Nierenentzündung bei Baby und Kind

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Wissen zu Nierenentzündung bei Baby & Kind (Nephritis, Glomerulonephritis)

Eine Nierenentzündung mit Befall der der äußeren Nierenschicht oder Nierenrinde heißt in der Fachsprache Glomerulonephritis. Die betroffenen Nierenkörperchen (Glomeruli) bestehen aus kleinsten Gefäßen, die den sogenannten Primärharn bilden.
Das ist eine Vorstufe des Urins, der letzlich ausgeschieden wird. Der Primärharn ist noch nicht so konzentriert und durchläuft nach den Nierenkörperchen die Nierenkanälchen, die für die endgültige Konzentration des Urins sorgen.

Die Nierenkörperchen erfüllen eine sehr wichtige Filterfunktion. Salze, Eiweiße, Abfallstoffe und andere Stoffe gelangen auf diese Art aus dem Blut in den Urin. Sind die Nierenkörperchen entzündet oder geschädigt, können sie das Blut nicht mehr in ausreichendem Umfang filtern.
Einige, auch giftige Stoffe verbleiben im Blut, andere Substanzen, die gar nicht in den Urin gehören, wie etwa bestimmte Eiweiße, werden aber ausgeschieden.

Zu einer Nierenentzündung bei Kindern kann es aus verschiedenen Gründen kommen:

  • Die postinfektiöse Nierentzündung folgt einem Infekt der oberen Atemwege nach einer Angina. Bestimmte Eiweißstrukturen (Antigene) der die Angina verursachenden Bakterien (Streptokokken) schädigen Zellen der Nierenkörperchen.
  • Ist der Eiweißverlust über die Nieren sehr hoch, dass ein Mangel im Blut entsteht, kann es zu Wassereinlagerungen (Ödemen) in Geweben kommen. Denn die Eiweiße im Blut binden Wasser. Typisch sind Ödeme im Gesicht. Dieses Krankheitsbild unterschiedlicher Ursachen wird als nephrotisches Syndrom bezeichnet.
  • Die IgA-Nephritis kommt ebenfalls bei Kindern vor. Antikörper der Klasse IgA lagern sich in den Nieren ab und lösen eine Entzündung aus.
Eine chronische Nierenentzündung kann Folge von Infekten oder rheumatischen Erkrankungen sein.

Ursachen

Bei Nierenentzündungen handelt es sich um Immunprozesse, häufiger aufgrund vorhergehender Infektionen und im Rahmen verschiedener Erkrankungen. Oftmals lässt sich eine Ursache aber nicht ausmachen.

Diagnose zu Nierenentzündung bei Baby & Kind (Nephritis, Glomerulonephritis)

Vorhergehende Infekte und die Beschwerden können den Verdacht auf eine Nierenentzündung ergeben. Möglicherweise fällt bei der Blutdruckmessung ein erhöhter Blutdruck auf. Die Urinuntersuchung ergibt, dass sich Blut und Eiweiß im Urin befindet.
Eine Prüfung der Nierenfunktion durch eine Blutuntersuchung ist nötig, ebenso wie die Bestimmung von Blutsalzen und dem Säure-Basen-Gleichgewicht. Im Blut lässt sich möglicherweise auch die Ursache der Nierenkrankheit aufspüren. Ultraschalluntersuchungen zeigen etwaige Veränderungen der Nieren.
Meist ist eine Krankenhauseinweisung sinnvoll, um die Ursache der Entzündung rasch abzuklären. Eine Gewebeprobe (Biospie) kann nötig werden, wenn die Entzündung die Nierenfunktion stark beeinträchtigt und die Ursache unklar ist.

Symptome

Kinder mit Nierenentzündung können unter verschiedenen Symptomen leiden:
  • Beeinträchtigtes Allgemeinbefinden
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • dunkler, auch rötlich verfärber Urin
  • geringe Urinmengen
  • Schwellungen im Gesicht, vor allem der Augenlider und verquollenes Aussehen
  • Gewichtszunahme aufgrund von Wassereinlagerungen.

Behandlung zu Nierenentzündung bei Baby & Kind (Nephritis, Glomerulonephritis)

Je nach Ursache der Nierenentzündung können entzündungshemmen-de Medikamente wie Kortison oder immununterdrückende Medikamente zum Einsatz kommen. Ist die Entzündung Folge einer bakteriellen Infektion, erhalten Kinder Antibiotika.

Weitere Maßnahmen sind:

  • köperliche Schonung
  • eiweiß- und salzarme Kost
  • blutdrucksenkende Medikamente bei Bluthochdruck.

Prognose

Bei Kindern handelt es sich häufig um eine postinfektiöse Glomerulonephritis. Fast immer heilt die Entzündung vollständig aus. Chronische Entzündungen verlaufen oft ungünstiger.
Ein zunehmender Verlust der Nierenfunktion macht möglicherweise eine Blutwäsche (Dialyse) erforderlich. Selten kann es im Rahmen einer akuten Nierenentzündung zum raschen Verlust der Nierenfunktion kommen.

Selbsthilfe zu Nierenentzündung bei Baby & Kind (Nephritis, Glomerulonephritis)

Postinfektiöse Nierenentzündungen nach Streptokokkeninfektionen entstehen, weil Antibiotika nicht oder unzureichend lange verabreicht wurden. Deshalb ist die Ausheilung einer Angina- oder Scharlacherkrankung wichtig.
  • Geben Sie ihrem Kind das Antibiotikum also aureichend lange und brechen Sie die Behandlung nicht vorzeitig ab, etwa weil das Kind keine Beschwerden mehr hat.
Darüberhinaus ist eine Vorbeugung von Nierenentzündungen nur eingeschränkt durch eine gesunde Lebensweise und der Stärkung des Immunsystems möglich.

Links zu Nierenentzündung bei Baby & Kind (Nephritis, Glomerulonephritis)

Prof. Dr. med. J. Mann, Städtisches Klinikum München GmbH
Klinik für Nieren- Bluthochdruck- und Rheumakrankheiten
Kölner Platz 1
80804 München
http://www.nierenbuch.de/

AMGEN GmbH
Hanauer Straße 1
80992 München
Tel: 089 - 149 09 60
Fax: 089 - 149 096-2000
http://www.niere.org/

Bundesverband Niere e.V.
Weberstraße 2
55130 Mainz
Tel: 06131 - 851 52
Fax: 06131 - 835 198
E-Mail: geschaeftsstelle@bnev.de
http://www.bundesverband-niere.de/412/die-niere/

Berufsverband der Deutschen Urologen e.V.
Uerdinger Str. 64
40474 Düsseldorf
http://www.urologenportal.de/nieren_und_harnwegsinfektionen.html

Deutsche Gesellschaft für Nephrologie
Klinikum Hannover-Oststadt
KfH-Nierenzentrum
Podbielskistr. 380
30659 Hannover
http://www.dgfn.eu/patienten/was-nieren-krank-macht/nierenbeckenentzuendung-pyelonephritis.html
Autor: Hofmann, Julia01.03.2015

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