HPV-Infektion (Humanpathogene Papilloma-Viren)

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Wissen zu HPV-Infektion

Humane Papillomaviren (HPV) sind Warzenviren, die Zellen der Haut und Schleimhaut infizieren. Von den über 100 verschiedenen Typen der bekannten Warzenviren lösen einige die bekannten Hautwarzen aus.
Einige Warzenviren befallen die Schleimhäute des Genital- beziehungsweise Anogenitalbereiches und sind sexuell übertragbar. Man spricht von genitaler HPV. Die bei einigen Menschen entstehenden Warzen sind meist harmlos.
Schafft das Immunsystem nicht, die Viren ausreichend zu bekämpfen, können die Viren zu einer dauerhaften Infektion führen. Einige Virustypen verursachen längerfristig Zellveränderungen, die sich auch zu Krebs, besonders Krebs des Gebärmutterhalses (Zervikalkrebs), entwickeln können.

Doch führt nicht jede Infektion mit genitalen humanen Warzenviren automatisch zu Krebs, denn es infizieren sich die meisten Menschen mit HPV, wenn sie sexuell aktiv sind. Das Immunsystem bekämpft die Infektion, sodass die Viren oft nicht mehr nachweisbar sind.
Zudem werden nur bestimmte Virustypen, die Hochrisikotypen, mit Krebs in Verbindung gebracht. Dies sind in 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) vor allem die Typen 16 und 18, doch existieren noch andere Hochrisikotypen.
Virustypen mit niedrigem Zellentartungsrisiko sind an der Krebserkrankung so gut wie gar nicht beteiligt.

Ursachen

Humane Papillomaviren verbreiten sich über sexuelle Kontakte und Geschlechtsverkehr. Gefährlich sind Virustypen mit hohem Risiko für Zellveränderungen. Das Risiko für die Entwicklung von Krebs ist bei chronischer Infektion erhöht.
Ein weiterer Risikofaktor ist das Rauchen. Vor allem Menschen unter 30 Jahren infizieren sich mit HPV-Viren, denn sie weisen die höchste sexuelle Aktivität auf. Personen über 30 Jahren stecken sich seltener an.

Diagnose zu HPV-Infektion

Entstehen im Bereich des Genitales, etwa an Schamlippen, Scheide, Glied oder am After durch eine HPV-Infektion sogenannte Feigwarzen Condylomata acuminata, sind diese oft leicht erkennbar.
Essigsäure verändert die Farbe der Schleimhautveränderungen, weshalb der Arzt möglicherweise einen Essigsäuretest vornimmt. Das HPV-Virus lässt sich auch direkt mit einem Abstrich nachweisen.
Dazu stehen zwei Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung, die einen Abstrich erfordern. So lässt sich der Typ des Virus bestimmen, der für die Infektion verantwortlich ist. Hat die HPV-Infektion bereits zu Zellveränderungen, etwa am Gebärmutterhals, geführt, muss diese Veränderung mit jährlichen Abstrichen überwacht werden.

Symptome

Eine HPV-Infektion verläuft oft unbemerkt. Einige Betroffene entwickeln Feigwarzen im Anogenitalbereich, die nicht nur aufgrund der Hautwucherung auffallen können, sondern auch Missempfindungen wie Juckreiz und Brennen verursachen können.
Ganz selten können auch Warzen im Hals-Nasen-Bereich auftreten. Eine weitere Möglichkeit ist die Entstehung von Zellveränderungen, Krebsvorstufen oder Krebs. Diese kommen vor allem am Gebärmutterhals vor. Krebs entsteht seltener auch:
  • in der Scheide
  • an den Schamlippen
  • am, im und um den After
  • am Penis
  • im Mund-Hals-Nasen-Bereich.

Behandlung zu HPV-Infektion

Behandelt werden jeweils die Krankheitsbilder, die HPV-Infektionen verursachen. Die Infektion selbst kann damit aber nicht sicher geheilt werden. Jedoch reicht es oft aus, die Viren zurückzudrängen, sodass es zu keinen Krankheitserscheinungen mehr kommt.
Virushemmende Salben (Virustatika) können das Wachstum der Viren hemmen. Hautveränderungen lassen sich mit Lösungen behandeln oder chirurgisch entfernen.

Prognose

Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt und werden vom Immunsystem ausreichend bekämpft. Infektionen mit Hochrisikovirustypen sind gefährlich, wenn sie lange bestehen. Möglich ist die Entwicklung von Zellveränderungen, Krebsvorstufen und Krebs an Schleimhäuten der Geschlechtsorgane und des Afters sowie selten im Mund- und Rachenbereich.

Selbsthilfe zu HPV-Infektion

Um frühzeitig Zellveränderungen des Gebärmutterhalses zu erkennen, sind jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchungen notwendig. Frauen sollten von diesen Untersuchungen beim Frauenarzt Gebrauch machen.
Die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Bestandteil der Untersuchung ist der zytologische Abstrich mit anschließendem PAP-Test, mit dessen Hilfe sich Zellveränderungen unterschiedlicher Grade feststellen lassen.
Allerdings ist eine einzige Untersuchung nicht zuverlässig genug, sodass diese jährlich wiederholt werden sollte. Um zu wissen, welcher Typ des Virus für die Infektion verantwortlich ist, vor allem um Hochrisikotypen zu identifizieren, empfiehlt sich ein HPV-Test.

Daten/Fakten zu HPV-Infektion

HPV-Infektionen sind die am häufigsten übertragenen Geschlechtskrankheiten. Die Wahrscheinlichkeit, sich selbst während des eigenen Lebens anzustecken, ist hoch und beträgt bis zu 90 Prozent.
Gefährdet sind besonders Menschen unter 30 Jahren. Das Risiko einer stattfindenden HPV-Infektion beträgt pro Partner etwa 15 Prozent.

Links zu HPV-Infektion

Informationen des Cervical Cancer Consortium Europe
http://www.cervical-cancer.de

ZERVITA
Informationen zur Aufklärung über Gebärmutterhalskrebs und HPV
http://www.zervita.de

Deutsches Krebsinformationszentrum DKFZ
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel: 0800 - 420 30 40
E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de
http://www.krebsinformationsdienst.de
Autor: Hofmann, Julia03.08.2014

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