Mausarm (RSI-Syndrom)

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Wissen zu Mausarm (RSI-Syndrom)

Der Begriff Mausarm wird umgangssprachlich für Funktionsstörungen und Schmerzen insbesondere von Unterarm und Hand verwendet. Es kommt dabei zu kleinsten Gewebeverletzungen mit Narbenbildungen und dadurch zu einer Kraftminderung sowie Empfindungsstörungen, gefolgt von Schmerzen.
Die kleinen Verletzungen können wieder ausheilen, führen jedoch unbehandelt zum chronischen Verlauf und somit zum eigentlichen RSI-Syndrom.

Ursachen

Verursachend für den Mausarm sind lange Phasen immer gleicher Bewegungen geringen Ausmasses, wie sie beim stundenlangen Bedienen der Computermaus ausgeführt werden. Hinzu kommt eine ungünstige Bedientechnik, eine schlecht zu handhabende Maus und eine ungesunde Sitzposition, was zu einer anhaltenden Fehlbelastung von Händen, Armen, Schultern, Nacken und Wirbelsäule führt.

Diagnose zu Mausarm (RSI-Syndrom)

Es gibt keine Untersuchungsverfahren, mit denen man einen Mausarm feststellen kann. Lediglich die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit kann hilfreich bei der Diagnosestellung sein. Der Einsatz von Ultraschall, Kernspintomographie oder Röntgen kann im Zweifelsfall dazu dienen, andere ursächlich für die Beschwerden denkbare Erkrankungen auszuschließen.

Symptome

Betroffen sind in erster Linie die Hände und Unterarme, aber auch Oberarme und eine steife Schulter-Nackenpartie. Ansonsten kommt es in Händen und Unterarmen zu Beeinträchtigung der Nerven mit:
  • Taubheitsgefühl
  • Kribbeln
  • Kälte (der Hände, vor allem morgens)
  • Störungen der Koordination
  • Schmerzen
  • muskulären Einschränkungen mit Kraftminderung.
Nach einer längeren Pause von den verursachenden Bewegungsmustern lassen die Beschwerden in der Regel nach, treten jedoch bei Wiederaufnahme der belastenden Bewegung rasch erneut auf.

Behandlung zu Mausarm (RSI-Syndrom)

Um einen Mausarm zu behanden, müssen im Idealfall eine Belastungspause eingelegt und die Symptome bekämpft werden.

Eine Schmerzbehandlung erfolgt durch:
  • Schmerzmittel eventuell Cortisonpräparate (gegen Schmerz und Entzündung)
  • gegebenenfalls Medikamente gegen Depression (wirken unter anderem Schmerzmittel-unterstützend bei einer Schmerzbehandlung)
  • Kälteanwendung (eher im Stadium des akuten Entzündungszustandes)
  • Wäremanwendung (eher im Stadium der chronischen Schädigung)
  • Bestrahlung.
Optimierung der Bewegung mit Hilfe von
  • Bewegungsübungen im Wasser
  • Krankengymnastik, gegebenenfalls Massagen.
Nach dem Abklingen akuter Beschwerden sind vor der erneuten Tätigkeitsaufnahme die Arbeitsplatzbedingungen zu optimieren (ergonomischer Arbeitsplatz). Dabei kommt es zunächst auf den richtigen Stuhl mit der richtigen rückenentlastenden Sitzposition an, die passende Höhe des Schreibtisches und Anordnung der Arbeits-materialien (PC-Tastatur, Maus) und nicht zuletzt eine angenehm zu handhabende Computermaus.
Beim Arbeiten ist darauf zu achten, monotone Bewegungsmuster immer wieder zu unterbrechen, also nach Möglichkeit Eingabebefehle nicht nur mit der Maus, sondern immer mal wieder mit der Tastatur auszulösen. Weiterhin sollten mehrmals täglich kurze Pausen für Dehnungsübungen oder auch entlastende "große" Bewegungen der Gelenke gemacht werden.
Sollten die Beschwerden bereits chronisch geworden sein und es über die Belastung bei der Arbeit zu psychischen Beeinträchtigungen bis hin zu einer depressiven Verstimmung gekommen sein, so ist auch eine unterstützende Psychotherapie zu erwägen.

Prognose

Beschwerdefreiheit ist möglich, wenn eine ergonomische Arbeitsweise eingehalten und Schmerzen auslösende Bewegungsmuster dauerhaft vermieden werden.
Autor: Schmitt, Sabine27.07.2014

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