Schilddrüsenknoten

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Wissen zu Schilddrüsenknoten

Schilddrüsenknoten sind Gewebevermehrungen in der Schilddrüse, wobei das Organ vergrößert sein kann, aber nicht muss. Der Großteil der Knoten sind gutartig. Fast jeder dritte Erwachsene über 45 Jahre hat eine vergrößerte Schilddrüse oder einen oder mehrere Knoten, Frauen häufiger als Männer.
Die Schildrüse liegt an der Vorderseite des Halses vor der Luftröhre im Bereich des Kehlkopfes. Sie hat die Form eines Schmetterlings und zwei Seitenlappen sind in der Mitte verbunden.
Sie wiegt durchschnittlich 20 bis 30 Gramm, wobei individuelle Abweichungen vorkommen, ohne dass eine Krankheit zugrundeliegt. Die Schilddrüse produziert Hormone, die für viele Stoffwechselvorgänge sehr wichtig sind.
Zu wenige oder zuviele Schilddrüsenhormone führen zu körperlichen und psychischen Erkrankungen.
Ohne sie wäre ein Leben nicht möglich. Dabei produziert die Schilddrüse die Hormonmenge nicht auf Verdacht, sondern die Produktion wird durch die Hirnanhangsdrüse geregelt und folgt dem Bedarf.

Dabei werden heiße von kalten Schilddrüsenknoten unterschieden. Heiße Knoten produzieren stoffwechselaktive Hormone, was eine Schilddrüsenüberfunktion zur Folge hat. Kalte Knoten bestehen aus funktionsuntüchtigem Schilddrüsengewebe. Kalte Knoten können zu Krebs entarten.

Ursachen

Schilddrüsenknoten sind am häufigsten auf einen Jodmangel zurückzuführen, denn Jod ist zur Herstellung der Schildrüsenhormone notwendig. Besteht ein Mangel, versucht die Schilddrüse dies zu kompensieren, indem sie vermehrt Gewebe bildet. Auch die Hirnanhangsdrüse schüttet vermehrt ein übergeordnetes Hormon aus, das die Schilddrüsenzellen vergrößert. Auf diese Art wächst das ganze Organ und es entstehen Knoten.

Diagnose zu Schilddrüsenknoten

Neben möglichen Beschwerden geben verschiedene Untersuchungen Hinweise auf eine Schilddrüsenerkrankung oder Schilddrüsenknoten. In der körperlichen Untersuchung wird der Hals betrachtet und die Schilddrüse abgetastet.

Beurteilt werden tastbare Knoten und deren Eigenschaften wie Größe und Verschiebbarkeit, ergänzend werden die Lymphknoten abgetastet. Eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) erlaubt eine genauere Beurteilung der Schilddrüse sowie eventuell vorhandener Knoten.
Die Blutuntersuchung lässt eine Beurteilung der Schilddrüsenfunktion zu. Nebern der Bestimmung von Schilddrüsenhormonen können Schilddrüsenantikörper und Calcitonin auf eine bösartige Erkrankung hindeuten.
Eine Szintigrafie ermöglicht die Unterscheidung zwischen heißen und kalten Knoten. Eine Gewebeentnahme mit einer feinen Nadel (Feinnadel-Biopsie) dient der genauen Bestimmung des Schilddrüsengewebes.

Symptome

Ein oder auch mehrere Schilddrüsenknoten müssen keine Beschwerden verursachen. Häufig ist eine zufällige Diagnose bei einer Routine-Blutuntersuchung. Bei entsprechender Lage und Größe können Knoten ein Druckgefühl und Schluckbeschwerden verursachen. Druckschmerzen sind ebenfalls möglich.

Zusätzlich können Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion bestehen. Bösartige Schilddrüsenknoten (Schilddrüsemkarzinom) können besonders in späteren Stadien zu Heiserkeit, Engegefühl und gestauten Halsvenen führen.

Behandlung zu Schilddrüsenknoten

Gutartige Schilddrüsenknoten müssen nicht in jedem Fall behandelt werden, häufig reicht eine regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte im Blut und eine Größenbeurteilung des Knotens aus. Je nach Art kommen Medikamente wie Schilddrüsenhormone und Jod in Frage.
Bei heißen Knoten kann die Radiojodtherapie Schilddrüsengewebe, das für eine Überfunktion verantwortlich ist, zerstören.
Große oder schnell wachsende Knoten bedürfen einer Operation. Auch auf Bösartigkeit verdächtige Tumore werden operativ entfernt. Dabei ist eine Teilentfernung oder komplette Entfernung der Schilddrüse möglich.

Prognose

Gutartige Schilddrüsenknoten lassen sich in der Regel gut behandeln oder auch heilen. Die Prognose bösartiger Tumore hängt von der Art sowie vom Stadium der Erkrankung ab.

Selbsthilfe zu Schilddrüsenknoten

Schilddrüsenknoten werden oft zufällig bei einer Routine-Untersuchung entdeckt. Es empfiehlt sich bei geplanten Blutuntersuchungen, die Schilddrüsenwerte mitbestimmen zu lassen.
Da viele Knoten aufgrund eines Jodmangels entstehen, ist bereits in der Kindheit eine Vorbeugung durch die Verabreichung von Jodid-Tabletten möglich. Auch später sollte der Jodbedarf gedeckt sein.
Zu empfehlen ist in dem Fall die Verwendung von Jodsalz, sowie der regelmäßige, am besten zweimal wöchentliche, Verzehr von Seefisch. Der täglich Jodbedarf liegt bei 180 bis 200 Mikrogramm.

Daten/Fakten zu Schilddrüsenknoten

Annähernd jeder dritte Deutsche weist eine Vergrößerung der Schilddrüse oder Schilddrüsenknoten auf, etwa zehn Prozent der Betroffenen haben beides. Das Vorkommen von Schilddrüsenknoten nimmt mit dem Alter stark zu.
Bei über 60-Jährigen sind bis zu 50 Prozent betroffen, Frauen viermal häufiger als Männer.

Links zu Schilddrüsenknoten

Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V.
- Geschäftsstelle -
Ev. Kliniken Bonn GmbH, Waldkrankenhaus
Waldstraße 73
53177 Bonn
Tel: 0228 - 386 90 60
http://www.schilddruesenliga.de

Die Schmetterlinge e.V.
Schilddrüsenbundesverband
Selbsthilfeorganisation für Kinder und Erwachsene mit Schilddrüsenerkrankungen
Gemarkenstraße 133
45147 Essen
Tel: 0201 - 871 84 51 und 0201 - 332 82 72
Fax: 0201 - 332 82 73
E-Mail: info@sd-bv.de
http://www.sd-bv.de

Deutsche Krebshilfe e.V.
Buschstr. 32
53113 Bonn
Tel: 0228 -729 900
Fax: 0228 -729 90 11
E-Mail: deutsche@krebshilfe.de
http://www.krebshilfe.de
Autor: Hofmann, Julia28.07.2014

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