Hepatitis B (Leberentzündung Typ B)

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Wissen zu Hepatitis B (Leberentzündung Typ B)

Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber aufgrund einer Virusinfektion mit Hepatitis-B-Viren. Das Virus wird durch Blut und Körperflüssigkeiten übertragen. In der Mehrzahl der Fälle verläuft die Erkrankung akut, bis zu zehn Prozent der Infizierten entwickeln jedoch eine chronische Form. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von weltweit zwei Milliarden infizierten Menschen aus. Mit einem Anteil von etwa 350 Millionen chronisch infizierter Menschen gehört die Hepatitis B zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Häufig verbreitet ist die Hepatitis B in Entwicklungsländern mit einer hohen Durchseuchung der Bevölkerung. In diesen Ländern kommt es oft bereits im Kindesalter zur Ansteckung. In Europa gibt es große regionale Verbreitungsunterschiede. Eine vermutete hohe Dunkelziffer erschwert die Abschätzung der wahren Zahl Infizierter. Hepatitis B kann gemeinsam mit Hepatitis D übertragen werden, denn das Hepatitis-D-Virus ist inkomplett und benötigt zur Vermehrung die Hülle des Hepatitis-B-Virus.
Insgesamt kommen Hepatitis-D-Infektionen in Deutschland aber selten vor. Die gemeinsame Infektion ist gefährlich, da häufig chronische Verläufe zu beobachten sind. Impfempfehlungen zielen darauf ab, die Infektionshäufigkeit zu senken, indem bereits Kinder geimpft werden.

Ursachen

Über Blut und Körperflüssigkeiten wie Samenflüssigkeit, Vaginalsekret, Speichel, Wundsekret und schlecht sterilisierte medizinische Geräte kann das Virus auf gesunde Menschen übertragen werden. Auch während der Geburt ist eine Übertragung von der Mutter auf das Kind möglich. Hepatitis B ist hochansteckend und es reichen kleinste Haut- und Schleimhautverletzungen aus, damit es zur Infektion kommt. Ein Großteil der Infektionen in Deutschland erfolgt über den Geschlechtsverkehr.

Diagnose zu Hepatitis B (Leberentzündung Typ B)

Sicher nachweisen lässt sich die Infektion durch eine Blutuntersuchung. Im Blut sind nach der Infektion spezifische Antikörper, aber auch Bestandteile der Viren, sogenannte Antigene, nachweisbar. Es lässt sich auch zwischen akuten und chronischen Infektionen unterscheiden. Daneben lässt sich die Erbsubstanz (DNA) der Viren nachweisen. Dies ist für die Beurteilung der Aktivität der Erkrankung bedeutsam.
Anhand einer Blutuntersuchung lässt sich außerdem die Leberfunktion bestimmen. Größe und Beschaffenheit der Leber erkennt der Behandler durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Oberbauchs. Um den Zustand der Leber und die Entzündungsaktivität abzuschätzen, kann eine Leberpunktion mit Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) notwendig sein.

Symptome

Zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Krankheitszeichen liegen ein bis sechs Monate. Dies hängt vom Immunsystem des Einzelnen und der Menge der übertragenen Viren ab. Etwa ein Drittel der Infizierten, häufig Kinder, weisen keine Symptome auf.
Erste Krankheitszeichen können uncharakteristisch sein und einige Tage bis zu drei Wochen andauern:
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Abneigung gegen bestimmte Speisen
  • Übelkeit
  • Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen
  • Leichtes Fieber
  • Druckgefühl im rechten Oberbauch unterhalb des Rippenbogens.
Besonders Kinder können können auch Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit entwickeln.

Es folgt eine zweite Krankheitsphase, die Gelbsucht (Ikterus), die etwa ein Drittel der Betroffenen aufweist:
  • Gelbgefärbte Haut und Schleimhäute
  • Gelbgefärbtes Augenweiß
  • Dunkelgefärbter Urin
  • Heller Stuhl.
Die zweite Krankheitsphase kann zwei bis sechs Wochen andauern. Anschließend ist die akute Erkrankung innerhalb von ein bis vier Monaten überstanden. Bei bis zu zehn Prozent der Betroffenen entwickelt sich eine chronische Infektion. Diese muss nicht mit Beschwerden verbunden sein. Mögliche Symptome sind:

  • Müdigkeit
  • eingeschränkte körperliche Belastbarkeit
  • Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen
  • seltener Schmerzen im Oberbauch unter dem rechten Rippenbogen.
Ein Teil der chronisch Infizierten entwickelt nach durchschnittlich 20 Jahren eine Schrumpfleber (Leberzirrhose) und möglicherweise Leberkrebs.

