Haarausfall

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Wissen zu Haarausfall - Arten und Therapie

Haarausfall ist nicht nur bei Männern ein Thema, sondern betrifft auch viele Frauen. Ein Verlust von etwa 70 bis 100 Haaren pro Tag gilt durchaus als normal.
Erst wenn die Anzahl der Haare die normale Menge überschreitet, wird von Haarausfall gesprochen. Um gezielte Behandlungsmaßnahmen einleiten zu können, muss die Ursache gefunden werden.

Verschiedene Arten von Haarausfall und deren Ursachen

  • Diffuser Haarausfall - diffuse Alopezie: Alopecia diffusa ist die häufigste Form von Haarausfall. Dabei fallen die Haare relativ gleichmäßig über den gesamten Kopf verteilt aus. Meist sind der Oberkopfbereich sowie der Hinterkopfwirbel besonders betroffen. Ursächlich ist ein Nährstoffmangel der Haarwurzel mit der Folge langsam zunehmendem Haarausfalls. In den letzten Jahren ist die Anzahl betroffener Frauen und Jugendlicher gestiegen. Ein Aspekt können geänderte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sein.
  • Erblicher bedingter Haarausfall - Androgenetische Alopezie: Bei einer Veranlagung zu Haarausfall, bei dem bereits Vater und Großvater betroffen waren, wird von erblich bedingtem Haarausfall gesprochen.
  • Kreisrunder Haarausfall - Alopecia areata: Zeigen sich auf dem Kopf kreisrunde oder andere scharf begrenzte Stellen, die kahl werden, handelt es sich um kreisrunden Haarausfall. Diese Form gehört zu den Autoimmunerkrankungen.
  • Hormonell bedingter Haarausfall: Veränderungen im Hormonhaushalt können zum Haarausfall beitragen. Dabei geht es insbesondere um das Ungleichgewicht der männlichen Sexualhormone (Androgene).

Diagnose zu Haarausfall - Arten und Therapie

Stress, Hormone und Fehlernährung als Auslöser
Stress, Infekte oder Medikamente können beim Haarausfall eine wichtige Rolle spielen. Auch Pflege- und Ernährungsgewohnheiten sollten dabei berücksichtigt werden. Einen konkreten Eindruck vom Ausmaß des Haarausfalls vermittelt meist der Epilationstest (Zupftest), bei dem der Behandler an mehreren Stellen der Kopfhaut an den Haaren zieht und damit feststellt, wie leicht sich die Haare aus der Kopfhaut entfernen lassen.

Das Trichogramm (Haarwurzeluntersuchung)
Die Haarwurzeluntersuchung basiert auf der Erkenntnis, dass die Haare im Laufe der Zeit verschiedene Phasen durchlaufen. Der Anteil der Haare in den verschiedenen Stadien wird durch das Ausreißen von etwa 20 bis 50 Haaren und deren mikroskopischer Untersuchung festgestellt.

Der Haarzyklus besteht aus der:
  • Wachstumsphase (Anagenphase)
  • Übergangsphase (Katagenphase)
  • Ruhe- und Abstoßungsphase (Telogenphase)
Mehr als 80 Prozent der Haarprobe sollte sich im Anagenstadium befinden und weniger als 20 Prozent im Telogenstadium, der Rest in der Katagenphase.

Digitale Fotografie (TrichoScan)
Mit einer speziellen Computer-Software lässt sich anhand einer digitalen Fotografie die Haardichte bestimmen, der Haardurchmesser sowie die Wachstumsgeschwindigkeit der Haare. Dazu muss ein etwa zwei Zentimeter großer Bereich der Kopfhaut rasiert und die nachwachsenden Haare angefärbt werden. Durch diese Methode können Verlauf und Erfolg einer Therapie beurteilt werden.

Biopsie der Kopfhaut
Eine Analyse von Gewebeproben der Kopfhaut (Biopsien) wird durchgeführt, wenn der Haarausfall nicht eingeordnet werden kann. Bei Verdacht auf vernarbende Entzündungen der Kopfhaut (Alopezie) kann die Kopfhautbiopsie Aufschluss bringen. Dabei werden der Kopfhaut millimetergroße Gewebeproben mit Haarfolikeln entnommen und labortechnisch untersucht.

