Nagelpilz

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Wissen zu Nagelpilz

Nagelpilz ist die häufigste Nagelerkrankung beim Menschen und tritt mit zunehmendem Alter öfter auf. Da er sich nicht von alleine zurückbildet und ansteckend ist, muss der Pilz in jedem Fall ärztlich behandelt werden, sonst wächst er stetig weiter und kann den gesamten Nagel mitsamt der Nagelplatte zerstören.

Nagelpilz tritt vorwiegend an feuchtwarmen Stellen auf, was auch erklärt, dass Zehennägel wesentlich häufiger als Fingernägel betroffen sind. Die Behandlung ist komplizierter und langwieriger als beim Fußpilz.

Ursachen

Nagelpilz wird in den meisten Fällen durch Fadenpilze (Dermatophyten, vor allem die Gattung Trichophyton rubrum) verursacht. Aber auch Hefepilze mit einem Anteil von acht Prozent und Schimmelpilze mit sechs Prozent sind als Verursacher von Nagelpilz auszumachen.

Auch Mischformen kommen vor. Pilze bevorzugen für ihre Ausbreitung ein feuchtwarmes Klima. Das führt dazu, dass Pilzerkrankungen in Zehenzwischenräumen, Leistenbeugen, Hautfalten und Achseln auftreten. Sie leben von Keratin, einer Hornsubstanz, aus der Haut, Haare und Nägel bestehen. Deshalb finden sie hier ideale Lebensbedingungen, um zu wachsen.
Nagelpilz tritt häufig als Folge von Fußpilz auf, er kann aber auch auf direktem Wege entstehen, vor allem beim Besuch öffentlicher Bäder, Saunen, Duschen und Umkleideräumen in Sportgaststätten oder Fitnessstudios - Orte, an denen viele Menschen barfuß laufen. Wer ist besonders gefährdet?

Grundsätzliche Risikofaktoren
  • Wiederholte Verletzungen, etwa durch falsche Nagelpflege, zu enges Schuhwerk oder durch Sport
  • Fehlstellung der Füße, Zehen, die zu nah oder übereinander liegen
  • Durchblutungsstörungen wie bei Arteriosklerose
  • Stoffwechselstörungen
  • Störungen des Nagelwachstums
  • Veranlagung
  • Ein geschwächtes Immunsystem
  • Einnahme von Medikamenten, die die körpereigene Abwehr schwächen
  • Falsches Schuhwerk.

Risikogruppen
  • Ältere Menschen: schlechtere Durchblutung, geschwächtes Immunsystem, häufige Tabletteneinnahme, verschiedene Krankheiten
  • Diabetiker: schlechte Durchblutung der Füße, geschwächte Abwehr, Sensibilitätsstörungen, sodass kleinere Verletzungen oft nicht so gut bemerkt werden
  • Sportler: viel Kontakt in Gemeinschaftseinrichtungen, starkes Schwitzen im Sportschuh, aufgeweichte Haut
  • Berufsgruppen wie Bauarbeiter und Bergleute durch zu enges, festes Sicherheitsschuhwerk
Grundsätzlich sind alle Menschen gefährdet, die an Durchblutungsstörungen leiden.

Diagnose zu Nagelpilz

Ein Nagelpilz ist oft schon durch die Verfärbung und Verformung des Nagels zu erkennen. Um eine Pilzerkrankung erfolgreich zu behandeln, ist es wichtig, die genaue Pilzart zu ermitteln. Für eine Labosuntersuchung wird ein kleines infiziertes Naagelstück abgeschnitten oder abgefräst.
Dies kann dann mit Lösungsmittel präpariert und unter dem Mikoskop auf Pilzsporen untersucht werden.
Wenn diese entdeckt werden, wird daraufhin mit Nagelspänen eine Pilzkultur auf einem speziellen Nährboden angesetzt, um Pilzkolonien zu kultivieren. Erst dann kann die genaue Pilzart ermittelt und die genau passende Behandlung eingeleitet werden.

Symptome

  • weißliche bis gelblich-braune Verfärbungen des Nagels
  • die Nagelplatte wird dicker
  • das Nagelbett entzündet sich
  • die Nägel werden brüchig und einzelne Nagelschichten lösen sich ab
  • der Nagel verfärbt sich in weißen Streifen oder Flecken.
Bei einem Befall mit Fadenpilzen (Dermatophyten) beginnt die Zerstörung des Nagels meist am vorderen Nagelrand und breitet sich dann über die ganze Nagelplatte aus.
Dabei wird das Keratin langsam aufgelöst und es bilden sich luftgefüllte Hohlräume, in denen sich die Fadenpilze gut vor pilzzerstörenden Medikamenten schützen können.
Hefepilze hingegen setzen eher am Nagelwall an, also da, wo der Nagel herauswächst. So wird auch der neue Nagel gleich wieder infiziert. Der Nagel wird rauh und brüchig und hebt sich teilweise sogar vom Nagelbett ab.

Eine Nagelpilzinfektion ist zwar keine lebensbedrohliche Erkrankung, sollte aber dennoch sehr ernst genommen werden. Der Befall kann sehr schmerzhaft werden und Funktionseinschränkungen beim Gehen kommen häufig vor.
Ausserdem ebnen Pilze den Weg für andere Erkrankungen, da die winzigen Verletzungen an Haut und Nagel eine gute Eintrittspforte für Viren und Bakterien darstellen.

