Tollwut

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Wissen zu Tollwut

Die klassische Tollwut (Rabies) ist eine weltweit verbreitete tödliche Infektionskrankheit, die durch einen Virus ausgelöst wird und durch erkrankte Tiere über Bisse oder Verletzungen übertragen wird. Überträger sind vor allem Hunde und Füchse, aber auch andere Säugetiere wie Katzen, Rinder und Ratten können Tollwut übertragen.
In Europa gibt es außerdem eine Tollwutart, die durch Fledermäuse übertragen wird.

Derzeit besteht in Deutschland kein Risiko, sich mit den klassischen Tollwutviren bei einem Wildtier zu infizieren. Allerdings besteht in Deutschland das Risiko, sich mit Fledermaus-Tollwutviren zu infizieren. Außerdem geht eine Tollwutgefahr von Hunden und Katzen aus, die aus einem Tollwut-Gebiet illegal nach Deutschland gebracht wurden oder Kontakt zu solchen Tieren hatten. Um die Einschleppung von Tollwut zu vermeiden, gelten in der EU strenge Auflagen für die Einfuhr von Tieren.

Für Deutsche besteht das größte Infektionsrisiko bei Reisen in Endemiegebiete.

Bis auf wenige und nicht ausreichend dokumentierte Ausnahmen verläuft eine ausgebrochene Tollwutinfektion beim Menschen immer tödlich. Darum ist es wichtig, sofort nach einem Biss durch ein verdächtiges Tier mit der Behandlung zu beginnen.

Übertragung
Die Übertragung der Viren erfolgt über den Speichel infizierter Tiere durch Bisse oder durch direkten Kontakt von Schleimhäuten (Mund und Bindehaut) mit Speichel.

Diagnose zu Tollwut

Zur genauen Diagnostik wird das Erbgut des Erregers im Speichel, in der Hornhaut des Auges und in der Hirnflüssigkeit nachgewiesen. Eine Diagnose ist erst nach Ausbruch der Krankheit möglich und für die Behandlung zu spät.

Symptome:
Die Inkubationszeit nach der Infizierung beträgt 30 bis 90 Tage, in seltenen Fällen bis zu 6 Jahre.
Typische Symptome sind zu Beginn allgemeine Schwäche, Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Ängstlichkeit, Brennen, Jucken und Schmerzen an der Eintrittspforte der Viren (Bisswunde).
Danach tritt setzt die akute Phase mit zwei möglichen Verlaufsformen ein. Bei der enzephalitischen Form entstehen Unruhe, Krämpfe im Hals- und Rachenbereich und starker Speichelfluss. Typisch ist auch eine Angst vor Kontakt mit Wasser.
Bei der paralytischen Form entstehen Lähmungen, die meist in einem Koma und multiplem Organversagen münden.

Behandlung zu Tollwut

Behandlung :
Besteht nach einem Biss der Verdacht auf eine Tollwutinfektion, ist eine sofortige Behandlung durch eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) erforderlich, ansonsten verläuft die Krankheit nach Ausbruch tödlich. Selbst bei geringem Verdacht auf eine mögliche Infektion sollte am gleichen Tag ein Krankenhaus aufgesucht werden.
Eine PEP besteht aus einer Serie von Tollwutschutzimpfungen und wird in manchen Fällen durch die Gabe von humanem Tollwut-Immunglobulin direkt in den Wundbereich ergänzt.

Zeigen sich bereits Symptome der Tollwut, ist keine Behandlung mehr möglich.

Prognose:
Wenn die PEP sofort erfolgt, wird eine Infektion in den allermeisten Fällen verhindert. Ohne Behandlung stirbt der Patient innerhalb weniger Tage bis Wochen.

Selbsthilfe zu Tollwut

Zur Verhinderung von Tollwutinfektionen stehen hochwirksame inaktivierte Impfstoffe und Hyperimmunglobulin-Präparate zur Verfügung. In Deutschland ist derzeit eine Impfung nur für Menschen mit engem Kontakt zu Fledermäusen empfohlen.

Bei Reisen in Länder mit hohem Tollwutaufkommen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit besonders bei Langzeitaufenthalten, unzureichender ärztlicher Versorgung vor Ort, einfachen Reisebedingungen und Umgang mit Tieren eine vorherige Immunisierung, die aus 3 Impfungen innerhalb von 3 bis 4 Wochen besteht. Wird eine geimpfte Person durch ein tollwutverdächtiges Tier gebissen, ist anschließend trotzdem eine verkürzte Behandlung notwendig .


Daten/Fakten zu Tollwut

Die Tollwut gehört zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben weltweit jedes Jahr 55.000 Menschen daran, die meisten in Indien. Durch die Gabe einer Postexpositionsprophylaxe (PEP) nach einem Biss werden allein in Afrika und Asien schätzungsweise 327.000 Menschen pro Jahr das Leben gerettet.
Deutschland ist seit 2008 frei von der klassischen Tollwut, nicht jedoch von der Fledermaus-Tollwut.
Der letzte Tollwutfall trat in Deutschland 2007 auf, der Betroffene war in Marokko von einem Hund gebissen worden.

Links zu Tollwut

Informationen des Robert-Koch-Instituts zu Tollwut:
http://www.rki.de//Tollwut
Autor: Volkner, Angela19.12.2011

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