Pest

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Wissen zu Pest (Bubonen-, Lungen-, Hautpest

Die Pest, auch bekannt unter "Schwarzer Tod", ist eine durch Tiere übertragene Infektionskrankheit (Zoonose). Die Erkrankung forderte auch in Europa im Mittelalter unzählige Todesopfer und hat Dank verbesserter Hygienebedingungen und Antibiotikatherapien heutzutage ihren Schrecken weitgehend verloren.
Dennoch erkranken, vor allem in Afrika, Asien und Südamerika immer noch viele Menschen an der Pest. Die Wahrscheinlichkeit, sich mit der Pest anzustecken, gilt vor allem für Hochlandbewohner und Jäger. In Europa besteht kein Infektionsrisiko, auch ließen sich viele Jahre lang keine importierten Erkrankungsfälle registrieren.
Es gibt verschiedene Erscheinungsformen der Pest:
  • Beulenpest (Bubonenpest): häufigste Erscheinungsform
  • Lungenpest
  • Pest-Sepsis
  • Hautpest
  • Abortive Pest (ungefährlichste Form der Pest).

Ursachen

Verursacher der Infektionskrankheit sind Bakterien Yersinia pestis. Infektionen werden hauptsächlich von Tier zu Mensch, aber auch von Mensch zu Mensch übertragen. Ursache ist zumeist der Biss infizierter Flöhe von Nagetieren. Möglich ist aber auch eine Tröpfcheninfektion. Ein erkrankter Mensch setzt mit dem Sprechen oder Husten infektiöse Tröpfchen frei, die ein anderer Mensch einatmet. Seltener sind Infektionen durch Tierkot, Tierkadaver oder Staub.

Diagnose zu Pest (Bubonen-, Lungen-, Hautpest

Eine sichere Diagnose ist allein aufgrund von Symptomen oder veränderter Laborwerte in der Blutuntersuchung nicht möglich. Der Krankheitserreger lässt sich aber mit verschiedenen Methoden nachweisen:
  • Mikroskopie von abgehustetem Sekret (Sputum), Blut oder Lymphknotengewebe nach spezieller Färbung
  • Bakterienkultur und Anzüchten auf verschiedenen Nährböden
  • Immunologische Untersuchung des Blutes und Nachweis von Antigenen (auch Antikörpern).

Symptome

Wenige Tage bis eine Woche nach der Infektion kommt es zu uncharakteristischen grippeähnlichen Beschwerden:

Je nach der Form der Pesterkrankungen entstehen dann unterschiedliche Symptome:
  • Beulenpest: Entzündungen von Lymphknoten (Hals, Achsel oder Leiste). Es bildet sich kein Eiter. Der Lymphknoten kann sich nach innen mit der Gefahr des Organbefalls und einer Blutvergiftung (Sepsis) oder nach außen öffnen.
  • Pestsepsis: Streuung der Erreger über den Blutweg. Ansteckung auch über Kontakt mit dem Erreger möglich, ohne dass es zu Beulen kommt. Organbefall löst Organversagen wie Lungenversagen aus. Zusätzlich möglich sind Blutgerinnungsstörungen, Hirnhautentzündung und Abszesse an Organen.
  • Lungenpest: Hauptsymptome sind Husten, Luftnot, dunkler blutiger Auswurf. Es kommt zu Wasseransammlungen in der Lunge (Lungenödem) und Herzkreislaufversagen.

Behandlung zu Pest (Bubonen-, Lungen-, Hautpest

Gegen die Krankheitserreger wirken Antibiotika. Bei fortgeschrittener Erkrankung sind weitere Krankenhausbehandlungen nötig.

Prognose

Entscheidend sind die frühe Diagnose und Therapie. Antibiotika können die Erkrankung heilen. Ist es jedoch bereits zu Organschäden gekommen, sind die Heilungsaussichten ungünstiger.

Selbsthilfe zu Pest (Bubonen-, Lungen-, Hautpest

Vorbeugende Maßnahmen bieten den besten Schutz vor einer Infektion in Risikogebieten:
  • Kontakt zu lebenden oder toten Nagetieren meiden
  • Kontakt zu Infizierten meiden
  • Insektenschutzmittel benutzen
  • Lange Beinkleidung.
Zwar existiert eine Schutzimpfung, doch wirkt diese nur sechs Monate lang und ist schlecht verträglich, sodass sie nur für Riskogruppen wie Jäger oder Landwirte in Frage kommt.

Daten/Fakten zu Pest (Bubonen-, Lungen-, Hautpest

Bereits der Verdacht auf Pest ist in Deutschland meldepflichtig. Die Pest an sich ist heutzutage keine gefährliche Erkrankung mehr, da Antibiotika wirksam eingesetzt werden können. Probleme befürchten Behörden lediglich aufgrund einer möglichen Panik in der Bevölkerung, falls es zu lokalen Ausbrüchen käme.

Links zu Pest (Bubonen-, Lungen-, Hautpest

Informationen Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Pest

Informationen der Auswärtigen Amts
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/01-Laender/Gesundheitsdienst/MerkblaetterListe_node.html

Informationen des Robert Koch Instituts
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/P/Pest/Pest.html
Autor: Hofmann, Julia29.07.2014

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