Listeriose

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Wissen zu Listeriose (Listeria monocytogenes-Infektion)

Die Listeriose ist eine Infektion mit Bakterien, den Listerien. Eine Spezies dieser Bakterien (Listeria monocytigenes) sind für die Listeriose verantwortlich. Über Lebensmittel ist eine Infektion möglich, eine Erhitzung von Lebenmitteln tötet die Bakterien ab. Die Bakterien vermehren sich nach der Aufnahme in Zellen des Verdauungstraktes. Bei intaktem Immunsystem muss es zu keiner Infektion kommen. Möglich sind sowohl leichte uncharakteristische Krankheitserscheinungen, wie auch schwerere Symptome und vor allem bei immungeschwächten Menschen schwere Erkrankungen mit möglicher Todesfolge. Infektionen von schwangeren Frauen bergen das Risiko, dass die Keime über die Plazenta das ungeborene Kind infizieren. Dies führt zu schweren Krankheitserscheinungen beim ungeborenen Kind mit der möglichen Folge einer Fehl- oder Totgeburt. Zeichen der Infektion nach der Geburt sind ebenfalls lebensgefährlich. Vorbeugende Maßnahmen zielen deshalb darauf ab, Infektionen von Menschen zu verhindern. Dashalb müssen Lebenmittelproduzierende und -verarbeitende Betriebe strenge Auflagen und Hygienemaßnahmen einhalten.

Ursachen

Das Bakterium befindet überall in der Umwelt, insbesondere in der Erde. Somit findet es sich auch an Pflanzen, im Abwasser und an Tieren sowie in landwirtschaftlichen Betrieben. Es kann in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fleischerzeugnissen, Fisch und Fischerzeugnissen sowie in Milch und Milchprodukten (Käse!) vorkommen. Aber auch pflanzliche Produkte können verunreinigt sein. Die Aufnahme der Bakterien über Lebensmittel kann zu einer Infektion führen.

Diagnose zu Listeriose (Listeria monocytogenes-Infektion)

Anhand der Beschwerden und Symptome lässt sich die Erkrankung nicht sicher diagnostizieren. Deshalb ist ein Nachweis des Erregers aus Blut und Körperflüssigkeiten oder dem Stuhl notwendig. Auch in Lebensmitteln lassen sich die Keime nachweisen, allerdings sollten die Proben an ein bestimmtes Labor, das Nationale Referenzlabor, geschickt werden.

Symptome

Bei Aufnahme der Bakterien kommt es bei Gesunden oftmals zu keiner Erkrankung. Es kann aber auch innerhalb von drei bis 70 Tagen zu grippeähnlichen Beschwerden kommen. Daneben sind Beschwerden möglich, die bereits wenige Stunden nach der Infektion auftreten können und von selbst abklingen:

Auch eine lokale Infektion der Haut mit pustelartigen Hautveränderungen kann bei direktem Kontakt etwa mit bakterienhaltiger Erde vorkommen.
Personen mit einer Abwehrschwäche wie Neugeborene, Ältere, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Patienten, deren Immunsystem medikamentös unterdrückt wird und schwangere Frauen können eine Listeriose entwickeln. Mögliche Symptome sind:
  • grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen
  • möglicherweise Erbrechen und Durchfall
  • Blutvergiftung (Sepsis)
  • Eitrige Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Hirnentzündung (Enzephalitis)
  • Organinfektionen und Organfunktionsstörungen
  • Gelenkentzündungen (Arthritis).

Bei schwangeren Frauen bestehen möglicherweise keine oder geringe Symptome, doch kann sich das ungeborene Kind infizieren.

Behandlung zu Listeriose (Listeria monocytogenes-Infektion)

Die Behandlung besteht in der Verabreichung von Antibiotika. Wirksam ist ein Penicillin, möglicherweise kombiniert mit einem Aminogykosid. Die Dauer der Therapie beträgt mindestens drei Wochen, möglicherweise auch länger.

Prognose

Die Antibiotikabehandlung bekämpft die Infektion leider nicht sicher, da sich das Bakterium in Körperzellen vermehrt. Deshalb ist neben einer frühen Diagnose vor allem die Verhütung von Erkrankungen wichtig.

Selbsthilfe zu Listeriose (Listeria monocytogenes-Infektion)

Listerien spielen vor allem in nicht erhitzten tierischen Lebensmitteln eine Rolle und können sich auch unter kühlender Lagerung etwa im Kühlschrank vermehren.
Gefährdete Personen sollten bestimmte Verhaltensregeln befolgen:
  • Vakuumverpackte Lebensmittel zügig aufbrauchen
  • Rohfleischerzeignisse meiden
  • Rohen, geräucherten und marinierten Fisch meiden
  • Keine vorgeschnittenen und verpackten Salate verzehren
  • Verzicht auf Rohmilchweichkäse

Links zu Listeriose (Listeria monocytogenes-Infektion)

Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Listeriose

Uniklinik Heidelberg: Listeriose und Schwangerschaft
http://www.umm.uni-heidelberg.de/inst/imh/konsiliarlabor/n_listrat.html

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
http://www.bfr.bund.de/de/listerien-54356.html

Verbrauchertipps des BfR
http://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps_schutz_vor_lebensmittelbedingten_infektionen_mit_listerien.pdf
Autor: Hofmann, Julia27.07.2014

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