Osteoporose (Knochenschwund)

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Wissen zu Osteoporose (Knochenschwund)

Bei Osteoporose oder auch Knochenschwund handelt es sich um eine Störung im Knochenstoffwechsel, bei dem Knochen stärker ab- statt aufgebaut werden. Knochen werden instabiler und brechen leichter.
Im Alter häufen sich Brüche durch Osteoporose. Besonders betroffen sind Brüche des Oberschenkels und des Oberschenkelhalses. Statistiken zufolge liegt die Zahl der Osteoporose-Patienten bei etwa einem Viertel aller über 50-jährigen Deutschen. Davon wiederum sind es zu etwa 80% Frauen, die daran leiden.

Ursachen

Den steten Auf-, Ab- und Umbau unserer Knochen regulieren verschiedene Hormone. Knochen sind eine lebende Verbindung von Zellen und werden etwa bis zum 40. Lebensjahr vordringlich auf- statt abgebaut.
So sind Vitamin D und das Schilddrüsenhormon Calcitonin für die Kalziumeinlagerung und damit die Dichte und Härte der Knochen zuständig. Das von der Nebenschilddrüse produzierte Parathormon wiederum baut das Kalzium wieder ab. Bildung und Wirkung beider Hormone werden dagegen von den Geschlechtshormonen Östrogen und Testosteron gesteuert.
Die Ursachen einer Osteoporose liegen vor allem in Störungen dieser regulierenden Faktoren. So erklärt sich der hohe Anteil weiblicher Osteoporose-Patienten damit, dass der mit der Menopause einhergehende Östrogenmangel häufigste Ursache für eine Erkrankung ist.
Ebenfalls häufige Ursache ist die altersbedingte Osteoporose, die Männer wie Frauen ab dem 70. Lebensjahr zu etwa gleichen Teilen ereilt.
Jedoch nicht der natürliche altersbedingte Knochenabbau ist hier alleinige Ursache.

Eher sind es beeinflussbare Faktoren wie:
  • jahrelanger Bewegungsmangel
  • zu wenig Kalziumaufnahme
  • Unterversorgung an Vitamin D, die eine Osteoporose-Erkrankung fördert.
Begünstigende Faktoren für eine spätere Osteoporose bestehen zuweilen schon in der Jugend. Dazu zählen:
  • Bewegungsmangel
  • Diäten, Kaffee, zu phosphathaltige Ernährung (zum Beispiel Wurst, Softdrinks)
  • genetische Veranlagung
  • schlanke Menschen
  • späte erste Regelblutung, frühe Wechseljahre oder frühzeitige Eierstockentfernung.
Zudem kann eine Osteoporose als Sekundärerkrankung auftreten bei:
  • nicht behandelter Schilddrüsenüberfunktion
  • Überfunktion der Nebenschilddrüse
  • langjährige Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder des Darm (zum Beispiel Morbus Crohn)
  • Magersucht
  • Tumoren
  • Störungen der Eierstock- und Hodenfunktionen
  • Gelenkerkrankungen oder
  • langjähriger Nierenerkrankungen.
Medikamente, beispielsweise die Einnahme von Kortison über viele Jahre kann eine Osteoporose fördern. Darüber hinaus begünstigen der Einfluss von Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum Osteoporose.

Diagnose zu Osteoporose (Knochenschwund)

Was sich anfangs nur durch ein paar Rückenschmerzen bemerkbar macht, kann im späteren Verlauf zu Spontanfrakturen führen. Knochen brechen ohne eindeutigen Grund und massive Muskelverspannungen entstehen durch bruchbedingte Fehlstellungen.
Eine hormonell verursachte Osteoporose führt vor allem zu Wirbelbrüchen, die nicht selten zunächst als Hexenschuss interpretiert werden. Betroffene werden mit der Zeit kleiner und bekommen einen Rundrücken.
Aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit, mindestens im Alter an einer Osteoporose zu erkranken, ist die Durchführung einer Basisdiagnostik für bestimmte Risikogruppen empfehlenswert. Bestandteil einer solchen Diagnostik ist nicht nur die Betrachtung der Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung, sondern auch eine Reihe von Tests („Time-u-and-go“ oder „Chair rising“) zur Feststellung eventueller Einschränkungen in der Mobilität.

Daneben wird das Blut untersucht und eine Densitometrie (Knochendichtemessung) durchgeführt.
Eine Basisdiagnostik wird Frauen ab dem 50. und Männern ab dem 60. Lebensjahr empfohlen, die bereits einen typischen Wirbeleinbruch hatten oder andere Risikofaktoren wie Kortisongaben oder Stoffwechselerkrankungen aufweisen.
In der Gruppe der über 60- beziehungsweise 70-Jährigen wird die Basisdiagnostik zudem empfohlen, wenn auch Risikofaktoren wie Rauchen, Untergewicht, viele Stürze oder Brüche nach Bagatellverletzungen bestehen. Bei Frauen über 70 und Männern über 80 Jahren ist die Basisdiagnostik generell angezeigt.

