Oberarmbruch

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Wissen zu Oberarmbruch

Bei einem Bruch des Oberarmknochens (Humerus) handelt es sich um den Kopf des Oberarmknochens. Bricht der Knochen direkt unterhalb des Kopfes, nennt man das auch subkapitale Humerus-Fraktur.
Der Kopf des Knochens ist im Verhältnis zum Schaft darunter groß und dick und ermöglicht in der Schulter einen großen Bewegungsspielraum. Oberarmbrüche sind häufig und machen etwa fünf Prozent aller Knochenbrüche aus. Da der Oberarmknochen aus vier Elementen zusammengesetzt ist, gibt es verschiedene Formen von Brüchen. Es kommen Ein-, Zwei-, Drei- oder Vier-Fragmentbrüche in unterschiedlichen Schweregraden vor.

Ursachen

Häufig entsteht der Oberarmbruch nach einem Sturz auf den gestreckten Arm oder auf die Schulter. Dabei sind oftmals Menschen über 60 Jahren betroffen, deren Knochen strukturell verändert und brüchig sind (Osteoporose). Doch auch Jüngere können sich die Verletzung durch Gewalteinwirkung, etwa bei einem Sport wie Schifahren, Fahrradfahren oder Motorradfahren zuziehen.

Diagnose zu Oberarmbruch

Erhebliche Schmerzen in der Schulter lassen den Betroffenen das Handgelenk mit der anderen Hand stützen, um die Schulter zu stabilisieren. Eine Röntgenuntersuchung sichert die Diagnose. Bei komplizierten Brüchen oder Mehrfragmentbrüchen ist möglicherweise eine weitere Untersuchung mit Computertomografie notwendig.

Symptome

Betroffene leiden unter Schulterschmerzen und einer Beweglichkeits-einschränkung in der Schulter. Sind Bewegungsversuche nicht zu schmerzhaft, lässt sich oft ein deutliches Bewegungsgeräusch vernehmen (Krepitation).
Stunden, auch Tage nach der Verletzung, bildet sich ein Bluterguss (Hämatom) im Bereich der Schulter oder auch am Arm, Schulter und Oberarm können anschwellen. Betroffene nehmen eine typische Schonhaltung ein.

Behandlung zu Oberarmbruch

Vorrangiges Ziel der Behandlung ist die Wiedererlangung der bestmöglichen Schulterfunktion und -beweglichkeit. Nicht verschobene oder minimal verschobene Brüche können nicht-operativ behandelt werden. Es reicht eine bis zu zweiwöchige Ruhigstellung im Verband oder in einer Schiene aus.
Fehlstellungen, Verschiebungen und Knochenfragmente erfordern eine Operation. Drähte, Schrauben, Platten und Nägel stabilsieren je nach Bruchtyp mit verschiedenen Operationsverfahren den Bruch.

Bei Schulterverletzungen ist eine frühfunktionelle Behandlung mit krankengymnastischen Übungen (Physiotherapie) wichtig, um eine Versteifung des Gelenks zu vermeiden. Deshalb wird mit kleinem Training bereits in der Frühphase der Heilung begonnen. Größere Armbelastungen sollten allerdings in den ersten drei Monaten unterbleiben.

Prognose

Die Heilungsergebnisse sind von der Art des Bruches abhängig. Nicht verschobene Brüche heilen in der Regel besser als verschobene und Brüche mit mehreren Knochenfragmenten. Neben den Operationsrisiken kann es zu Nachblutungen, Infektionen und Wundheilungsstörungen kommen.
Auch Verletzungen von Gefäßen und Nerven infolge des Bruches kommen vor. Das Behandlungsergebnis wird natürlich auch von der Knochensubstanz und vom Alter des Betroffenen beeinflusst.
Infolge der Verletzung können sich falsche Gelenke (Pseudarthrose) bilden. In den meisten Fällen wird eine Alltagstauglichkeit des Schultergelenks erlangt, der volle Bewegungsumfang ist aber nicht immer erreichbar.

Selbsthilfe zu Oberarmbruch

Oberarmbrüche zu verhindern ist oft nicht möglich. Aber besonders bei älteren Menschen ist die Behandlung einer möglicherweise zugrundeliegenden Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) wichtig, sowie Behandlungen von Schwindel, Gangunsicherheiten und anderen Störungen.

Links zu Oberarmbruch

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V.
Luisenstr. 58-59
10117 Berlin
Tel: 030 - 202 5490
Fax: 030 - 202 5491
Mail: office@dgu-online.de
http://www.dgu-online.de/uploads/media/dgu_-_patienteninformation_-_ellenbogengelenksnaher_oberarmbruch.pdf
Autor: Hofmann, Julia02.03.2015

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