Chemische Analysen
Chemische Analysen kommen selten zum Einsatz, sie werden eher beim Nachweis von Drogen, Medikamenten oder Giften eingesetzt. Nur bei Verdacht auf die seltene Kupferstoffwechselerkrankung (Menkes-Syndrom) werden Haarschaftanalysen durchgeführt.

Behandlung zu Haarausfall - Arten und Therapie

Die Therapie richtet sich nach den Ursachen. Aus medizinischer Betrachtung ist eine Behandlung nur dann erforderlich, wenn dem Haarausfall eine Erkrankung zugrunde liegt. Wird die Ursache nicht gefunden, kann ein Toupet als Haarersatz getragen werden oder eine Haartransplantation überlegt werden. Bei genetisch bedingtem Haarausfall gibt es nur wenige Wirkstoffe, welche erfolgversprechend eingesetzt werden können und der Behandlungserfolg hängt vom Stadium des Haarausfalls ab sowie von einem frühzeitigen Behandlungsbeginn.
Bei Männern haben sich die Wirkstoffe Finasterid und Minoxidil bewährt. Minoxidil stimuliert die Haarwurzel, Finasterid greift in den Hormonstoffwechsel ein und senkt das Dihydrotestosteron (DHT), welches dann nicht mehr so stark auf die Haarfollikel einwirkt.
Es können aber unerwünschte Nebenwirkungen wie Potenzstörungen auftreten. Bei Frauen empfiehlt sich bei der genetischen Form des Haarausfalls eine frühzeitige Hormontherapie. Auch die Behandlung mit dem Wirkstoff Minoxidil brachte gute Ergebnisse. Bei den meisten Frauen kann der Haarausfall unter Minoxidil gestoppt werden.
Bei anderen Formen wie dem Kreisrunden Haarausfall Alopecia areata gilt es erst einmal abzuwarten und den weiteren Verlauf im Auge zu behalten. Bei geringer Ausprägung wachsen die kahlen Stellen häufig wieder zu. Da keine erbliche oder hormonelle Ursache besteht, können unterstützende Präparate wie Zink eingesetzt werden, entzündungslindernde Medikamente, wie Kortikoide oder eine lokale Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon (DCP).
Bei diffusem Haarausfall gilt es, die zugrundeliegende Ursache zu behandeln, die Grunderkrankung oder den Mangelzustand (Eiweiß, Eisen) zu beheben. Häufig wird zusätzlich unterstützend mit Kopfhautlösungen gearbeitet, die Wirkstoffe wie Minoxidil beinhalten.
Häufig wird auch zu sinnvollen Nahrungsergänzungsmitteln geraten. Lässt sich die Grunderkrankung wirkungsvoll behandeln, wird auch der Haarausfall gestoppt.

Selbsthilfe zu Haarausfall - Arten und Therapie

Haare sind eng mit Vorstellungen zu Jugend und Gesundheit verbunden. Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung kann das Wachstum der Haare unterstützen und Mangelerscheinungen vorbeugen. Haarausfall kann jedoch auch zu einer hohen psychischen Belastung werden. Abhilfe kann der Informationsaustausch in Selbsthilfegruppen schaffen. Für Betroffene kann auch die Anschaffung einer Perücke eine Alternative sein.

Daten/Fakten zu Haarausfall - Arten und Therapie

Jeder Mensch hat durchschnittlich etwa 100.000 Haare. Deren Anzahl, Beschaffenheit und Wachstum ist zu einem großen Teil genetisch festgelegt.
Bei etwa 80 Prozent der Menschen, die an Haarausfall leiden, liegt eine erbliche Anfälligkeit für Haarausfall zugrunde.
Durchschnittlich wächst das Haar etwa 0,3 Millimeter pro Tag und etwa einen Zentimeter im Monat.

Links zu Haarausfall - Arten und Therapie

Die Ursachen der Nachwuchssorgen - ein Artikel bei Focus-Online
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/haarausfall/vorbeugung/ursachen/detektivarbeit_aid_7978.html
Was ist Haarausfall?
Eine Erklärung der Apothekenumschau
http://www.apotheken-umschau.de/Haarausfall

Märchen über Haarausfall - bei Focus-Online
http://www.focus.de/gesundheit/news/medizin-maerchen-ueber-haarausfall_aid_187110.html

Haarausfall neue Ursachen, neue Therapien - im Medizin TV
http://www.youtube.com/watch?v=p21LzUDyDLQ
Autor: Huth, Dörthe20.07.2015

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