Hepatitis A (Leberentzündung Typ A)

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Wissen zu Hepatitis A (Leberentzündung Typ A)

Hepatitis A ist eine durch Viren verursachte Leberentzündung (Hepatitis). Sie wird auch als "Reisehepatitis" oder "Reisegelbsucht" bezeichnet. Die Erkrankung kommt vor allem in Ländern mit schlechten hygienischen Verhältnissen vor. Touristen sind deshalb besonders gefährdet. In Deutschland, in vielen Industriestaaten Europas und in Nordamerika sind die Infektionszahlen deutlich zurückgegangen. In früheren Zeiten infizierten sich auch hierzulande 90 Prozent der Kinder und waren in der Folge lebenslang immun. Gefährdung besteht hauptsächlich in Mittelmeerländern, Ländern der ehemaligen UDSSR, Asien, Afrika (Naher und Mittlerer Osten), in Mittel- und Südamerika. Etwa die Hälfte der in Deutschland gemeldeten Erkrankungen wurde im Ausland erworben.
Erhöhte Gefahr besteht hierzulande in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen. Es ist aufgrund der häufig fehlenden oder geringen Symptomatik mit einer erheblichen Dunkelziffer an Erkrankten zu rechnen. Der Keim, das Hepatitis A-Virus, ist äußerst umweltresistent, trotzt hohen Temperaturen und Reinigungsmitteln.

Ursachen

Erkrankte infizieren sich durch fäkal verunreinigte Nahrungsmittel oder Gegenstände. Da das Virus im Trinkwasser vorkommt, erklärt sich eine Infektion über die Nahrungskette. Das bedeutet aber auch, dass man sich durch Verhaltensregeln im Ausland vor einer Infektion schützen kann.

Diagnose zu Hepatitis A (Leberentzündung Typ A)

Der Verdacht auf eine Hepatitis kann sich bereits aus der Krankengeschichte (Auslandsreisen) und der Symptomatik ergeben, vor allem wenn der Betroffene eine Gelbsucht aufweist. Der Typ der Hepatitisinfektion lässt sich jedoch nur anhand einer Blutuntersuchung im Labor feststellen. Der Körper bildet nach der Infektion spezifische Antikörper. Auch das Virus selbst lässt sich nachweisen. Die Blutuntersuchung dient außerdem der Prüfung der Leberfunktion. Ist sie eingeschränkt, sind bestimmte Laborwerte verändert.

Symptome
Zwei bis sechs Wochen nach der Infektion kann es zu ersten Krankheitszeichen kommen. Jedoch weist ein Drittel der Infizierten keine Symptome auf. Da die Krankheit von selbst wieder ausheilt, wird die durchgemachte Erkrankung möglicherweise nie aufgedeckt.

Krankheitszeichen - bei einer geringeren Anzahl von Betroffenen - können sein:
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Verdauungsprobleme
  • Schmerzen im rechten Oberbauch unterhalb des Rippenbogens.

Ein mögliches erstes, aber auch Folgesymptom ist die Gelbsucht (Ikterus):
  • Gelbgefärbte Haut und Schleimhäute
  • Gelbgefärbtes Augenweiß
  • Dunkelgefärbter Urin
  • Heller Stuhl.
Kommt es zur Gelbsucht, verschwinden meist vorherige Symptome. Nach vier bis acht Wochen bildet sich die Gelbsucht zurück und Betroffene erholen sich vollständig. Besonders Kinder weisen meist keinerlei Symptome auf. Übergänge in chronische Verlaufsformen sind nicht bekannt.

Behandlung zu Hepatitis A (Leberentzündung Typ A)

Die Behandlung der Hepatitis A orientiert sich nach den Beschwerden und ist symptomatisch. Ein Klinikaufenthalt ist nicht nötig. Sofern die Beschwerden stark ausgeprägt sind, kommen allenfalls Medikamente gegen Schmerzen oder Übelkeit und Erbrechen infrage. Auf Alkohol, fett- und kohlenhydratreiche Nahrung sowie leberbelastende Medikamente sollte verzichtet werden. Darüberhinaus sollten sich Betroffene schonen. Aufgrund der Ansteckungsmöglichkeit anderer ist ein vorübergehendes Aufenthalts- und Arbeitsverbot in Gemeinschaftseinrichtungen einzuhalten. Nach Heilung ist dieses natürlich aufgehoben. Auch zuhause sollten Hygienemaßnahmen durchgeführt werden.

Prognose

Hepatitis A heilt in der Regel komplett aus und die Betroffenen sind lebenslang immun. Selten kommt es zu verlängerten Verläufen, die aber auch vollständig ausheilen. Ganz selten ist mit schweren Verläufen bei älteren und lebervorgeschädigten Menschen zu rechnen.

Selbsthilfe zu Hepatitis A (Leberentzündung Typ A)

Der sicherste Schutz, insbesondere bei geplanten Auslandsaufenthalten mit Infektionsrisiko, ist die Impfung. Diese wird jedoch nicht von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Impfungen sind verschiedenen Personengruppen zu empfehlen. Dies sind Menschen in Kinder-Gemeinschaftseinrichtungen, in medizinischen Einrichtungen und Abwasseranlagen. Impfempfehlungen gelten aber auch für Personen, die mit Erkrankten Kontakt haben.

Darüber hinaus gelten Hygieneempfehlungen, die unbedingt einzuhalten sind:
  • Speisen und Trinkwasser abkochen
  • Nur geschältes Obst und Gemüse verzehren
  • Vorsicht bei Salat, Eis und rohen Meeresfrüchten.
Auskunft über die Gefährdung im Reiseland erteilt auch das Auswärtige Amt.

Daten/Fakten zu Hepatitis A (Leberentzündung Typ A)

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren rund 90 Prozent aller Kinder und Jugendlichen mit dem Hepatitis A-Virus infiziert. Heute wird von circa fünf Prozent ausgegangen. Im Jahre 2005 wurden vom Robert Koch-Institut 1.200 Hepatitis A-Erkrankungen in Deutschland gemeldet.

Links zu Hepatitis A (Leberentzündung Typ A)

Deutsche Leberhilfe e.V.
Luxemburger Str. 150
50937 Köln
Tel: 0221 - 28 299-80
Fax: 0221 - 28 299-81
Mail: info@leberhilfe.org
http://www.leberhilfe.org

Bundesarbeitsgemeinschaft Leber e.V.
c/o Deutsche Leberhilfe e.V.
Luxemburger Str. 150
50937 Köln
Tel: 0221 - 282 99 80
Fax: 0221 282 99 81
Mail: info@bag-leber.de
http://www.bag-leber.de

Auswärtiges Amt
Länder- und Reiseinformationen
Werderscher Markt 1
11013 Berlin
Tel: 030 - 50 00-0
Fax: 030 - 50 00-3402
http://www.auswaertiges-amt.de
http://www.auswaertiges-amt.de/cae/servlet/contentblob/333316/publicationFile/3275/HepatitisAMerkblatt.pdf

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel: 01888 - 754-0
Fax: 01888 - 754-2328
http://www.rki.de
Autor: Hofmann, Julia27.07.2015

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