Nasennebenhöhlen-Entzündung bei Baby und Kind

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Wissen zu Nasennebenhöhlen-Entzündung bei Kindern

Nasenenebenhöhlenentzündungen bei Kindern entstehen häufig in Zusammenhang mit einer Erkältung, einem viralen Infekt der oberen Atemwege. Dabei entzünden sich die Nebenhöhlen altersabhängig, denn nicht alle Nebenhöhlen sind bereits bei der Geburt ausgebildet.
Entzündungen der Nebenhöhlen kommen deshalb meist erst ab dem Schulalter vor. Die Nasennebenhöhlen befinden sich in den Schädelknochen und sind mit Schleimhaut ausgekleidete Höhlen. Sie befeuchten und erwärmen die Atemluft und beeinflussen das Riechen, den Geschmack und die Stimmbildung. Der von der Schleimhaut gebildete Schleim wird normalerweise über kleinste Härchen in Nase und Rachen transportiert, um abzufließen.

Der Mensch besitzt mehrere Nebenhöhlen: Stirnhöhlen, Kiefernhöhlen, Siebbbeinhöhlen und Keilbeinhöhlen. Da die Schleimhäute im Bereich der Nase bei einer Erkältung geschwollen sind, kann sich der Schleim aus den Nasenenebenhöhlen nicht entleeren und sammelt sich an.
Er bildet den idealen Nährboden für Keime. Die Entzündung ist häufig von Bakterien verursacht. Die Nebenhöhlenentzündung kann akut oder chronisch sein. Am häufigsten kommt es im Rahmen eines Infekts zu einer akuten Entzündung, die in der Regel innerhalb weniger Wochen abheilt.
Bleibt dies aus oder kommt es nach kürzeren Zeitabständen immer wieder zu Problemen oder bestehen Beschwerden andauernd, kann aus einer akuten eine chronische Entzündung werden. Besonders chronische Erkrankungen können bei Kindern Symptome verursachen, die nicht zwangsläufig an eine Sinusitis denken lassen.

Ursachen

Ursache der akuten Nasenenebenhöhlenentzündung ist meist ein viraler Infekt (Erkältung). Die Entzündung kann aber auch auf Grund von Allergien (Allergische Rhinosinusitis), Infektionskrankheiten wie Masern oder Grippe oder bei vergrößerten Rachenmandeln entstehen. Die Nasenkanälchen sind verstopft und der Schleim der Nebenhöhlen kann nicht abtransportiert werden. Keime können sich im gestauten Sekret vermehren und eine Entzündung auslösen. Bei der chronischen Form der Erkrankung spielen häufig weitere Ursachen eine Rolle: Die Nasenscheidewand ist möglicherweise verkrümmt oder Schleimhautpolypen verstopfen die Abflusswege. Zahnwurzelentzündungen können ebenfalls eine Ursache sein.

Diagnose zu Nasennebenhöhlen-Entzündung bei Kindern

Die Symptome der akuten Nebehöhlenentzündung können bereits den Verdacht auf die Erkrankung lenken. Wichtig sind zudem Informationen zur Krankengeschichte wie Allergien oder Häufigkeit oberer Atemwegsinfekte.

Weitere Untersuchungen sind:
  • Körperliche Untersuchung: Durch Abtasten und Beklopfen der Nebenhöhlen sowie die Inspektion des Mund- und Rachenraumes
  • Blutuntersuchung, um erhöhte Entzündungswerte nachzuweisen
  • Spiegeluntersuchung der Nase (Endoskopie) zur Beurteilung der Anatomie und des Sekrets
Eventuell bildgebende Untersuchungen wie:

Symptome

Die Beschwerden bei der Nebenhöhlenentzündung können denen Erwachsener gleichen, nicht selten ist die Symptomatik aber besonders bei chronischer Erkrankung geringer ausgepägt oder untypisch.

Akute Sinusitis:
Kinder weisen oft ähnliche Symptome auf wie Erwachsene:
  • Vorhergehender oder noch anhaltender oberer Atemwegsinfekt
  • Druckschmerzen im Gesicht, die sich bei Bücken oder bei Erschütterung verschlimmern
  • Kopfschmerzen
  • Möglicherweise Fieber
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Nasensekret (gelb-grünlich, eitrig)
  • Behinderte Nasenatmung
  • Riech- und Geschmacksverlust.
Chronische Sinusitis:
  • Möglicherweise geringe oder fehlende Schmerzen
  • Nasenatmung oft nur einseitig behindert
  • Husten
  • Unklare Temperaturerhöhungen
  • Bauchschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit (auch in der Schule).

Behandlung zu Nasennebenhöhlen-Entzündung bei Kindern

Bei der akuten Sinusitis helfen abschwellende Nasentropfen, die jedoch nicht mehr als eine Woche lang verabreicht werden sollten. Schleimlösende Medikamente ergänzen die Therapie.
Dampfbäder mit Kamillie oder Kochsalz befeuchten ebenfalls die Atemwege und verflüssigen den Schleim. Manchmal ist die Einnahme eines Antibiotikums nötig, um die Bakterien zu bekämpfen. Bei drohenden Komplikationen kann eine Operation notwendig sein, um den Abfluss des Sekretes zu verbessern und möglicherweise die Nebenhöhlen zu spülen.
Der kleine Eingriff ist meist mit einem Endoskop über die Nase möglich.
Bei der chronischen Form der Erkrankung kommen Operationen häufiger zum Einsatz. Wichtig ist die Beseitigung der Ursache der chronischen Entzündung.

Prognose

Bei rechtzeitiger und ausreichend langer Behandlung heilen akute Entzündungen in der Regel nach einiger Zeit aus. Werden mögliche zugrundeliegende Ursachen jedoch nicht beseitigt, kann es immer wieder zu Entzündungen kommen.
Auch für chronische Entzündungen gilt, dass der dauerhafte Behandlungserfolg von der Beseitigung der Ursache abhängt.

Selbsthilfe zu Nasennebenhöhlen-Entzündung bei Kindern

Die Nasennebenhöhlenentzündung kann mit unterstützenden Maßnahmen besser heilen:
  • Hohe Flüssigkeitszufuhr. Geeignet sind Kräutertees (mit Thymian, Kamille, Holunderblüten, Salbei) oder einfach nur Wasser
  • Befeuchtung der Schleimhäute durch Anfeuchten der Raumluft, meersalzhaltige Nasensprays und Inhalationsbehandlungen mit Kamillendampf oder Kochsalz
  • Vor Inhalationsbehandlungen abschwellende Nasentropfen
  • Bestrahlung mit Rotlicht.
Einige Patienten profitieren auch von alternativen Behandlungen etwa homöopathischen Ansätzen.

Links zu Nasennebenhöhlen-Entzündung bei Kindern

Informationen und Empfehlungen der Infektliga e.V.
http://www.infektliga.de/empfehlungen/hno-infektionen/sinusitis/

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
http://leitlinien.degam.de/uploads/media/Langfassung_Rhinosinusitis-005B.pdf

Antibiotika bei akuter Sinusitis weitgehend wirkungslos
Artikel Ärzteblatt vom 15.02.2012
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49127
Autor: Hofmann, Julia29.07.2014

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