der Leidensdruck bei jedem Wiederauftreten hoch. Eine Behandlung ist mit Medikamenten möglich, die gegen Epilepsie wirken. Die Wirkstoffe Phenytoin und Carbamzepin wirken vor allem, wenn der Trigemnusneuralgie keine andere Erkrankung zugrundeliegt. Wirken Medikamente nicht ausreichend, ist an eine operative Behandlung zu denken. Weitere mögliche Behandlungsmethoden sind eine Vereisungsbehandlung (Kryotherapie), Alkoholinjektionen und Akupunktur.

Prognose
Etwa die Hälfte der Betroffenen erleben auch längere Phasen der Schmerzfreiheit. Diese können Wochen oder Monate anhalten. Die Beschwerden können auch von allein ganz verschwinden ohne je wieder aufzutauchen. Dies ist auch möglich, wenn die Trigemnisneuralgie bereits jahrelang bestand.

Selbsthilfe zu Trigeminusneuralgie

Die Trigemnisneuralgie kann psychisch sehr belastend sein. Deshalb leiden manche Betroffene zusätzlich unter Depressionen. Dann empfiehlt sich möglicherweise eine Psychotherapie. Auch Selbsthilfegruppen und der Austausch mit anderen Betroffenen können entlastend wirken.

Links zu Trigeminusneuralgie

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF)
Ubierstr. 20
40223 Düsseldorf
Telefon: (+49 211) 31 28 28
TeleFAX: (+49 211) 31 68 19
http://www.awmf.org/Trigeminusneuralgie

Neurologische Klinik der LMU München,
Konsiliardienst am Standort Innenstadt
Ziemssenstrasse 1
80336 München
Tel. 089 5160-2307
Fax 089 51604915
http://www.dmkg.de/Trigeminusneuralgie
Autor: Hofmann, Julia02.02.2012

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