Spannungskopfschmerzen

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Wissen zu Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind eine weit verbreitete Form von Kopfschmerzen. Ein dumpfer, drückender bis ziehender Schmerz macht sich zunächst im Stirn- und Nackenbereich bemerkbar und breitet sich teilweise über den ganzen Kopf aus.
Besonders betroffen ist der Schläfenbereich, den Betroffene wie einen "Ring um den Kopf" beschreiben. Spannungskopfschmerzen sind nicht so gravierend wie eine Migräneattacke.
Sie fühlen sich für Betroffene wie eine ständige Störquelle im Hintergrund an. In manchen Fällen werden sie von Schlafstörungen begleitet.

Episodischer und chronischer Spannungskopfschmerz

Grundsätzlich werden zwei Arten von Spannungskopfschmerzen unterschieden:
  • Tritt der Spannungskopfschmerz nur gelegentlich auf (unter 180 Tagen im Jahr), wird dies als episodischer Spannungskopfschmerz bezeichnet.
  • Kommt er an mehr als 180 Tagen im Jahr vor, gilt er als chronischer Spannungskopfschmerz.

Diagnose zu Spannungskopfschmerzen

Die Diagnostik macht häufig eine neurologische Untersuchung notwendig. Zeitlicher Verlauf und Häufigkeit der Kopfschmerzen sowie mögliche Stressfaktoren geben wichtige Hinweise.
Spannungskopfschmerzen sind von Migräne und Cluster-Kopfschmerzen abzugrenzen. Ergibt die Tastuntersuchung des Neurologen Verspannungen der Schädelmuskulatur, spricht dies für einen Spannungskopfschmerz. Bei einem Betroffenen ohne Vorerkrankungen werden meist keine weiteren technischen Untersuchungen veranlasst.
Sofern aber Vorerkrankungen oder weitere Auffälligkeiten – wie epileptische Anfälle, die plötzliche Änderung der Herzfrequenz oder die rasche Verstärkung der Schmerzintensität – hinzukommen, gilt es, auch andere mögliche Ursachen auszuschließen (Hirntumore, Hirnhautentzündung oder andere Verletzungen).

Symptome

  • drückender oder ziehender Schmerz, nicht pulsierend
  • Schmerzen auf beiden Seiten des Kopfes
  • Dauer zwischen 30 Minuten bis zu sieben Tagen
  • leichte bis mäßige Schmerzintensität
  • leichte Tätigkeiten, wie Treppensteigen oder rasches Gehen verstärken den Schmerz nicht
  • in der Regel keine Begleitbeschwerden wie Übelkeit, Schwindel oder Sehstörungen
  • gesteigerte Lärm- oder Lichtempfindlichkeit ist möglich, beides zusammen entspricht eher der Migräne

Behandlung zu Spannungskopfschmerzen

Ganzheitliche Betrachtung

Ein Spannungskopfschmerz sollte nicht isoliert, sondern ganzheitlich betrachtet werden. Häufig ist eine Kombination körperlicher, psychischer wie auch erblicher Faktoren für die Beschwerden verantwortlich.
Außer einer Stressvermeidung sollte für einen sportlichen Ausgleich gesorgt werden. Nicht selten helfen auch alternative Heilmethoden wie Akupunktur. Bei episodischem Kopfschmerz greifen viele Betroffene kurzfristig zu Schmerzmitteln.
Ibuprofen und Acetylsalicylsäure (ASS) haben sich ebenso bewährt wie eine Wirkstoffkombination aus ASS, Paracetamol und Koffein bei stärkeren Schmerzen.

Chronische Spannungskopfschmerzen

Bei chronischen Spannungskopfschmerzen ist die Gefahr eines Missbrauchs von Schmerzmitteln hoch, deshalb werden andere Präparate eingesetzt. Zur medikamentösen Kopfschmerzprophylaxe können tryzyklische Antidepressiva eingesetzt werden, welche die zentrale Schmerzschwelle beeinflussen.
Sie wirken nach etwa 14 Tagen und werden über eine Dauer von etwa sechs Monaten eingesetzt. Da Nebenwirkungen schneller auftreten können als die schmerzlindernde Wirkung, ist hierbei eine genaue Aufklärung erforderlich.
Eine begleitende Psychotherapie kann helfen, die Kopfschmerzen zu kontrollieren, Stress abzubauen und schmerzvermeidende Verhaltensweisen zu stärken.

Prognose

Der episodische Spannungskopfschmerz kann chronisch werden und tritt dann an über 180 Tagen im Jahr auf. Bleiben chronische Spannungskopfschmerzen unbehandelt, können Sie jahrelanges Leiden verursachen. Bei etwa 65 Prozent der Betroffenen lässt sich allerdings eine deutliche Besserung durch die Kombination einer medikamentösen Dauertherapie mit einem Stressbewältigungstraining erzielen. Sowohl die Häufigkeit wie auch die Intensität der Schmerzen können dadurch reduziert werden.

Selbsthilfe zu Spannungskopfschmerzen

Kopfschmerztagebuch und Entspannungsverfahren

Ein Schmerztagebuch kann helfen, Auslöser für Spannungskopfschmerzen herauszufinden. Darin wird dokumentiert, wann Schmerzen aufkommen, welche Intensität sie auf einer Skala von Null bis Zehn haben und welche Situation der Entstehung vorangegangen ist.
Diese Aufzeichnungen helfen, äußeren oder inneren Stress zu identifizieren und können die Grundlage für eine therapeutische Behandlung sein.
Das Erlernen eines Entspannungsverfahrens wie Autogenes Training, Yoga oder Achtsamkeitsübungen ist eine Möglichkeit, gezielt zu entspannen und die Konzentration von den Schmerzen wegzulenken.
Zudem kann ein regelmäßiger Tagesablauf wichtig sein, einen günstigen Lebensrhythmus zu finden und den Schlaf-Wachrhythmus zu normalisieren.

Kurzfristige Hilfe durch Schmerzmittel

Frei verkäufliche Schmerzmittel sollten nur über wenige Tage eingesetzt werden. Bei längerem Bedarf ist es ratsamer medizinischen Rat einzuholen, denn auch frei verkäufliche Schmerzmittel können erhebliche Nebenwirkungen wie Nierenschädigungen oder Magengeschwüre auslösen.

Daten/Fakten zu Spannungskopfschmerzen

Von allen Kopfschmerzarten tritt der Spannungskopfschmerz am häufigsten auf. Von den fünf Prozent der Bevölkerung, die Schätzungen zufolge täglich unter Kopfschmerzen leiden, sind wiederum 40 Prozent von Spannungskopfschmerzen betroffen. Zum ersten Mal tritt die Symptomatik bei den meisten zwischen dem 25. und dem 30. Lebensjahr auf. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

Links zu Spannungskopfschmerzen

Hinweise für Patienten mit Zahnschäden
http://www.dental-oracle.org

Chronischer und episodischer Kopfschmerz
Schmerztherapiezentrum Bad Mergentheim
http://www.spannungskopfschmerz.de/

Chronische Spannungskopfschmerzen – Schädel im Schraubstock
Ein Artikel aus dem Online-Magazin "Stern"
http://www.stern.de/kopfschmerz

Internationale Kopfschmerzgesellschaft
Die Klassifikation von Kopfschmerzen für Fachleute
http://ihs-classification.org/de/
Autor: Huth, Dörthe30.11.2016

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