Behandlung zu Hepatitis B (Leberentzündung Typ B)

Die akute Hepatitis B wird symptomorientiert behandelt. Neben Schonung ist ein Alkoholverbot, eine fett- und kohlenhydratarme Ernährung und das Meiden von leberbelastenden Medikamenten bedeutsam. Bei schweren Verläufen können virenhemmende Medikamente (Virostatika) wie Lamivudin eingesetzt werden. Die chronische Erkrankungsform ist behandlungsbedürftig, da Schäden an der Leber vorgebeugt werden soll.
Jedoch entscheidet die Aktivität der Erkrankung über mögliche Therapien. Eingesetzt werden Interferone, die das Immunsystem unterstützen, und virenhemmende Medikamente (Virostatika).

Prognose

Meist verläuft die Hepatitis B akut und heilt vollständig aus. In bis zu einem Prozent der Fälle jedoch ist der Verlauf so schwer, dass Betroffene versterben. Bis zu zehn Prozent entwickeln eine chronische Erkrankung, besonders Säuglinge und Babys neigen zur dieser Verlaufsform. Einige Personen mit chronischer Hepatitis B entwickeln später eine Schrumpfleber (Leberzirrhose) und Leberkrebs.

Selbsthilfe zu Hepatitis B (Leberentzündung Typ B)

Eine Schutzimpfung bewahrt vor einer Infektion. Deshalb sollten bereits Säuglinge, Kinder und Jugendliche geimpft werden. Es gibt einen Kombinationsimpfstoff, der auch gegen Hepatitis A schützt.

Daneben sollten sich Risikogruppen wie:
  • medizinisches Personal
  • Kontaktpersonen Infizierter
  • Personen, die Blutprodukte erhalten
  • homosexuelle Männer
  • Drogensüchtige
  • Prostituierte
impfen lassen. Zudem sollten Menschen mit Lebervorschädigung eine Impfung erhalten. Bis zum Alter von 18 Jahren übernimmt die Gesetzliche Krankenkasse die Kosten der Impfung.

Daneben lässt sich einer Hepatitis B mit Hygienmaßnahmen vorbeugen:
  • Schutz beim Geschlechtsverkehr
  • Schutz vor Blutkontakt
  • Einmaliges Verwenden von Spritzen bei Drogenabhängigkeit.

Daten/Fakten zu Hepatitis B (Leberentzündung Typ B)

Die Hepatitis B gehört weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation zufolge ist ein Drittel der Weltbevölkerung schon einmal an einer Hepatitis B erkrankt. Fünf Prozent leiden an einer chronischen Form der infektiösen Leberentzündung, in Deutschland etwa 650.000 Menschen. Circa 30 Prozent der Fälle von Leberzirrhose sind auf eine Hepatitis-B-Infektion zurückzuführen.
In Deutschland lassen sich bei sieben Prozent der Bevölkerung Antikörper gegen Hepatitis B nachweisen. Das bedeutet, dass diese Menschen eine Infektion haben oder hatten. Die Infektionshäufigkeit ist im Vergleich zu anderen Ländern in Deutschland relativ niedrig. Viele Betroffene weisen häufiger einen Migrationshintergrund auf. Im Jahr 2010 wurden 1.843 Infektionsfälle gemeldet. Während Männer sich vorzugsweise im Alter zwischen 25 und 29 Jahren infizieren, erkranken Frauen häufiger im Alter zwischen 30 und 39 Jahren. Besonders Kinder sind von einer Infektion selten betroffen, Jugendliche bereits häufiger, was mit der Aufnahme der sexuellen Aktivität zusammenhängt. Für weiter abnehmende Zahlen soll eine möglichst flächendeckende Impfung von Kindern und Jugendlichen sorgen.

Links zu Hepatitis B (Leberentzündung Typ B)

Deutsche Leberhilfe e.V.
Luxemburger Str. 150
50937 Köln
Tel: 0221 - 28 299-80
Fax: 0221 - 28 299-81
Mail: info@leberhilfe.org
http://www.leberhilfe.org

Bundesarbeitsgemeinschaft Leber e.V.
c/o Deutsche Leberhilfe e.V.
Luxemburger Str. 150
50937 Köln
Tel: 0221 - 282 99 80
Fax: 0221 - 282 99 81
Mail: info@bag-leber.de
http://www.bag-leber.de

Auswärtiges Amt
Länder- und Reiseinformationen
Werderscher Markt 1
11013 Berlin
Tel: 030 - 50 00-0
Fax: 030 - 50 00-3402
http://www.auswaertiges-amt.de

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel: 01888 - 754-0
Fax: 01888 - 754-2328
http://www.rki.de

Roche Deutschland Holding GmbH
Emil-Barell-Str. 1
79639 Grenzach-Wyhlen
http://www.hepatitis-care.de

MSD SHARP & DOHME GMBH
Lindenplatz 1
85540 Haar
Tel: 089 - 45 61-0
Fax: 089 - 460 10 10
http://www.hepatitis.de/
Autor: Hofmann, Julia31.07.2015

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