Loa loa (Loaose)

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Wissen zu Loa loa (Loaose)

Loa Loa (auch: Loiasis, Calabar-Schwellung, Kamarunbeule, afrikanischer Augenwurm) ist eine tropische Infektionskrankheit, die durch einen fadenförmigen Wurm verursacht wird und ausschließlich in West- und Zentral-Afrika vorkommt. Bei Loa Loa handelt es sich um eine Filariose, eine Infektion mit einem parasitischen Fadenwurm. Der Wurm ist eine etwa drei bis sieben Zentimeter lange Wanderfilarie, das bedeutet, er wandert unter der Haut, selten auch in inneren Organen und im Gehirn. Dabei verursacht er vorübergehende Schwellungen (vor allem an den Armen und im Gesicht), die mit Spannungsgefühlen und Juckreiz verbunden sind. In manchen Fällen wandert er durch die Bindehaut des Auges und wird dort sichtbar.

Übertragung
Übertragen wird Loa Loa durch die Bremsenarten Chrysops dimidiata und Chrysops silacea. Bei einem Bremsenstich werden die Wurmlarven (Filarien) in die Haut abgegeben. Nach etwa drei Monaten entstehen daraus ausgewachsene Würmer. Sie leben im Fettgewebe unter der Haut und können sich mit einer Geschwindigkeit von circa einem Zentimeter pro Minute fortbewegen, was die Schwellungen verursacht. Die weiblichen Würmer geben ihre Nachkommen als Mikrofilarien in das Gewebe ab, von wo aus sie zwischen 10.00 Uhr und 16.00 Uhr über die Lymphgefäße in den Blutkreislauf gelangen. Dann können sie bei Bremsenstichen wieder von Bremsen aufgenommen und weiter auf Menschen übertragen werden. Die Lebenserwartung der Würmer im menschlichen Körper beträgt bis zu 17 Jahren.

Verbreitung
Der Wurm Loa Loa kommt ausschließlich in West- und Zentralafrika zwischem dem 10. Grad nördlicher Breite und dem 5. Grad südlicher Breite vor (vor allem in Nigeria, Kamerun, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Gabun, Republik Kongo und Demokratische Republik Kongo, Sudan und Nord-Angola).

Diagnose zu Loa loa (Loaose)

Mit einer Blutabnahme um die Mittagszeit können Mikrofilarien und Antikörper im Blut nachgewiesen werden (Mittags ist die Zahl der Mikrofilarien im Blut am höchsten).

Symptome

Meist treten die Symptome erst nach etwa einem Jahr auf, in manchen Fällen bereits schon einige Monate nach Infektion:
  • Weiche, juckende 5 bis 20 cm große Hautschwellungen vor allem an Unterarmen, am Rumpf und im Gesicht. Die Schwellungen dauern zwei bis vier Tage an und sind zum Teil mit Schmerzen, Rötungen, Hitze- und Spannungsgefühl verbunden.
  • Juckende, tränende und schmerzende Augen, wenn ein Wurm durch die Bindehaut wandert. Teilweise ist der Wurm dann auch zu sehen.

Behandlung zu Loa loa (Loaose)

Loa Loa wird mit Medikamenten behandelt. Der Wirkstoff Diethylcarbamazin führt zum Absterben der Mikrofilarien und teilweise auch der erwachsenen Würmer. Die Behandlung erfolgt über einen Zeitraum von drei Wochen, allerdings darf das Medikament nicht verabreicht werden, wenn der Patient gleichzeitig an anderen parasitären Wurmerkrankungen leidet. Alternativ werden die Mittel Ivermectin oder Albendazol eingesetzt. Zusätzlich wird zur Bekämpfung allergischer Reaktionen bei schweren Infektionen Kortison angewendet. Würmer unter der Bindehaut des Auges lassen sich operativ entfernen.

Prognose

In der Regel ist Loa Loa gut behandelbar. In seltenen Fällen kann es bei bereits lange bestehender Infektion zu späten Komplikationen wie Entzündung der Hirnhäute (Meningoenzephalitis), der Herzinnenhaut (Endokarditis), des Gehirns oder einer Nierenschädigung kommen. Die verwendeten Medikamente können allerdings schwere Nebenwirkungen hervorrufen.

Selbsthilfe zu Loa loa (Loaose)

Ein konsequenter Schutz gegen Bremsenstiche ist die einzige Möglichkeit zur Prophylaxe. Ziehen Sie im Verbreitungsgebiet immer Kleidung an, die Arme und Beine bedeckt. Verwenden Sie Insektenschutzmittel (Repellents) und Moskitonetze.

Daten/Fakten zu Loa loa (Loaose)

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sind derzeit zwischen 20 und 40 Millionen Menschen in Afrika mit Loa Loa infiziert.

Links zu Loa loa (Loaose)

Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Bernhard-Nocht-Strasse 74
20359 Hamburg
bni@bni-hamburg.de
http://www.bni-hamburg.de

Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) e.V. gibt auf ihrer Internetseite eine Übersicht über tropenmedizinische Institutionen in Deutschland mit Kontaktdaten:
http://www.dtg.org/institut.html
Autor: Volkner, Angela27.07.2014

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