Oberschenkelhalsbruch

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Wissen zu Oberschenkelhalsbruch

Der Oberschenkelknochen (Femur) ist sehr stark, dennoch kann es in verschiedenen Bereichen des Knochens zu Brüchen kommen. Aufgebaut ist der Knochen aus einem langen Schaft, einem kurzen Hals und einer Kugel (Hüftkopf), die mit der Hüfte das Hüftgelenk bildet. In jedem Bereich kann es zu Knochenbrüchen kommen.
Beim Oberschenkelhalsbruch liegt der Bruch zwischen Oberschenkelkopf und -schaft. Der Bruch ereignet sich fast nur bei älteren Menschen mit Knochenabbauprozessen (Osteoporose) und hier häufiger bei Frauen. Die Knochen sind brüchig. Es lassen sich Brüche mit und ohne Beteiligung der Hüftgelenkkapsel unterscheiden.

Ursachen

Am häufigsten ereignet sich der Oberschenkelhalsbruch infolge eines Sturzes älterer Menschen. Sind die Knochen aber sehr brüchig (Osteoporose), ist dem Bruch auch manchmal keine besondere Belastung vorausgegangen.

Diagnose zu Oberschenkelhalsbruch

Starke Schmerzen in Hüfte oder Leiste und Gehunfähigkeit deuten meist schon auf die Verletzung hin. Das Bein liegt in der Außenstellung und kann verkürzt sein. In der Regel ist mit einer Röntgenuntersuchung die Diagnose zu sichern. Wenn nicht, können Computertomografie oder Kernspintomografie den Bruch zeigen.

Symptome

Anzeichen für einen Oberschenkelhalsbruch sind:
  • starke Schmerzen in der Leistengegend und Hüfte
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Geh- und Stehunfähigkeit
  • Unfähigkeit zum Heben des Beins
  • Außendrehung des Beins
  • Verkürzung des Beins
  • Blutergüsse, Schwellungen im Bereich der Hüfte.

Behandlung zu Oberschenkelhalsbruch

Bei wenigen Brüchen mit Einstauchung muss nicht operiert werden und es reicht eine bis zu zweiwöchige Bettruhe und anschließende Krankengymnastik (Physiotherapie) aus, um wieder belasten zu können.
In den meisten Fällen jedoch ist eine Operation notwenig, auch damit ältere Menschen während der Zeit der Bettlägrigkeit nicht noch mehr Knochensubstanz abbauen oder Komplikationen wie eine Lungenentzündung entwickeln.

Es lassen sich hüftkopferhaltende von hüftkopfersetzenden Operationen unterscheiden. Letzteres sind künstliche Hüftgelenke, die besonders für ältere Menschen geeigneter erscheinen, um eine frühstmögliche Mobilität zu erreichen.
Für hüftkopferhaltende Operationen bei eher jüngeren aktiven Patienten stehen je nach Bruch verschiedene Operationstechniken zur Verfügung. Verschiedene Schrauben und Platten dienen der Stabilisierung des Bruchs.
Grundsätzlich sollten Menschen mit Bettlägrigkeit und Einschränkung ihrer Mobilität Medikamente zur Vorbeugung der Bildung von Blutgerinnseln (Thromboseprophylaxe) erhalten. Dafür wird das Medikament Heparin ins Unterhautfettgewebe gespritzt.

Prognose

Bei einem zu spät behandelten Oberschenkelhalsbruch kann Knochengewebe des Hüftkopfes absterben. Das höchste Komplikationsrisiko eines Oberschenkelhalsbruches ist die Thrombose.
Zur Vorbeugung wird Heparin verabreicht. Neben den Operationsrisiken besteht die Gefahr von Blutungen, Infektionen und Wundheilungsstörungen. Um erneute Stürze zu verhindern, sollten Grunderkrankungen wie Herzerkrankungen und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) erkannt und behandelt werden.

Risiken bergen auch Psychopharmaka wie Schlafmittel und antidepressiv wirkende Medikamente. Osteoporose sollte mit Kalzium und Vitamin D behandelt werden, um den Knochenabbau aufzuhalten. Besonders ältere Menschen bleiben nach einem Oberschenkelhalsbruch oftmals eingeschränkt und sind auf die Hilfe Anderer angewiesen.

Selbsthilfe zu Oberschenkelhalsbruch

Besonders ältere Menschen sollten Symptome wie Müdigkeit, Schwindel und Schwäche abklären lassen. Hinter den Beschwerden können ernstzunehmende Krankheiten stecken, die behandelt werden müssen. Zudem steigt die Gefahr von Stürzen.
Dies gilt auch für verschiedene Medikamente wie Schlafmittel oder antidepressiv wirkende Substanzen. Besonders, wenn jemand schon einmal gestürzt ist, sollte nach möglichen Ursachen geforscht werden.
Spätestens nach einem Bruch sollten die Knochen eingehend untersucht werden. Denn einer erhöhten Knochenbrüchigkeit aufgrund einer Osteoporose kann mit Kalzium, Vitamin D und Bewegung begegnet werden.

Links zu Oberschenkelhalsbruch

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V
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Tel: 030 - 202 154 90
Fax: 030 - 202 154 91
Mail: office@dgu-online.de
http://www.dgu-online.de/uploads/media/dgu_-_patienteninformation_-_oberschenkelhalsbruch.pdf

ZDF Mediathek - Video zum Oberschenkelhalsbruch
Autor: Hofmann, Julia02.03.2015

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