Behandlung zu Osteoporose (Knochenschwund)

Eine Behandlung der Osteoporose ist sehr schwierig, wenn es bereits zu Knochenbrüchen kam. Daher gilt es, die Risikofaktoren für Osteoporose möglichst zu senken und im Alltag die Gefahr von Brüchen zu vermeiden.
Die beste Basistherapie ist deshalb regelmäßige Bewegung (zum Beispiel jeden Tag ein halbstündiger Spaziergang). Außerdem ist auf kalziumreiche und phosphatarme Ernährung zu achten. Täglich ein wenig Sonne fördert zudem die körpereigene Vitamin D-Produktion.
Medikamentös kann dies durch die Gabe von Kalzium- und Vitamin D-Präparaten unterstützt werden. Speziell Frauen nach der Menopause wird gegen den Östrogenmangel eine mehrjährige Behandlung mit Medikamenten empfohlen, um osteoporosebedingte Brüche zu vermeiden.
Spezielle Medikamente, die den Knochenabbau verhindern sollen und häufig bei Osteoporose-Patienten zum Einsatz kommen, sind Biphosphonate, selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren, Strontium Renelat oder Teriparatid.

Prognose

Das Fortschreiten der Osteoporose kann durch entsprechende Behandlung gut gehemmt werden. Wird Osteoporose jedoch nicht behandelt, leidet der Erkrankte unter massiven Knochenschmerzen. Auch werden Knochenbrüche nicht ausbleiben. Daraus resultieren häufig dauerhafte Bewegungseinschränkungen, die nicht zuletzt zur Invalidität führen können. Daher gilt es so gut wie möglich vorzusorgen!

Selbsthilfe zu Osteoporose (Knochenschwund)

Osteoporose-Vorsorge heißt:
  • Gönnen Sie Ihrem Körper regelmäßig Bewegung!
  • Achten Sie auf einen hohen Anteil an Milchprodukten, Eiern und Fisch in Ihrer Ernährung
  • E 338-341 und E 450 kennzeichnen phosphathaltige Lebensmittel. Davon sollten Sie wenig verzehren!
  • Auf Rauchen und Alkohol sollte verzichtet werden!
Zur Vermeidung des alterstypischen Oberschenkelhalsbruchs kann vorsorglich ein Hüftprotektor eingesetzt werden. Spezielle Unterwäsche mit soften oder harten Einsätzen soll so bei eventuellen Stürzen die bruchanfälligen Knochen schützen.

Daten/Fakten zu Osteoporose (Knochenschwund)

In Deutschland beklagen 1,65 Millionen Frauen und 900.000 Männer Osteoporose-bedingte Wirbelkörperfrakturen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Osteoporose zu einer der wichtigsten zehn Volkskrankheiten unserer Zeit erklärt.
Da die Krankheit jedoch über lange Zeit unbemerkt bleiben kann, wird sie nur bei etwa einem Viertel der Betroffenen rechtzeitig erkannt und behandelt.

Links zu Osteoporose (Knochenschwund)

DVO Dachverband Osteologie e.V.
Geschäftsstelle
Zuger Str. 9
81475 München
Tel: 0 89 - 752 012 04
geschaeftsstelle@dv-osteologie.de
http://www.dv-osteologie.de

DOP Dachverband deutschsprachiger Osteoporose Selbsthilfeverbände und patientenorientierter Osteoporose Organisationen e.V
Breitenweg 7c/1
A-8042 Graz
Tel: +43 (0)316 / 464 348
Fax: +43 (0)316 / 474 266
E-Mail: office@osteoporose-dop.org
http://www.osteoporose-dop.org

Behandlungsleitlinien Osteoporose
Offizielle Behandlungsleitlinien des DVO
Gemeinsame Patientenleitlinien des DVO und DOP

Kuratorium Knochengesundheit e.V.
Leipziger Straße 6
74889 Sinsheim
Tel: 0900 - 185 45 25
http://www.osteoporose.org

Netzwerk-Osteoporose e.V.
Ludwigstraße 22
33098 Paderborn
Tel: 05251 - 280 586
http://www.netzwerk-osteoporose.de

Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V.
Kirchfeldstraße 149
40215 Düsseldorf
Tel: 0211 - 301 314-0
http://www.osteoporose-deutschland.de
Autor: Fischer, Jana29.07.2014

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