Malaria

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Wissen zu Malaria

Malaria bezeichnet die Infektionskrankheit mit Plasmodien (einzellige Parasiten), die durch den Stich einer Anophelesmücke übertragen werden. Die Mücke ist in bestimmten tropischen und subtropischen Gebieten heimisch. Nur selten wird ein Mensch fernab eines Feuchtgebietes angesteckt. In diesen Fällen wurde eine Mücke versehentlich im Flugzeug transportiert (airport-Malaria) oder es erfolgt eine Übertragung mit einer Bluttransfusion.
Der Erreger macht in Mücke und Mensch einen speziellen Entwicklungszyklus durch. Die Mücke überträgt mit ihrem Speichel beim Stich Sporozoiten, die im Menschen aus der Blutbahn rasch in die Leber wandern und dort zu Schizonten heranwachsen und sich rasch vermehren. Die dann zu tausenden entstehenden Merozoiten befallen nach 6-14 Tagen die roten Blutkörperchen, wo sie sich vermehren, zu Schizonten heranwachsen, die dann wieder zu zahlreichen Merozoiten zerfallen.
Beim Freiwerden dieser Merozoiten, was nach kurzer Zeit in allen roten Blutkörperchen zum jeweils gleichen Zeitpunkt abläuft, kommt es zu einem Fieberschub, der charakteristisch ist für die Erkrankung.

Je nach Erregertyp ist der Verlauf der Erkrankung unterschiedlich schwer:
  • Gutartige Form (Ein Drittel der Fälle):
Malaria quartana
  • verursacht von Plasmodium malariae
  • Inkubationszeit 16- 50 (gelegentlich länger) Tage
  • Fieberrythmus mit zwei fieberfreien Tagen
  • keine Spontanheilung
Malaria tertiana
  • verursacht von Plasmodium vivax oder ovale
  • Inkubationszeit 12 Tage bis über einem Jahr!
  • Fieberrhythmus mit einem fieberfreien Tag
  • Spontanheilung nach maximal fünf Jahren

  • Bösartige Form (Zwei Drittel der Fälle):
Malaria tropica
  • verursacht von Plasmodium falciparum
  • Inkubationszeit sieben bis 15 Tage
  • plötzlicher Fieberanstieg mit unregelmäßigem Verlauf
  • schweres Krankheitsbild mit lebensbedrohlichen Komplikationen.

Diagnose zu Malaria

Bei jeder fieberhaften Erkrankung eines Tropenrückkehrers, auch bei bis zu zwei Jahre zurückliegendem Aufenthalt, muss an eine Malaria gedacht und unmittelbar eine stationäre Einweisung mit sofortiger Abklärung am gleichen Tag veranlasst werden. Der Nachweis einer Plasmodieninfektion wird mikroskopisch mit einer Blutuntersuchung durchgeführt.

Symptome

Die Krankheit zeichnet sich in erster Linie durch Fierberschübe aus, die in regelmäßigen Abständen wiederkehren.

Bei der Malaria tropica kommt es unbehandelt zu vielen Organbeteiligungen und lebensbedrohlichen Komplikationen.
  • Malaria tertiana: Jeden dritten Tag kommt es zu Fieberanfällen, die drei bis vier Stunden anhalten. Nach 12 (oder mehr) Anfällen klingen diese meist ab; häufig kommt es nach zweieinhalb bis drei Jahren zu einem Wiederauftreten.
  • Malaria quartana: Weniger plötzlich als bei der Malaria tertiana beginnen hier die Fieberanfälle, die vier bis fünf Stunden andauern und sich jeden vierten Tag wiederholen. Nach 20 oder mehr Anfällen klingt die Erkrankung ab, kann jedoch noch nach bis zu zehn Jahren wiederauftreten.
  • Malaria tropica: Das Fieber steigt plötzlich an und verläuft unregelmäßig. Es bestehen ausgeprägte allgemeine Krankheitserscheinungen mit Leber- und Milzvergrößerung, Erbrechen, blutigem Durchfall, Bewußtseinsstörungen bis zur Bewußtlosigkeit (Koma), Nierenversagen, beschleunigtem Herzschlag und unzureichender Atmung. Eine häufig tödliche Komplikation ist das sogenannte Schwarzwasserfieber, das auf einer Hämolyse (einem sich-Auflösen der roten Blutkörperchen) beruht. Es kommt zum Ausscheiden eines dunkelroten bis schwarzbraunen Urins, verbunden mit Blutarmut und Zerstörung von Nieren-, Leber- und Herzgewebe.

