Schilddrüsenunterfunktion

WissenDiagnoseBehandlungSelbsthilfeDaten/FaktenLinks

Wissen zu Schilddrüsenunterfunktion, Kropf

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) bedeutet ein Mangel an Schilddrüsenhormonen. Produziert die Schilddrüse weniger Hormone als der Körper benötigt, wird dies als Mangel bezeichnet.
Dieses Organ sitzt wie ein Schild im Bereich des Halses unter dem Kehlkopf und liegt der Luftröhre auf. Um Schilddrüsenhormone zu produzieren, die für viele Körperfunktionen nötig und damit lebensnotwendig sind, benötigt sie Eiweiß und Jod.
Schilddrüsenhormone sind das Trijodthyronin (T3) und das Thyroxin (T4). Ihre Bildung wird durch die Hirnanhangdrüse, die das Hormon TSH (Thyroidea Stimulierendes Hormon) bildet, gesteuert. Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann zu jeder Zeit im Leben auftreten und auch Neugeborene können seltener betroffen sein.
Deshalb wird eine erworbene und eine angeborene Form der Erkrankung unterschieden. Bei der erworbenen Form sind Frauen öfter betroffen als Männer. Die Funktionsstörung der Schilddrüse lässt sich in der Regel nur medikamentös behandeln. Schilddrüsenhormone werden dann von außen zugeführt.

Ursachen

Neben Schilddrüsenbehandlungen und -operationen als Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion können chronische Entzündungen und seltener auch Jodmangel der Erkrankung zugrundeliegen.
Am häufigsten ist eine chronische Entzündung verantwortlich zu machen. Diese findet meist im Rahmen einer Autoimmunerkrankung (Hashimoto-Thyreoditis) statt. Sie betrifft vor allem Frauen zwischen 40 und 50 Jahren.
Eine andere Form der Entzündung kann bei Frauen nach einer Entbindung vorkommen.

Diagnose zu Schilddrüsenunterfunktion, Kropf

Die Vorgeschichte des Patienten und die Beschwerden können bereits den Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion ergeben. Neben einer körperlichen Untersuchung ergibt die Blutuntersuchung typische Befunde.
Mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Schilddrüse sind anatomische Veränderungen des Organs erkennbar. Eine Schilddrüsen-Szinitigrafie ermöglicht eine Funktionsbestimmung des Schilddrüsengewebes.
Eine Gewebeprobe (Biopsie) mit einer feinen Nadel lässt eine genaue Analyse von verdächtigem Gewebe zu.

Symptome

Von der Schilddrüsenunterfunktion sind viele Organe und Körperfunktionen betroffen. Insgesamt ist der Stoffwechsel verlangsamt.

Mögliche Symptome entwickeln sich oft schleichend, treten erst bei einem deutlichen Schildrüsenhormonmangel auf und sind vielfältig:
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Leistungsschwäche
  • Antriebslosigkeit
  • Kältempfindlichkeit (Frieren)
  • Gewichtszunahme bei Appetitverlust
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Trockene, kühle, blasse Haut
  • Muskelschwäche, -steifigkeit
  • Haarprobleme
  • Brüchige Nägel
  • Niedrige Herzfrequenz
  • Niedriger Blutdruck
  • Verstopfung
  • Schwellung des Unterhautfettgewebes meist in Beinen oder Armen (Myxödem)
  • Menstruationsstörungen
  • Potenzstörungen.
Zusätzlich kann die Schilddrüse vergrößert sein, Kropf oder Struma genannt, der meist Folge eines Jodmangels ist.

Behandlung zu Schilddrüsenunterfunktion, Kropf

Künstliche Hormone in Form von Tabletten sind eine Hormonersatztherapie, deren passende Dosierung an den Blutwerten abgelesen werden kann. Bei einem Jodmangel erhält der Patient Jod in Tablettenform.

Prognose

Bei einem ausgeglichenen Hormonhaushalt sind keine Einbußen der Gesundheit oder Lebensqualität zu erwarten. Bei Kindern führt ein länger bestehender Hormonmangel jedoch zu Entwicklungsschäden, die möglicherweise nicht rückbildungsfähig sind.

Unbehandelt kann eine schwere Schilddrüsenunterfunktion vor allem in Verbindung mit körperlichen Belastungen wie Infektionen, Unfällen oder Operationen zum Koma führen.

Selbsthilfe zu Schilddrüsenunterfunktion, Kropf

Da Jodmangel eine Schilddrüsenunterfunktion auslösen kann, ist eine ausreichende Versorgung mit Jod zur Vorbeugung wichtig. Diese sollte dem Alter und verschiedenen Phasen des Lebens wie Schwangerschaft und Stillzeit angepasst sein.
Empfehlungen dazu gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Um die Jodzufuhr besonders in Jogmangelgebieten zu gewährleisten, empfiehlt sich jodiertes Speisesalz sowie der regelmäßige Verzehr von Seefisch.

Daten/Fakten zu Schilddrüsenunterfunktion, Kropf

Häufigste Ursache der Schilddrüsenunterfunktion ist eine autoimmune Entzündung des Organs, die Hashomoto-Thyreoditis.
Dabei bildet der Körper Antikörper gegen Strukturen von Schilddrüsengewebe, sodass dieses nach und nach zerstört wird. Diese Entzündung trifft Frauen zehnmal häufiger als Männer.

Links zu Schilddrüsenunterfunktion, Kropf

Deutsche Gesllschaft für Ernährung e.V. (DGE)
Referenzwerte des Jodbedarfs
http://www.dge.de/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=4&page=2

Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V.
c/o EndoScience Endokrinologie Service GmbH
Hopfengartenweg 19
90518 Altdorf
Tel: 09187 - 974 24 11
Fax: 09187 - 974 24 71
E-Mail: dge@endokrinologie.net
http://www.endokrinologie.net

Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V.
Ev. Waldkrankenhaus
Waldstraße 73
53177 Bonn
Tel: 0228 - 386 90 60
http://www.schilddruesenliga.de

Forum Schilddrüse e.V.
Kontakt
Tel: 069 - 638 037 27 (Mo-Fr, 9-13 Uhr)
Fax: 069 - 638 037 28
http://www.forum-schilddruese.de

Die Schmetterlinge e.V.
Schilddrüsenbundesverband
Gemarkenstraße 133
45147 Essen
Tel: 0201 - 871 84 51
http://www.sd-bv.de/home.php
Autor: Hofmann, Julia28.07.2014

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: