Grüner Star (Glaukom)

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Wissen zu Grüner Star (Glaukom)

Als Glaukome werden eine Gruppe von Augenkrankheiten benannt, die im fortgeschrittenen Stadium Nerverzellen der Netzhaut (Retina) und den Sehnerv schädigen. Die Folge sind Gesichtsfeldausfälle bis hin zur Erblindung.
Wenn Betroffene die Sehstörungen wahrnehmen, ist die Schädigung des Sehnervs in der Regel schon weit forgeschritten. Ein Glaukomschaden lässt sich nicht wieder rückgängig machen.

Formen des Glaukoms

  • Primäre Glaukome: Zu dieser Gruppe gehören das primäre chronische Offenwinkelglaukom wie auch das primäre Winkelblockglaukom. Bei beiden Varianten besteht die Ursache darin, dass die Kammerflüssigkeit im Auge nicht abfließen kann und auf diese Weise der Augeninnendruck erheblich ansteigt. Die Folge ist eine Schädigung des Sehnervs, die mit den signifikanten Symptomen einhergehen. Ebenfalls in die Gruppe der primären Glaukome fällt das Normaldruckglaukom, das zwar keinen erhöhten Augeninnendruck, jedoch eine Beeinträchtigung des druckempfindlichen Sehnervs aufweist.
  • Primäre Winkelblock- oder Engwinkelglaukome: Diese Form des Grünes Stars basiert auf einer angeborenen Verengung der Kammerwinkel.
  • Primäres angeborenes Glaukom: Diese Variante findet sich bei Kleinkindern und Neugeborenen.
  • Sekundäres Glaukom: Glaukome dieser Art entstehen in der Regel durch Verletzungen der Retina. Daneben können auch Operationen, Arzneien und Entzündungen die Ursache dafür sein, dass die Kammerflüssigkeit nicht mehr abfließen kann.

Diagnose zu Grüner Star (Glaukom)

Der Grüne Star wird mit unterschiedlichen Verfahren untersucht.
  • Tonometrie: Bei diesem Messverfahren ist neben allen Begleiterkrankungen auch das Alter des Patienten zu berücksichtigen, da der Augendruck häufig mit dem Alter zunimmt. Bei Glaukomerkrankungen liegt der Augeninnendruckwert häufig über einem normalen Wert von 21 mmHg. Da diese Messung oft indirekt erfolgt (berührungslos mit Luftdruck), kann eine ergänzende Messung der Hornhautdicke (Pachymetrie) sinnvoll sein. Glaukomerkrankungen können auch bei niedrigem und normalem Augeninnendruck vorkommen. Dann sind weitere Untersuchungen vorzunehmen.
  • Gonioskopie: Mit dieser Untersuchungsmethode wird der Kammerwinkel untersucht. Mit einer besondere Linse, die unmittelbar auf die Retina aufgesetzt wird, lassen sich nicht nur die Kammerwinkelweite, sondern auch Abflussblockaden ermitteln.
  • Augenspiegelung (Ophtalmoskopie) Schädigungen des Sehnervs und damit verbundene Erkrankungen werden mit dieser Untersuchung sichtbar. Die Augenspiegelung hat damit für die Beurteilung eines Glaukoms eine besonders wichtige Funktion.
  • Gesichtsfeldmessung: Gesichtsfeldausfälle lassen sich mit der Gesichtsfeldmessung oder Perimetrie feststellen. Es werden nacheinander unterschiedlich starke optische Reize an verschiedenen Orten der Retina präsentiert und protokolliert. Gesichtsfeldausfälle durch einen grünen Star werden in der Regel erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt, wenn schon ein Drittel aller Nervenfasern geschädigt ist.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig um Folgeschäden durch eine rechtzeitige Behandlung zu vermeiden. Dies gilt besonders ab dem 50. Lebensjahr.

Symptome

Zu den häufigsten Glaukomerkrankungen gehört das primäre Offen-winkelglaukom, das sich meist unbemerkt entwickelt. Sehbeeinträchtigungen entstehen häufig erst sehr spät durch Ringe oder Höfe um Lichtquellen.
Wird das Glaukom nicht behandelt, sind weitere Schädigungen des Sehnervs (Nervus Opticus) in Form von Gesichtsfeldausfällen bis zur Erblindung zu erwarten.

