Gebärmutterkrebs

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Wissen zu Gebärmutterkrebs

Gebärmutterkrebs ist ein bösartiger Tumor der Gebärmutter im Bereich des Gebärmutterkörpers. Man spricht auch von Korpuskarzinom. Bösartige Neubildungen im Bereich des Gebärmutterhalses nennt man Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom).
An Gebärmutterkrebs erkranken überwiegend Frauen nach den Wechseljahren, jedoch ist ein früheres Auftreten möglich. Das Durchschnittsalter betroffener Frauen beträgt 68 Jahre. Bei unter 40-Jährigen ist diese Krebsart selten. Die Gebärmutter zählt zu den weiblichen Fortpflanzungsorganen.
Sie ist ein Hohlorgan, bestehend aus einem Muskel, der von einer Schleimhaut ausgekleidet ist. Die Schleimhaut baut sich in monatlichem Zyklus und abhängig von den weiblichen Geschlechtshormonen auf und schafft damit die idealen Bedingungen für eine Schwangerschaft.
Bleibt die Schwangerschaft aus, wird das aufgebaute Gewebe wieder abgebaut, es kommt zur Monatsblutung (Menstruation). Nach den Wechseljahren hat die Gebärmutter ihre Fortpflanzungsfunktion verloren. Denn die Bildung der weiblichen Geschlechtshormone, der Gestagene, wird eingestellt, sodass es zu keiner Monatsblutung mehr kommt und eine Schwangerschaft nicht mehr eintritt.

Ursachen

Warum Gebärmutterkrebs entsteht, ist nicht vollständig geklärt. Ein sicherer Zusammenhang besteht mit der Hormonlage der Frau als Risikofaktor. In und vor allem nach den Wechseljahren verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen den weiblichen Geschlechtshormonen, den Östrogenen und den Gestagenen.
Die Gestagenproduktion wird eingestellt, was für die Zellentartung bedeutsam ist. Ein Risikofaktor ist auch ein übermäßiger Östrogeneinfluss etwa durch die Einnahme von Hormonpräparaten. Übergewicht und Kinderlosigkeit beeinflussen die Hormonlage ebenfalls und gelten als Risikofaktor. Einige dieser Risikofaktoren erhöhen gleichzeitig das Risiko für Brustkrebs. Zudem gibt es selten Erbfaktoren, die das Krebsrisiko erhöhen.

Diagnose zu Gebärmutterkrebs

Um die Gebärmutter zu untersuchen, wird über die Scheide eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) durchgeführt. Die Dicke der Gebärmutterschleimhaut liefert wichtige Hinweise. Bei Verdacht auf einen Tumor der Gebärmutter schließt sich eine Sonografie des Bauches an.
Eine Ausschabung der Gebärmutter (Abrasio) ermöglicht die Beurteilung entfernter Schleimhaut und dient der Sicherung der Diagnose. Ist die Diagnose gesichert, schließen sich weitere Untersuchungen wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanz-tomografie (MRT) an, um den Tumor und dessen Ausdehnung genauer zu beurteilen. Je nach Ausdehnung des Tumors sind möglicherweise weitere Untersuchungen zur Beurteilung benachbarter Strukturen wie Darm und Blase notwendig.

Symptome

Hauptsymptom des Gebärmutterkrebses ist eine Blutung aus der Scheide. Nach den Wecheljahren kommt es zu keiner Monatsblutung mehr und eine Blutung ist deshalb hochverdächtig. Vor oder in den Wechseljahren kommt es zu Blutungen außerhalb der Regelblutung.
Zu beachten sind auch Veränderungen der Monatsblutung hinsichtlich deren Dauer und Stärke. Die Blutungen müssen nicht stark sein, es kann sich auch um eine Schmierblutung oder dunklen und fleischfarbenen Ausfluss handeln. Fortgeschrittene Tumore verursachen möglicherweise chronische Schmerzen im Unterbauch sowie eine Gewichtsabnahme.

Behandlung zu Gebärmutterkrebs

Ist nur die Schleimhaut betroffen und der Krebs lässt sich früh diagnostizieren, kann eine Hormontherapie oder Ausschabung zu einer Rückbildung der Veränderung führen. Dies ist vor allem auch für Frauen bedeutsam, die sich noch ein Kind wünschen.
Ist der Tumor bereits ins Muskelgewebe gewachsen, ist die vollständige Entfernung des Tumors notwendig. Dafür wird die Gebärmutter in einer Operation entfernt (Hysterektomie). Die zusätzliche Entfernung der Eierstöcke, Eileiter und möglicherweise von Lymphknoten ist nötig, damit bösartige Zellen, die sich hier möglicherweise angesiedelt haben, mit entfernt werden.
Meist folgt der Tumorentfernung eine Strahlentherapie. Sie senkt des Risiko des Wiederauftretens des Krebses. Die Bestrahlung kann über die Scheide oder von außen erfolgen. Selten und meist in fortgeschrittenen Stadien oder bei aggressiv wachsenden Tumoren kommt eine Chemotherapie in Frage.

Prognose

Die Prognose ist vom Zeitpunkt der Diagnose und Therapie abhängig. In frühen Stadien der Krebserkrankung sind die Behandlungsaussichten gut. Hat der Krebs bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet, nehmen die Heilungsaussichten deutlich ab.

Selbsthilfe zu Gebärmutterkrebs

Da es keine Vorsorgeuntersuchung oder Früherkennungsuntersuchung gibt, die Gebärmutterkrebs fühzeitig erkennen ließe, sind Unregelmäßigkeiten der Monatsblutung, Zwischenblutungen und Ausfluss von Frauen immer ärztlich abzuklären.
Dringend sollten Frauen nach den Wechseljahren medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, wenn es plötzlich zu einer Blutung kommt. Auch Unterbauchschmerzen oder Gewichtsabnahme sind abklärungsbedürftig.

Daten/Fakten zu Gebärmutterkrebs

Gebärmutterkrebs rangiert auf Platz vier der Krebsneuerkrankungen von Frauen. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung, gefolgt von Darmkrebs und Lungenkrebs.
Gut 11.000 Frauen erkranken jährlich an Krebs des Gebärmutterkörpers. Fünf Jahre nach der Behandlung leben noch bis über 90 Prozent der Patientinnen, deren Tumore in frühen Stadien entdeckt wurden. Nur zwei bis vier Prozent der Frauen mit Gebärmutterkrebs sind unter 45 Jahre alt.

Links zu Gebärmutterkrebs

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Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
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E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de
http://www.krebsinformationsdienst.de

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53113 Bonn
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Fax: 0228 - 729 90 11
E-Mail: deutsche@krebshilfe.de
http://www.krebshilfe.de
Autor: Hofmann, Julia01.03.2015

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