Latexallergie

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Wissen zu Latexallergie

Latex ist ein Produkt des Naturkautschuks und wird aus Milch des Parakautschukbaumes hergestellt. Schutzhandschuhe, Infusionsbehälter, Gummibänder, Schnuller, Kondome - Latex findet sich in vielen Utensilien des täglichen Gebrauchs und im Gesundheitswesen.
Offenbar spielt der Herstellungsprozess für die Entstehung von Allergien eine Rolle, denn dabei bildet sich ein Eiweißstoff (Protein), auf den betroffene Menschen reagieren.
Bei Kontakt mit Latex reagiert das Immunsystem mit Abwehrzellen und der Bildung von Antikörpern. Latex wird vom Körper wie ein Fremdkörper behandelt und soll eliminiert werden. Eine Entzündungsreaktion ist die Folge.

Es kann zu Hautreaktionen, Schleimhautreaktionen und Reaktionen der Atemwege unterschiedlicher Schweregrade kommen. Dabei sind lebensgefährliche allergische Reaktionen (allergischer Schock, anaphylaktischer Schock) möglich.
Große Gefahr besteht für Menschen mit Latexallergie möglicherweise im Krankenhaus, da hier viel Latex verwendet wird. Deshalb ist die Kenntnis behandelnder Ärzte von der Allergie äußerst wichtig.
Die Latexallergie hat seit den 80er Jahren stark zugenommen. Personen, die regelmäßig mit Latex Kontakt haben, wie Ärzte und Pflegepersonal, gelten als besonders gefährdet, eine Allergie zu entwickeln.

Ursachen

Das Immunsystem reagiert auf bestimmte Eiweißstoffe in Latex, die besonders auf gepuderten Handschuhen freigesetzt werden. Deshalb werden heutzutage keine gepuderten Latexhandschuhe im medizini-schen Bereich mehr eingesetzt.
Bei Kontakt mit dem allergieauslösenden Eiweiß kommt es möglicherweise innerhalb kürzester Zeit zur Aktivierung von Antikörpern und einer entzündlichen Reaktion. Es handelt sich um eine "allergische Reaktion vom Soforttyp".
Darüberhinaus leiden einige Betroffene unter allergischen Reaktionen des Spättyps. Dies sind vor allem Hauterscheinungen.

Diagnose zu Latexallergie

Besteht Verdacht auf Latexallergie, kann ein Pricktest helfen, die Diagnose zu sichern. Darüberhinaus kann eine Blutuntersuchung erhöhte Antikörper ergeben.

Symptome

Mögliche Symptome einer Latexlallergie sind
  • Fließschnupfen
  • Augenjucken
  • Asthma
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Hauterscheinungen.
Zudem ähneln manche Eiweiße von anderen Pflanzen und Nahrungsmitteln dem Protein, das für die Latexallergie verantwortlich ist. Man spricht von Kreuzallergie.

Folgende Pflanzen und Nahrungsmittel können zu einer Kreuzallergie führen:
  • Ficus bejamini (Birkenfeige), Christusdorn, Gummibaum, Hanf, Immergrün, Oleander, Weihnachtsstern, Maulbeerbaum, Korallen-Wolfsmilch
  • Kiwi, Avovado, Banane, Tomate
  • rohe Kartoffeln.

Behandlung zu Latexallergie

Bei einer Latexallergie besteht die einzig wirksame Behandlung im Meiden von Latex. Arbeitsplatz und häusliche Umgebung müssen frei von Latex sein.
Im Falle allergischer Reaktionen helfen antiallergisch wirksame Medikamente. Menschen mit starker allergischer Reaktion müssen eventuell Medikamente in einem Notfallset immer mit sich führen.

Prognose

Solange Latexallergiker nicht mit Latex in Kontakt kommen, besteht keine größere Gefahr. Leiden Betroffene unter Kreuzallergien auf Pflanzen oder Nahrungsmittel, sind diese ebenfalls zu meiden.
Im Falle eines allergischen Schocks ist eine Notfallbehandlung nötig, da der allergische Schock potentiell lebensgefährlich ist.

Selbsthilfe zu Latexallergie

Latexallergiker müssen darauf achten, nicht mit Latex in Berührung zu kommen. Deshalb ist es wichtig:
  • jeden behandelnden Arzt und auch Arzthelferinnen möglichst bereits im Vorfeld zu informieren, dass eine Latexallergie vorhanden ist
  • auch im Vorfeld eines Klinikbesuchs auf die Latexallergie aufmerksam zu machen
  • ein SOS-Armband oder eine SOS-Plakette zu tragen, damit auch im Falle eines Unfalls sofort klar ist, dass Sie an einer Latexallergie leiden
  • einen Allergiepass mitzuführen, der Sie als Latexallergiker ausweist.

Daten/Fakten zu Latexallergie

Im medizinischen Bereich tätige Personen leiden zu zehn bis siebzehn Prozent unter einer Latexallergie. Gefährdete Personengruppen sind Menschen der gummiverarbeitenden Industrie, Friseure, Reinigungs-kräfte und Menschen mit anderen allergischen Erkrankungen (Atopiker).
Kontaktallergien haben in den letzten Jahren abgenommen, gefährliche allergische Reaktionen vom Soforttyp dagegen haben zugenommen.

Links zu Latexallergie

Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB)
Fliethstr. 114
41061 Mönchengladbach
Tel: 02161 – 814 940
Fax: 02161 – 814 9430
E-Mail: info@daab.de
http://www.daab.de

Latex-Allergie-Informations-Vereinigung
Selbsthilfeorganisation
http://www.laiv.de

Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind (AAK) e.V.
Augustastraße 20
35745 Herborn
Tel: 02772 - 928 70
Fax: 02772 - 928 79
E-mail: koordination@aak.de
http://www.aak.de
Autor: Hofmann, Julia03.08.2014

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