Behandlung zu Nagelpilz

Die Behandlung bei Nagelpilz erfolgt mit pilzabtötenden Medikamenten (Antimyotika). Sie hemmen das weitere Wachstum und töten Pilze gezielt ab.

Es wird jedoch unterschieden, wie weit der Nagelpilzbefall fortgeschritten ist:
  • Solange der Pilz nur obere Hornschichten befallen hat, kann die Behandlung noch äußerlich stattfinden. Dies geschieht mit antimyotischen Tinkturen und Salben, die regelmäßig auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden und die Wirkstoffe Ciclopirox oder Amorolfin enthalten.
  • Ist der Pilz jedoch bereits in den Nagelfalz oder die Nagelwurzel vorgedrungen, kann sich der Nagel dadurch immer wieder von neuem infizieren. Hier ist zusätzlich eine innere Behandlung angezeigt, die über die Einnahme von Tabletten oder Kapseln den Wirkstoff über die Blutbahn an die betroffene Stelle transportiert. Die Auswahl des Mittels richtet sich auch hier nach der ermittelten Pilzart. Ist diese unbekannt, kommt ein Breitspektrum-Antimyotikum zum Einsatz.
  • Zusätzlich stehen noch Salben zur Verfügung, die in hoher Konzentration die Wirkstoffe Kalium jodatum oder Harnstoff enthalten. Sie tragen, regelmäßig aufgetragen, die oberen Nagelschichten ab, sodass die Hohlräume aufgelöst werden und eine Abtötung der dort vorhandenen Pilzsporen erfolgen kann.
  • Ein neues Verfahren verspricht eine schnellere Heilung: mithilfe eines energiereichen Lasers wird der Nagel innerhalb weniger Minuten auf 50 Grad erhitzt. Dies soll die Gesamtmedikation wirksam unterstützen und die Behandlungsdauer verkürzen.
Früher wurde auch eine chirurgische Entfernung des ganzen Nagels vorgenommen. Davon wurde mittlerweile abgesehen, da eine Komplettentfernung sehr schmerzhaft ist und durch mögliche Verletzungen eine erhöhte Infektionsgefahr besteht. Alternativ können die befallenen Nagelschichten wiederholt mit einer kleinen Fräse abgetragen werden. Dann wird das Pilzmittel so lange und regelmäßig aufgetragen, bis der Nagel gesund nachwächst.

Prognose

Die Heilungschancen bei Nagelpilz sind umso größer, je eher die Behandlung begonnen wird. Bei äußerer Medikation mit Tinkturen und Cremes muss mit durchschnittlich sechs Monaten, bei Tabletteneinnahme mit etwa drei Monaten Behandlungsdauer gerechnet werden.
Voraussetzung für den Erfolg sind also Geduld und Disziplin. Eine Komplikation kann entstehen, wenn die Nagelplatte sich verformt, der betroffene Nagel so einwachsen kann und sich der umliegende Hautbereich entzündt (Paronychie).
Die Erreger könnten dann auf die Haut übergehen, was die Ausheilung wiederum erschweren würde.

Selbsthilfe zu Nagelpilz

Maßnahmen zur Vermeidung von Nagelpilz:
  • Tragen Sie bequeme, gut sitzende Schuhe aus atmungsaktivem Material, feuchte Schuhe wechseln und trocknen lassen
  • Tragen Sie in öffentlichen Einrichtungen Badeschuhe
  • Trocknen Sie Hände und Füße nach dem Baden und Duschen gründlich ab
  • Waschen Sie Handtücher, Socken, Badematten und Bettwäsche mindestens bei 60 Grad
  • Benutzen Sie nur Socken aus natürlichen Materialien und wechseln Sie diese täglich
  • Gehen Sie bei der Nagelpflege vorsichtig vor und vermeiden Sie kleine Verletzungen
  • Behandeln Sie Ihr Diabetes und sorgen Sie für gute Blutzuckerwerte.

Zusätzliche Maßnahmen zur therapeutischen Behandlung:
  • Benutzen Sie ein eigenes Handtuch für die betroffenen Füße (oder Hände) und wechseln Sie dies täglich
  • Reinigen Sie Ihr Nagelpflegeset sehr gründlich, am besten durch Desinfektion
  • Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig gründlich nach Berührung der betroffenen Nägel
  • Desinfizieren Sie Socken und Schuhe

Daten/Fakten zu Nagelpilz

Etwa 20 bis 30 Prozent der Deutschen über 40 Jahren leiden unter Nagelpilz, während Kinder es noch selten trifft. Dies liegt daran, dass ihre Haut noch besser durchblutet ist.
Die Fußnägel sind etwa viermal häufiger betroffen als die Fingernägel, was unter anderem auf die höhere Hautfeuchtigkeit der Füße in Socken und Schuhen zurückzuführen ist. Naturvölker sind von Nagelpilz nur wenig betroffen.

Links zu Nagelpilz

Alles zu Nagelpilz
http://www.ratgeber-nagelpilz.com

Nagelpilz Verein e.V.
http://www.nagelpilzverein.de

Deutscher Podologenverband e.V.
http://www.podologen.de

Podologische Fachpraxen bundesweit vom Deutschen Podologen Verband e.V.
http://www.podologenpraxen.de

Spezielle Informationen für Diabetiker
http://www.gfmk.de
Autor: Funk, Silke28.07.2014

Quellenangabe für Zitate

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