Mastdarm-Vorfall

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Wissen zu Mastdarm-Vorfall

Der Mastdarm-Vorfall (Rektum-Prolaps) ist eine Ausstülpung oder Vorfall des Mastdarms durch den After. Die Ausstülpung verursacht Beschwerden und ist fühl- und sichtbar.
Der Mastdarm ist das Ende des Dickdarms und hat eine Länge von zehn bis fünfzehn Zentimeter. Nachdem im Dickdarm der Nahrungsbrei durch Wasserentzug eingedickt wurde, sammelt der Mastdarm den eingedickten Stuhl, der dann ausgeschieden wird. Normalerweise bildet der After die Grenze nach außen und zum Darm.
Vor dem After liegt der einige Zentimeter lange Analkanal, das Ende des Mastdarms. Bei einem Vorfall stülpen sich nicht wie etwa bei Hämorrhoiden nur Gefäßanteile hervor, sondern der komplette Darm mit allen seinen Wandschichten.
Der vorgefallene Mastdarm ist an den kreisförmig angeordneten Schleimhautfalten erkennbar. Ein Vorfall des Mastdarms ereignet sich meistens bei Frauen, die über 50 Jahre alt sind. Doch kann sich ein Vofall auch bei Männern und sogar Kindern ereignen.

Ursachen

Bei den meist weiblichen Betroffenen liegt zumeist eine Beckenboden-schwäche vor. Oft haben sie mehrere Kinder entbunden. Risikofaktoren sind zudem:
  • Verstopfung (Obstipation)
  • Neurologische Erkrankungen
  • Verlängerte Passagezeit im Dickdarm durch verlängerte Darmanteile, aber auch durch Darmkrebs (Kolonkarzinom).

Diagnose zu Mastdarm-Vorfall

Ein Pressversuch kann bereits die Diagnose ermöglichen. Der Befund ist aber nicht immer ausgeprägt und eindeutig.
Zusätzliche Untersuchungen sind sinnvoll, um zugrundeliegende Erkrankungen auszuschließen:
  • Rektale Untersuchung
  • Spiegelung des Rektums (Rektoskopie)
  • Eine Röntgenuntersuchung der Funktion von After und Mastdarm (Defäkografie) ist ebenfalls möglich.
Mit den Untersuchungen sollen vor allem Veränderungen des Darms wie verlängerte Anteile oder Darmkrebs ausgeschlossen werden.

Symptome

Es lassen sich drei Stufen des Mastdarm-Vorfalls unterscheiden:
  • Innerer Prolaps: Der vorgefallene Darm tritt nicht aus dem After heraus
  • Beginnender Vorfall mit einer Ausstülpung des Darms vor allem beim Pressen
  • Vorfall des Darms, der sich auch nicht mehr von selbst zurückverlagert.

Der Darmvorfall kann je nach Schweregrad unterschiedliche Beschwerden verursachen:
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Blutungen
  • Schleimabsonderungen
  • Krämpfe
  • Schmerzen
  • Verstopfung/Durchfall
  • Unfreiwilliger Stuhlabgang (Inkontinenz).

Behandlung zu Mastdarm-Vorfall

Ziel der Behandlung ist eine Beseitigung des Vorfalls, eine Regulierung der Darmtätigkeit und Ausscheidung sowie das Wiederherstellen der Kontinenz. Ein weniger schwerer innerer Vorfall lässt sich möglicherweise konservativ durch Abbinden (Gummibandligatur) behandeln.
Eine Beseitigung des Vorfalls gelingt daneben mit einer Operation.
Mithilfe einer Laparoskopie (Bauchspiegelung) lässt sich der Mastdarm am Kreuzbein befestigen oder ein Teil des Mastdarms entfernen, wenn er bereits geschädigt ist. Die Beckenbodenmuskulatur lässt sich ebenfalls raffen und straffen.

Prognose

Meist sind die operativen Behandlungen wirksam und nehmen dem Patienten auch längerfristig die Beschwerden. Nicht auszuschließen ist aber, dass das Gewebe erneut erschlafft und Darm durch den After austritt. Wichtig ist deshalb eine Regulierung der Verdauung und Ausscheidung.

Selbsthilfe zu Mastdarm-Vorfall

Manche Betroffene können sich bereits mit einfachen Maßnahmen Erleichterung verschaffen:
  • Eventuell vohandene Hämorrhoiden sollten behandelt werden.
  • Eine Nahrungsumstellung bei zu festem oder auch zu flüssigem Stuhlgang kann hilfreich sein.
  • Beckenbodentrainung hilft, die Beckenbodenmuskulatur zu kräftigen und beugt auch anderen typischen Frauenbeschwer-den wie Blasenschwäche und abgesunkener Gebärmutter vor.

Links zu Mastdarm-Vorfall

Informationen Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Rektumprolaps

http://www.kolo-proktologie.de/Krankheiten/Rektumprolaps/rektumprolaps.html

Gastro Liga e.V.
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Autor: Hofmann, Julia03.08.2014

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