Behandlung zu Malaria

Die Behandlung einer Malaria sollte im Krankenhaus erfolgen und muss noch am Tag des Erkrankungsverdachts eingeleitet werden. Die Wahl der Medikamente hängt von der Schwere der Erkrankung und der Begeiterkrankungen ab. Bei der Malaria tropica kommen bei auftretenden Komplikationen umfangreiche intensivmedizinische Maßnahmen hinzu.

An Medikamenten stehen grundsätzlich folgende Wirkstoffe zur Verfügung:
  • Chloroquin
  • Proguanil
  • Primaquine
  • Halofantrin
  • Mefloquin
  • Chinin
  • Doxycyclin
  • Atovaquon
  • Artemether plus Lumefantrin

Prognose

Bei früher Diagnose und umgehend eingeleiteter stationärer Therapie können Todesfälle vermieden werden. Die Sterblichkeit der Malaria tropica beträgt in Deutschland circa zwei Prozent. Unbehandelt sterben über 20% der Patienten!

Selbsthilfe zu Malaria

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist, den Stich der Anophelesmücke zu vermeiden.
Sollte eine Reise in gefährdete Gebiete nicht zu vermeiden sein, so gelten folgende vorbeugende Empfehlungen:
  • Die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang (Hauptstechzeit) im Freien meiden
  • Fenster und Türen mückensicher vergittern
  • Schlafen unter Moskitonetzen
  • Tragen von heller, den gesamten Körper bedeckender Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen, die am Ende jeweils dicht abschließen
  • Einreiben freier Körperstellen mit mückenabweisenden Mitteln (Repellents)
  • Versprühen von Insektiziden (Basis: Pyrethrum) in nichtklimatisierten Innenräumen; klimatisierte werden von Mücken meist nicht von aussen angeflogen.

Je nach Gefährdungsgrad in der bereisten Zone und Dauer des Aufenthaltes gelten unterschiedliche Richtlinien zur Anwendung von Medikamenten. Zum einen wird unter Umständen eine Chemoprophylaxe (vorbeugende regelmäßige Medikamenteneinnahme) angeraten, die nach aktuellen Empfehlungen erfolgen sollte.
Zum anderen wird jeder Reisende eine "stand-by-Medikation" erhalten, die er im Verdachtsfall (bei eintretendem Fieber) und nicht unmittelbar erreichbarer ärztlicher Versorgung einnehmen sollte. Eine diagnostische Abklärung hat trotzdem schnellstmöglich zu erfolgen mit entsprechender Anpassung der Behandlung.

Gegebenenfalls kann ein Malaria tropica-Schnelltest bei der Entscheidung über den Medikamenteneinsatz helfen. Eine vorherige sorgfältige Einweisung in die Handhabung und Bewertung des Test ist jedoch unabdingbar.
In jedem Verdachtsfall ist umgehend ärztliche Hilfe zu suchen. Auch eine korrekt durchgeführte Prophylaxe schützt nicht sicher vor einer Malaria!

Daten/Fakten zu Malaria

Von Malaria am stärksten betroffen sind allgemein tropische und subtropische Gebiete, speziell die tropischen Gebiete von Afrika, das südliche Asien, Gebiete im Südwestpazifik und Teile von Zentral- und Südamerika; dort leben über 2,5 Milliarden Menschen in Gebieten mit begrenztem und hohem Ansteckungsrisiko. 40% der Weltbevölkerung sind der Malariagefahr ausgesetzt!

Es gibt schätzungsweise bis zu 500 Millionen Malariakranke, davon 90% in Afrika. In Deutschland kommt es zu cira 1.000 importierten Fällen pro Jahr; bei zwei Drittel davon handelt es sich um die Malaria tropica. 80% der Reisenden haben die Krankheit in Afrika erworben und dort vor allem in Kenia. Allein in Afrika sterben circa zwei Millionen Kinder pro Jahr an Malaria.

Links zu Malaria

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) e.V.
Info Service
Postfach 40 04 66
80704 München
Tel: 089 - 218 038 30
Fax: 089 - 336 038
E-Mail: dtg@lrz.uni-muenchen.de
http://www.dtg.org
Länderinformationen: http://www.dtg.org/laender.html

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel: 030 - 187 540
Fax: 030 - 187 542 328
http://www.rki.de

Weltgesundheitsorganisation (WHO)
http://www.who.int
Autor: Schmitt, Sabine27.07.2014

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