Lärmschutz

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Wissen zu Lärmschutz

Lärmschutz zur Verbesserung der Lebensqualität
Laute Geräusche durch Kraftfahrzeuge, Flugzeuge, Eisenbahnen und Industrie sowie durch laute Nachbarn, tobende Kinder oder Freizeitaktivitäten machen Lärm zu einem gesellschaftlichen Problem.
Geräusche umgeben uns ständig, werden an das Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet. Viele davon werden als lästig und unangenehm bewertet, insbesondere diejenigen mit hohen Dezibelwerten. Ein hoher Lärmpegel ist nicht nur störend, sondern kann zu Stress und gesundheitlichen Einschränkungen führen. Belastet wird dabei nicht nur das Gehör, sondern auch das gesamte Herz-Kreislauf-System.

Lärmminderung setzt an der Quelle an
Lärm kann am besten dort verhindert oder reduziert werden, wo er seinen Ursprung hat. Jeder Autofahrer kann durch rücksichtsvolles Fahrverhalten die Geräusche seines Autos auf dem kleinstmöglichen Stand halten, leisere Reifen nutzen oder manche Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen. Bei der Gartenarbeit kann jeder darauf achten, laute Geräte nur begrenzt zu benutzen und sich dabei an die Ruhezeiten in der Mittagspause und am Abend zu halten. Auch wenn Einzelne laute Musik oder das Aufheulen des Automotors als "normal" empfinden, kann dies für andere durchaus eine Lärmbelästigung sein.
Das Immissionsschutzgesetz und die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) regelt die erlaubte Geräuschein-wirkung. Unternehmen erhalten nur dann Betriebsgenehmigungen, wenn kein schädigender Lärm zu befürchten ist. Ebenso geregelt ist verhaltensbezogener Lärm und der Lärm, der durch Sportanlangen oder Festivitäten entsteht.

Diagnose zu Lärmschutz

Mögliche Schädigungen durch Lärm
Lärm schädigt das Gehör. Ein akuter Hörschaden zeigt sich durch Ohrensausen oder plötzliche Schwerhörigkeit und kann bei einem Geräuschpegel von etwa 120 Dezibel entstehen. In einem solchen Fall sollte so schnell wie möglich ein Hals-Nasen-Ohrenarzt aufgesucht werden, der die Hörfähigkeit durch eine Tonaudiometrie prüfen kann. Für eine spezifische Diagnostik können weitere Untersuchungen zur Funktionsfähigkeit des Ohrs durchgeführt werden. Eine Ohrspiegelung (Otoskopie) stellt sicher, dass der Verlust der Hörfähigkeit nicht durch Ohrenschmalz, einen Fremdkörper oder eine Verletzung des Trommelfells bedingt ist, eine Innenohrschwerhörigkeit (Schallempfindungsschwerhörigkeit) oder eine Hörminderung aufgrund einer Schallleitungsschwierigkeit besteht.

Auswirkungen von Lärm auf das vegetative Nervensystem
Zusätzlich hat Lärm Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem und zeigt sich auf verschiedene Weise. Nicht selten sind:

Die Zusammenhänge zwischen Lärm und Stresssymptomen werden häufig erst über die Jahre entdeckt. Durch stresserzeugenden Lärm steigt der Blutdruck und das Herz schlägt schneller. Dies erhöht das Risiko eines Herzinfarktes. Je früher die Zusammenhänge aufgedeckt werden, umso eher lassen sich Folgeerkrankungen vermeiden.

Behandlung zu Lärmschutz

Vor der Entstehung von Lärmschäden, sollten geeignete Maßnahmen für ausreichenden Lärmschutz greifen. Ein Büroangestellter, der sich von seinem Tinnitus erholt hat und anschließend wieder in einem Großraumbüro arbeitet, in dem das Telefon weiterhin ununterbrochen klingelt, wird voraussichtlich wieder erkranken. Bei akuten Hörschädi-gungen werden häufig Infusionen mit durchblutungsfördernden Medikamenten oder hochdosiertes Kortison gegeben. Ebenso wie bei einer Stresserkrankung durch Lärm benötigt der Körper Ruhephasen. Eine solche Regenerationsphase kann einige Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. Eine Garantie für die vollständige Heilung gibt es nicht.
Bei einem Knall- oder Explosionstrauma kann eine Überdruck-behandlung in einer Druckkammer (hyperbare Sauerstofftherapie) helfen. Seltener wird bei einem Riss der Membran zwischen Mittel- und Innenohr ein operativer Eingriff erforderlich.

Prognose

Von einem akuten Lärmschaden kann sich das Ohr oftmals wieder erholen. Über die Jahre andauernder Lärm kann dagegen zu dauer-haften Folgeschäden führen. Je eher die Zusammenhänge aufgedeckt werden und eine Behandlung beginnt, umso besser sind die Aussichten auf Heilung.

Selbsthilfe zu Lärmschutz

Im beruflichen Alltag ist es kaum möglich, dem Lärm völlig auszuweichen. Zu Hause sollten gelegentlich alle Lärm- und Tonquellen für eine Weile abgeschaltet werden. Ob Fernseher, Stereoanlage oder MP3-Player, dem Gehör hilft ab und zu eine Regenerationsphase. Lärm, der nicht ausgeschaltet werden kann, kann durch Ohrstöpsel reduziert werden. Teppiche, Gardinen und Vorhänge sowie Decken und Wandteppiche mindern den Schallpegel im Raum. Lärmende Geräte, die im Freien benutzt werden, müssen vom Hersteller mit einem Schallleistungspegel „L wa “ gekennzeichnet werden. Je niedriger der Dezibelwert, desto leiser ist das Gerät. Bei der Nutzung lauter Geräte, wie Rasenmäher, Kettensäge oder Schleifmaschine sollte ein Gehör-schutz getragen werden.

Daten/Fakten zu Lärmschutz

Grenzwerte beachten
Nächtlicher Fluglärm lässt die Gefahr für Bluthochdruck um 14 Prozent ansteigen, das ergab eine Studie des Umweltbundesamtes. Die Reaktion auf Lärm ist in der Nacht während des Schlafes deutlich höher, schon Geräusche ab 40 Dezibel werden während des Schlafens als störend empfunden. Zur Orientierung hat die Bundesregierung Geräuschgrenzwerte erlassen. Diese gelten für Straßen-, Schienen- und Luftfahrzeuge ebenso wie für Lärm durch Nachbarn, spielende Kinder oder den Geräuschpegel in der Disco. Allein gegen den Schienenverkehrslärm stellt der Bund jährlich 100 Millionen Euro für Schallschutzwände und -fenster zur Verfügung.

Links zu Lärmschutz

Gefährdung durch Lärm am Arbeitsplatz
Fernsehsendung des SR
http://www.youtube.com/watch?v=_GSekucxre4

Rechtsvorschriften und Informationen zum Lärmschutz
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
http://www.bmu.de/laermschutz/aktuell/1690.php

Tinnitus - Lärm im Kopf verdrängen
Information von Stiftung Warentest
http://www.test.de/Tinnitus-Laerm-im-Kopf-verdraengen-1262388-2262388/

Lärmwirkungen - Stressreaktionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Informationen des Umweltbundesamtes
http://www.umweltbundesamt.de/laermprobleme/laermwirkungen/herz.htm

Autor: Huth, Dörthe27.07.2014

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