Spulwurmbefall

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Wissen zu Spulwurmbefall

Spulwürmer gehören zu den Fadenwürmern und können als Parasiten Mensch und Tiere befallen. Der Spulwurmbefall wird beim Menschen durch die Spezies Ascaris lumbricoides verursacht. Die erwachsenen Würmer leben im Darm.

Spulwürmer können bis zu 50 cm lang werden und haben einen Durchmesser von 3 – 5 mm. Sie sind rosafarben und ähneln im Aussehen Regenwürmern. Die erwachsenen Wurm-Weibchen legen ihre Eier im Darm ab. Die Eier gelangen über Ausscheidungen in die Umwelt. Innerhalb von etwa 12 Tagen reifen sie im Boden zum zweiten Larvenstadium heran. Diese Larven können über verunreinigte Nahrung oder kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen werden. Sie bohren sich im Dünndarm durch die Darmwand und gelangen über den Blutkreislauf in die Leber. Dort wachsen sie zum dritten Larvenstadium heran und wandern anschließend in die Lunge, wo sie zum vierten Larvenstadium heranreifen und zum Kehlkopf weiterwandern. Hier werden sie entweder abgehustet oder geschluckt. Wenn sie geschluckt werden, reift die Larve im Dünndarm zum ausgewachsenen Wurm heran. Weibliche Würmer legen im Dünndarm bis zu 200.000 Eier am Tag, die wiederum über den Kot ausgeschieden werden. Ein Spulwurm kann bis zu eineinhalb Jahre leben.

Spulwurmbefall kann symptomlos verlaufen und unbemerkt bleiben. Meist treten aber etwa eine Woche nach Aufnahme der Larven Atemwegsbeschwerden auf und etwa drei Wochen nach Infektion Magen-Darm-Beschwerden und Koliken.
Bei starkem Befall können sich die Würmer zusammenballen und zu einem Darmverschluss führen oder in Organe einwandern.

Diagnose zu Spulwurmbefall

Etwa zwei Monate nach der Infektion durch die Wurmlarven können die Eier in einer Stuhlprobe nachgewiesen werden.
Mit einer Blutuntersuchung können Antikörper gegen die Parasiten festgestellt werden, außerdem wird die Menge der eosinophilen Granulozyten bestimmt. Eosinophile Granulozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen und sind unter anderem dafür verantwortlich, Parasiten abzuwehren.

Symptome:
Etwa eine Woche nach der Infektion mit Wurmeiern treten folgende Symptome auf, die nach weiteren zwei Wochen wieder abklingen:

In der zweiten Phase treten Magen-Darm-Beschwerden auf:
  • Darmkoliken
  • Erbrechen
  • Übelkeit

In schweren Fällen kann es bei starkem Befall zu folgenden Komplikationen kommen:
  • Darmverschluss
  • Verstopfung der Gallengänge
  • Gelbsucht
  • Leberabzess
  • Verstopfung der Pankreasgänge

Behandlung zu Spulwurmbefall

Die Spulwürmer werden medikamentös behandelt. Zum Einsatz kommen Anti-Wurmmittel wie Pyrantelpamoat (einmalige Dosis) oder Mebendazol (3-tägige Behandlung).
Falls bei starkem Befall ein Darmverschluss entstanden ist, muss operiert werden.

Prognose:
Spulwurmbefall ist in der Regel leicht zu behandeln und Komplikationen treten nur selten auf.

Selbsthilfe zu Spulwurmbefall

  • Waschen Sie Obst und Gemüse gründlich vor dem Verzehr, um mögliche Verunreinigungen mit Kot zu vermeiden.
  • Auch Fliegen können die Wurmlarven auf Lebensmittel übertragen. Achten Sie darum darauf, dass Fliegen sich nicht auf Nahrung setzen können.
  • Vor allem bei Urlaubsreisen in tropische Länder sollten Sie verstärkt auf Lebensmittelsauberkeit achten und nur sicheres Trinkwasser trinken.
  • Da die Wurmlarven sehr lange in der Erde überleben können, achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht sandige oder erdige Finger in den Mund steckt.
  • Erziehen Sie Ihr Kind zum Händewaschen nach dem Toilettengang. Eine Ansteckung über Toilettenbrillen oder –türen in Kindergärten oder Schulen ist leicht möglich.


Daten/Fakten zu Spulwurmbefall

Etwa ein Viertel der Weltbevölkerung leidet unter Spulwurmbefall. Am häufigsten tritt der Befall in Entwicklungsländern mit mangelhaften sanitären Einrichtungen auf. In Deutschland sind Infektionen häufig aus Urlaubsländern eingeschleppt. Betroffen sind vor allem ältere Klein- und Schulkinder.

Links zu Spulwurmbefall

Informationen über Wurmerkrankungen gibt die Internetseite „Kinder- & Jugendärzte im Netz“:
http://www.kinderaerzte-im-netz.de/Spulwurmbefall

Gesundheitsamt Böblingen
Spulwurmbefall
Autor: Volkner, Angela28.01.2012

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