Spinalstenose

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Wissen zu Spinalstenose

Die Spinalstenose ist eigentlich eine Spinalkanalstenose, bei der der Wirbelkanal an einer bestimmten Stelle verengt ist. Dies führt zu Quetschungen von Nervenfasern des Rückenmarks und dessen versorgender Blutgefäße.
Es handelt sich also um eine Wirbelkanalenge. Je nach betroffenem Abschnitt der Wirbelsäule wird zwischen der Spinalstenose im Hals-, Brust-, oder Lendenwirbelsäulenbereich unterschieden. Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule betroffen.
Diese besteht aus fünf Wirbeln, dazwischen befinden sich die Wirbelgelenke und die Bandscheiben. Ab dem zweiten Lendenwirbel endet das eigentliche Rückenmark und es verlaufen nur noch einzelne Nervenwurzeln.
Aufgrund der großen Belastung ist die Lendenwirbelsäule am häufigsten verschleißbedingten (degenerativen) Veränderungen ausgesetzt, die eine Ursache der Wirbelstenose sind.
In diesem Bereich der Wirbelsäule kommt es auch häufig zu anderen degenerativen Erkrankungen wie Bandscheibenschäden (Bandscheibenvorwölbung, Bandscheibenvorfall). Die degenerativen Veränderungen betreffen Knochen, Bänder und Bandscheiben.
Der Verschleiß der Lendenwirbelsäule beginnt häufig bereits früh im Leben ab dem 20. Lebensjahr. Von einer Wirbelstenose sind vor allem ältere Männer und Frauen ab 50 Jahren betroffen.

Ursachen

Verschleißbedingte Veränderungen der Wirbelsäule finden sich typischerweise bei älteren Menschen. Jahre- und jahrzehntelange Fehl- und Überlastungen führen zu überforderten Wirbelgelenken und Veränderungen der Wirbelsäulenstrukturen, da der Körper versucht, Instabilitäten auszugleichen. Folge des Umbaus sind Einengungen des Wirbelsäulenkanals und in der Folge Funktionsstörungen der darin verlaufenden Nerven.

Diagnose zu Spinalstenose

Erst bei fortgeschrittenen Veränderungen der Wirbelsäule können typische Beschwerden auftreten. Vorher sind die Symptome eher uncharakteristisch. In einer neurologischen Untersuchung wird die Nervenfunktion geprüft.
Bildgebende Untersuchungsverfahren sind nötig, um die Spinalstenose zu diagnostizieren. Mit einer Röntgenuntersuchung lassen sich Zeichen einer Degeneration wie knöcherne Veränderungen und Bandscheibenerniedrigungen erkennen.
Der verengte Wirbelkanal lässt sich jedoch nur mit zusätzlichen Untersuchungen beweisen, die Schnittbilder der Wirbelsäule liefern. Dies sind die Computertomografie (CT) und die Magnetresonanztomografie (MRT).
Da die MRT auch zur Beurteilung der Weichteile dient, ist diese meist zu bevorzugen. Eine Röntgenkontrastuntersuchung der Wirbelsäule (Myelografie) ermöglicht auch eine Beurteilung der Verengung in Beugung und Streckung.

Symptome

Die Beschwerden sind häufig längere Zeit uncharakteristisch und entwickeln sich über längere Zeit:
  • Rückenschmerzen (Lumbago) in Ruhe und bei Belastung mit Bewegungseinschränkungen und Muskelverspannungen
  • Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Beine (Lumboischialgie), meist einseitig, aber auch beidseitig
  • Gefühlsstörungen der Beine mit Taubheitsgefühl, Ameisenlaufen, Brennen, Kältegefühl und dem Gefühl von Watte unter den Füßen
  • Schwächegefühl in den Beinen
  • Blasen- und Darmstörungen mit Problemen beim Wasserlassen und Stuhlgang
Typische Zeichen der Spinalstenose sind Rückenschmerzen bei Bewegung mit Ausstrahlung in das Gesäß und Schwächegefühl der Beine, was zum Stehenbleiben zwingt. Dann bessern sich die Beschwerden sofort. Auch Sitzen und Liegen sowie Vornüberbeugen bessern die Schmerzen umgehend. Aufgrund des typischen Verhaltens von Betroffenen, dem Stehenbleiben, häufig bereits nach kurzen Gehstrecken, nennt man die Erkrankung auch Schaufensterkrankheit Claudicatio spinalis.

Behandlung zu Spinalstenose

Je nach Ausprägung der Beschwerden und möglicher Funktionseinschränkung ist eine nichtoperative oder operative Behandlung möglich. Belasten vor allem die Rückenschmerzen, ist eine nichtoperative (konservative) Behandlung angezeigt.
Neben Krankengymnastik (Physiotherapie) zur Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur können auch physikalische, elektrische und manuelle Therapien helfen.
Schmerzmittel und örtliche Behandlungen mit Schmerzmitteln und entzündunghemmendem Kortison sind bei akut zunehmenden Schmerzen möglich. Mieder und Korsette können vorübergehend entlasten. Stehen neben den Schmerzen Nervenausfälle und Funktionseinschränkungen im Vordergrund, kann eine Operation von Schmerzen und Beschwerden befreien, sowie weitere Nervenschäden verhindern. Ziel ist es, die Nerven zu entlasten, damit diese nicht mehr gequetscht werden.

Prognose

Die nichtoperative Behandlung kann Beschwerden verbessern, häufig jedoch nicht langfristig. Nach einer Operation sind zwar nicht alle Betroffenen völlig beschwerdefrei, doch sind Schmerzen und Funktion in der Regel deutlich verbessert, sodass das Laufen auch weiterer Strecken wieder möglich ist. Viele Betroffene haben aber auch langfristig fast keine Beschwerden mehr.

Selbsthilfe zu Spinalstenose

Da Gehen und Stehen für Menschen mit Spinalkanalstenose meist mit Schmerzen verbunden ist, werden viele Betroffene häufig inaktiv. Inaktivität lässt die Muskeln jedoch erschlaffen, was das Problem noch verschärft.
Eine Bewegungstherapie im Rahmen der Krankengymnastik zur Stärkung der Muskulatur ist deshalb äußerst wichtig. Da die Beschwerden bei nach vorne gebeugtem Rumpf nachlassen, eignet sich auch Fahrradfahren ganz besonders als sportliche Aktivität.

Links zu Spinalstenose

Dr. med. Andreas Kiekenbeck, Dr. med. Alexander Mayer, Dr. med. Markus Preis, Prof. Dr. med. habil. Henrik Schroeder-Boersch, Dr. med. Katrin Diener
Orthopädische Gemeinschaftspraxis
An der Aukammklinik
Leibnizstraße 21
65191 Wiesbaden
http://www.orthopaedie-aukamm.de/Spinalstenose


AVT-College für Osteopathische Medizin GmbH & Co KG
Leibnizstraße 7
72202 Nagold
Spinalkanalstenose
Autor: Hofmann, Julia29.11.2016

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