Läuse bei Baby und Kind

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Wissen zu Läuse bei Baby und Kind

Zum Thema Kopfläuse gibt es unzählige Vorurteile, allen voran, dass sie ein Zeichen für mangelnde Hygiene sind. Glauben sie nicht daran. Die Kopflaus liebt den Menschen schon seit ewiger Zeit einzig und allein darum, weil er ihr Nahrung gibt.
Denn die etwa drei Millimeter großen Tiere leben von dem Blut, das sie saugen und sitzen darum am liebsten am gedeckten Tisch – das ist die Kopfhaut. Und dabei ist es der Laus egal, wie oft man sich die Haare wäscht.
Mit normalem Shampoo kann man ihr nicht zu Leibe rücken. Wer Kopfläuse hat, hat keine gefährliche Krankheit. Es juckt nur manchmal sehr unangenehm – und Läuse sind sehr „ansteckend“. Kopfläuse sind etwa zweieinhalb bis drei Millimeter große Insekten mit sechs Beinen.

Sie sind durchsichtig bis grau, nach dem Blutsaugen rötlich braun. Mit ihren Klammergreifern kann sich die Laus perfekt am Haar festhalten. Sie kann nicht springen oder fliegen. Mit ihrem Mundwerkzeug sticht die Laus etwa alle fünf Stunden in die Kopfhaut und saugt Blut. Ohne Nahrung kann sie durchschnittlich nur 24 Stunden auskommen.
Die Laus klebt ihre etwa einen Millimeter großen Eier in der Nähe der Kopfhaut am Haar fest. Man kann diese Eier nicht mit Wasser aus den Haaren waschen und nur mit Spezialkämmen abstreifen.
Nach sieben bis zehn Tagen schlüpfen aus den Eiern die Larven, die sich innerhalb von acht bis zehn Tagen zu geschlechtsreifen Läusen entwickeln. Die Larven halten sich immer in der Nähe der Kopfhaut auf, während die erwachsenen Läuse bis zu den Haarspitzen laufen, und von dort auf einen neuen Wirt überklettern können.

Übertragung
Läuse werden von Mensch zu Mensch übertragen. Sie klettern von den Haaren des Befallenen auf die Haare des Nächsten. Die Übertragung über Mützen, Schals oder andere Kleidungsstücke ist sehr selten.
Bei Kindern ist die Übertragung leicht, weil Kinder im Kindergarten und der Schule oft in engen Kontakt miteinander sind. Darum kommt Kopflausbefall meist im Kindergarten- und Grundschulalter vor.

Diagnose zu Läuse bei Baby und Kind

Durch Lausbefall kann ein Juckreiz entstehen, er kann aber auch völlig unbemerkt bleiben. Der Juckreiz entsteht aus einer Reaktion auf die Substanzen, die die Laus beim Saugen in die Haut abgibt. Doch nur jedes fünfte Kind bekommt diesen Juckreiz.

Wenn im Kindergarten oder in der Schule Ihres Kindes Kopfläuse vorkommen, untersuchen Sie den Kopf des Kindes sorgfältig nach Larven und Eiern. Kämmen Sie das angefeuchtete Haar mit einem speziellen Nissenkamm (aus der Apotheke) durch.
Falls Sie auch nur eine einzige Laus finden, liegt ein Befall vor. Gleiches gilt für Larven und Eier. Falls Sie nichts entdecken, wiederholen Sie die Untersuchung einige Tage später noch einmal zur Sicherheit.

Wenn Sie bei Ihrem Kind Läuse feststellen, sind Sie verpflichtet, dies dem Leiter des Kindergartens oder der Schule mitzuteilen, damit eine Epidemie verhindert werden kann.

Behandlung zu Läuse bei Baby und Kind

Wenn Babys oder Kleinkinder, sowie Schwangere oder Stillende betroffen sind, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt konsultieren. Gleiches gilt, wenn Ihr Kind sich bereits stark aufgekratzt hat oder eine andere Hauterkrankung vorliegt.
Ansonsten sollten Sie, wenn Sie Kopfläuse entdecken, direkt selbst mit der Behandlung beginnen. Neben der Anwendung spezieller Shampoos kämmen Sie die Haare mit einem speziellen Nissenkamm regelmäßig aus. Beides gibt es in der Apotheke, wo man Sie auch berät. Es gibt eine Vielzahl von Shampoo-Präparaten. Zum einen speziell entwickelte Insektizide (unter anderem Permethrin), die das Nervensystem der Läuse angreifen und sie so töten.

Außerdem gibt es Dimeticon-Präparate auf der Basis von Siliconölen. Die Öle dringen in die Atemöffnungen der Läuse und ersticken sie. Bei den Mitteln, die Insektizide enthalten, ist es sehr wichtig, die Dosierungsangaben zu beachten und genau einzuhalten.
Untersuchungen haben gezeigt, dass kein Kopflausmittel mehr hundertprozentig wirkt, weil sich Resistenzen entwickelt haben. Als Alternative bieten sich die Mittel an, die Silikonöle enthalten.
Sie haben keine gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen, sind aber aufgrund ihrer längeren Einwirkzeit umständlicher in der Anwendung.
Nach der Behandlung können die Läuse noch einige Stunden bewegungsfähig sein und sterben erst dann. Ihr Kind kann nach der Behandlung schon am nächsten Tag wieder in den Kindergarten oder in die Schule.
Eine Wiederholungsbehandlung nach acht bis zehn Tagen wird empfohlen, da bei der ersten Behandlung einige Eier überleben können, aus denen nach dieser Zeit Larven schlüpfen.

Selbsthilfe zu Läuse bei Baby und Kind

Da jeder Läuse bekommen kann, unabhängig von der persönlichen Sauberkeit, nützt weder übertriebene Hygiene oder gar ständiges Putzen und Wäschewaschen.
Wenn Ihr Kind mit Läusen nach Hause kommt, ist es viel wichtiger, herauszufinden, woher es die Läuse hat, damit auch die Quelle behandelt wird. Zudem ist es ratsam, bei Lausbefall zur Vorbeugung die ganze Familie (gleichzeitig) zu behandeln.

Daten/Fakten zu Läuse bei Baby und Kind

Kopfläuse sind weltweit verbreitet. In der Regel sind Kinder häufiger betroffen als Erwachsene und Mädchen häufiger als Jungen. Kinder und insbesondere Mädchen suchen häufiger untereinander Körperkontakt, als dies Erwachsene tun.
Für Läuse ist es dann ein Leichtes, auf die Haare des anderen Kindes überzuklettern. Wenn in Kindergärten oder Schulen Fälle von Kopfläusen auftreten, entwickelt sich das leicht zu einer kleinen "Epidemie", bei der ein Drittel der Kinder betroffen sind.
In Deutschland erkranken pro Jahr sechs bis zehn Prozent der Kinder an Kopfläusen. Damit ist Kopflausbefall nach den Erkältungskrankheiten die häufigste Infektionskrankheit.

Links zu Läuse bei Baby und Kind

Deutsche Pediculosis Gesellschaft e.V.
Siemerdingstr. 1a
30655 Hannover
vorstand@pediculosis-gesellschaft.de
http://www.pediculosis-gesellschaft.de
Autor: Volkner, Angela03.08.2014

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