Noroviren

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Wissen zu Noroviren

Noroviren sind weltweit verbreitete Auslöser von Magen-Darm-Infektionen. Sie machen 30 Prozent der Magen-Darm-Infektionen (Gastroenteritis) von Kindern und 50 Prozent der Infektionen Erwachsener aus.
Zu Krankheitsausbrüchen kommt es häufig in Gemeinschafts-einrichtungen wie Krankenhäusern und Altenheimen, wobei sich in den vergangenen Jahren eine Zunahme von Infektionen beobachten ließ. Noro-Virusinfektionen sind meldepflichtig.
Die Erkrankung ist für kleine Kinder und ältere Menschen besonders gefährlich. Bei Kindern bis zu fünf Jahren sind Infektionen mit Noroviren nach Infektionen mit dem Rota-Virus am zweithäufigsten.
Besonders in den Wintermonaten (Oktober bis März) kommt es zu Infektionen beziehungsweise Krankheitsausbrüchen, doch sind sie auch zu anderen Jahreszeiten möglich. Dabei entwickeln sich immer neue Varianten des Virus. Dieses zeigt sich gegenüber Desinfektionsmaßnahmen und Umwelteinflüssen äußerst resistent.

Ursachen

Noroviren werden meist direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Denn die Ausscheidung der Viren über den Stuhl ermöglicht das Anhaften der Viren an der Haut, etwa der Hände. Über Körperkontakt und Gegenstände sowie Nahrung und Getränke nehmen andere Menschen das Virus über den Mund auf. Für eine Infektion genügt eine geringe Virenanzahl.

Diagnose zu Noroviren

Die Viren lassen sich mit verschiedenen Verfahren der Stuhluntersuchung oder der Untersuchung von Erbrochenem nachweisen. Dies ist oft sinnvoll bei Magen-Darm-Infektionen ohne andere erkennbare Ursache und bei gehäuften Infektionsfällen in Gemeinschaftseinrich-tungen.

Symptome

Nicht jeder Infizierte entwickelt Symptome und diese können auch schwächer ausgeprägt sein. Gefährlich sind schwallartiges heftiges Erbrechen und starke Durchfälle, die rasch zu einem kritischen Flüssigkeitsverlust führen können, insbesondere bei kleinen Kindern und älteren Menschen. Zusätzlich auftretende Beschwerden sind:
  • Krankheitsgefühl
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • erhöhte Körpertemperatur.
Die Symptome halten bei sonst Gesunden für 12 bis 48 Stunden an.

Behandlung zu Noroviren

Gegen virale Infektionen gibt es keine ursächliche Therapie. Im Vordergrund steht deshalb die symptomatische Therapie mit einem Ersatz von Flüssigkeit und Salzen (Elektrolyten).
Dafür kann seltener und in schweren Fällen ein Krankenhausaufenthalt nötig sein, damit die Flüssigkeit in Form von Infusionen verabreicht werden kann. Anschlie-ßend beginnt ein Nahrungsaufbau mit leichter Kost.

Prognose

Bei gesunden Menschen heilt die Viruserkrankung in der Regel folgenlos. Besonders kleine Kinder, ältere Menschen und Menschen mit zusätzlichen Erkrankungen sind jedoch gefährdet. Komplikationen können sich insbesondere aufgrund des Flüssigkeits- und Salzverlustes entwickeln.

Selbsthilfe zu Noroviren

Eine Impfung, die gegen die sich schnell verändernden Viren wirksam ist, gibt es nicht. Für die Vorbeugung einer Infektion sind deshalb Hygienmaßnahmen bedeutsam:
  • Häufiges Händewaschen, besonders nach dem Toilettengang, aber auch vor dem Essen und zwischendurch
  • Sorgfältiges Waschen von roh verzehrtem Obst und Gemüse
  • Bei einer Infektion zuhause bleiben, möglichst eine eigene Toilette benutzen
  • Für Infizierte eigene Handtücher und Pflegeutensilien
  • Berührte Flächen und Gegenstände gut, am besten mit Einmaltüchern, abwaschen oder besser desinfizieren
  • Wäsche bei 60 Grad Celsius waschen.
Zu bedenken ist, dass Betroffene noch nach Verschwinden der Krankheitszeichen für etwa zwei Wochen Viren ausscheiden.

Daten/Fakten zu Noroviren

Zahlen zur Häufigkeit von Norovirus-Infektionen sind ungenau, da viele Fälle nicht gemeldet werden und die Dunkelziffer groß ist. Nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) ereigneten sich 2010 annähernd 117.000 Erkrankungen in Deutschland, 2011 waren es 93.500 Erkrankungen.
Allerdings handelt es sich nur um nachgewiesene Fälle. Ein Rückgang der Infektionsfälle wäre anhand der Zahlen zu vermuten, ist aber eher unwahrscheinlich. Mit Abstand die meisten Fälle wurden in Bayern gemeldet.

Links zu Noroviren

Informationen des deutschen Grünen Kreuzes e.V.
www. dgk.de/Noroviren

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
www.bfr.bund.de/Noroviren

Informationen des Robert Koch Instituts (RKI)
www.rki.de/Noroviren
Autor: Hofmann, Julia02.03.2015

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