Weitere Glaukomarten sind:

  • das sekundäre Glaukom als Folge weiterer Erkrankungen
  • das angeborene Glaukom, das bei Kindern bis zum zweiten Lebensjahr auftritt. Auffällig sind Lichtscheuheit, verstärkter Tränenfluss, Augenreiben und gegebenfalls Lidkrämpfe.

Behandlung zu Grüner Star (Glaukom)

Ist der Sehnerv erst einmal geschädigt, gilt dies als irreparabel. Jedoch lässt sich eine weitere Schädigung mit einer gezielten Medikation effizient verlangsamen oder gar aufhalten.
Als effektive Maßnahmen gelten auch spezielle Augentropfen, eine Laserbehandlung und gegebenenfalls ein chirurgischer Eingriff. Regelmäßige Untersuchungen des grünen Stars sind wichtig um eine vermindete Sehleistung rechtzeitig zu erkennen und einer nachhaltigen Schädigung des Sehnervs vorzubeugen.

Unterscheidung

  • Chronisches Offenwinkelglaukom: Bei dieser häufig bei Erwachsenen vorkommenden Form des Grünen Stars wird der Augeninnendruck mit Medikamenten gesenkt.
  • Akuter Glaukom-Anfall: Hier handelt es sich um einen Notfall, der sofort behandelt werden muss. Nachdem der erhöhte Augendruck durch Medikamente gesenkt wurde, wird die Abfussstörung im Kammerwinkelbereich durch einen operativen Eingriff behoben (Iridotomie, Iridektomie).
  • Angeborenes Glaukom: Bei Neugeborenen wird eine Operation so früh wie möglich durchgeführt.

Prognose

Das frühzeitige Erkennen des Grünen Stars hat einen hohen Stellenwert, denn eine Schädigung des Sehnervs kann nicht rückgängig gemacht werden. Eine medikamentöse Behandlung zeigt heute bei mehr als 90 Prozent aller Glaukomfälle einen therapeutischen Erfolg.
Da die Erkrankung auch auf Erbanlagen zurück zu führen ist, sollten sich Blutsverwandte kontinuierlich untersuchen und den Augeninnendruck messen lassen und dies auch lange vor dem 40. Lebensjahr.

Selbsthilfe zu Grüner Star (Glaukom)

Ein Glaukom gehört grundsätzlich in die Behandlung eines Augenarztes, denn wer auf eine fachärztlich überwachte Therapie verzichtet, muss im schlimmsten Fall mit einer Erblindung rechnen.
Spezielle Augentropfen stellen eine Linderung in Aussicht, doch kommt es auch darauf an, dass die Tropfen lediglich über das Auge und nicht über die Nasenschleimhaut aufgenommen werden.

Alle, die ihren Sehnerv nachhaltig vor einem bleibenden Schaden bewahren wollen, sollten Augentropfen auch kontinuierlich und nach Vorschrift des Behandlers angewendet werden. Studien belegen, dass es auch Möglichkeiten gibt, dem Glaukom vorzubeugen.
Durch eine regelmäßige Bewegung lässt sich der Augeninnendruck reduzieren, der einer der Risikofaktoren für diese Augenerkrankung darstellt. Aktuell gibt eine noch keinen wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhang zwischen einer ungesunden Ernährungsweise und dem Glaukom.

Dennoch erscheint es schlüssig, dass Mineralstoffe und Vitamine dazu beitragen, die Funktion des Auges positiv zu beeinflussen. So ist allgemein bekannt, dass beispielsweise Magnesium bedeutende Aufgaben für einen funktionierenden Stoffwechsel übernimmt, für eine Gefäßerweiterung sorgt und somit zu einer verbesserten Durchblutung des Auges beiträgt.

Links zu Grüner Star (Glaukom)

DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft
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Tel: 089 – 550 576 80
Fax: 089 – 550 576 811
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Autor: Albrecht-Sierleja, Astrid01.03.2015

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