Gebärmutterhalskrebs

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Wissen zu Gebärmutterhalskrebs

Die Gebärmutter besteht aus dem Gebärmutterkörper, dem inneren Muttermund und dem Gebärmutterhals (Zervix). Der Gebärmutterhals endet im äußeren Gebärmuttermund, der bei der gynäkologischen Untersuchung im oberen Teil der Scheide zu sehen ist. Der Gebärmuttermund ist von einer Schleimhaut überzogen, die sich von der des Gebärmutterhalses unterscheidet.

Am Übergang zwischen den verschiedenen Schleimhautzellen können Zellveränderungen entstehen (Dysplasien). Gebärmutterhalskrebs entsteht, wenn diese Zellen bösartig entarten und in umliegendes Gewebe einwachsen.
Gebärmutterhalskrebs ist nach dem Gebärmutterkrebs die zweithäu-figste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Die Zahl der Erkrankungen hat aber Dank der verbesserten Früherkennung in den letzten Jahren stark abgenommen.

Ursachen

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass eine Infektion mit dem HP-Virus (humanes Papilloma Virus) Gebärmutterhalskrebs verursacht. Es gibt sehr viele Unterarten des Virus, aber die sogenannte High-Risk-Gruppe (Hoch-Risiko-Gruppe) mit HPV 16, 18, 31, 33, 45, 51, 52, und 56 ist von besonderem Interesse. Innerhalb dieser Gruppe kommen HPV 16 und 18 am häufigsten als Krebsauslöser vor.
Weitere Faktoren wie Rauchen und häufige Genitalinfektionen sind in ihrer Bedeutung, die Entstehung des Zervixkarzinoms zu begünstigen, noch nicht vollständig untersucht.
Die Anzahl der Geschlechtspartner und ein früher Zeitpunkt des ersten Geschlechtsverkehrs haben jedoch einen Einfluss auf die Krebsentstehung. Nicht bei jeder Frau führt eine Infektion mit HPV-Viren zu Gebärmutterhalskrebs. In der Regel werden die Viren vom Körper erfolgreich bekämpft.

Diagnose zu Gebärmutterhalskrebs

Im frühen Stadium ist der Gebärmutterhalskrebs nur durch einen Abstrich oder eine Zellprobe feststellbar. Bei Verdacht kann der Gebärmuttermund mittels Kolposkopie betrachtet werden.
Das ist eine Untersuchung mit einem Vergrößerungsglas. In späteren Stadien ist das Zervixkarzinom bei der Scheidenspiegelung mit bloßem Auge erkennbar. Außerdem kann es bei der gynäkologischen Untersuchung mit dem Finger getastet werden.
Falls ein Zervixkarzinom als sehr wahrscheinlich anzunehmen ist, stehen weitere Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung, um Größe und Ausbreitung des Tumors zu bestimmen:

Operative Maßnahmen – auch zur Sicherung der Diagnose:

  • Ausschabung der Gebärmutter (Kürettage)
  • Konisation (Kegelförmige Ausschneidung des Gebärmutterhalses).

Symptome

Im Anfangsstadium verursacht der Gebärmutterhalskrebs meist keine Beschwerden.
Im Verlauf zeigen sich eventuell folgende Symptome:
  • Schmerzen im Unterbauch, falls sich der Krebs schon in Nachbarorgane ausgebreitet hat
  • Schmierblutungen beim Geschlechtsverkehr (Kontaktblutungen)
  • Ausfluss, verfärbt, teils blutig.

Behandlung zu Gebärmutterhalskrebs

Im Frühstadium ist eine möglichst organerhaltende Operation das Mittel der Wahl. Bei frühzeitiger Behandlung ist meist eine kegelförmige Ausschneidung am Gebärmutterhals ausreichend. So kann die Gebärmutter und damit die Gebärfähigkeit der Frau erhalten bleiben.
Meist wird dieser Eingriff mit einer Kürettage (Ausschabung) der Gebärmutter, bei der die obere Schleimhaut vollständig entfernt wird, kombiniert. Falls die Zellveränderungen tiefer reichen, muss die gesamte Gebärmutter entfernt werden.

In fortgeschrittenen Stadien muss meist eine radikale Gebärmutterentfernung nach Wertheim-Meigs durchgeführt werden. Dabei werden die Gebärmutter, der Halteapparat und die Lymphknoten entlang der Beckengefäße vollständig entfernt, in der Regel jedoch ohne Eileiter und Eierstöcke. In manchen Fällen müssen weiter entfernt liegende Lymphknoten mit entfernt werden. Es besteht die Möglichkeit, nach der Operation noch eine Chemotherapie oder Strahlenbehandlung oder beides in Kombination anzuschließen.

Prognose

Die besten Heilungschancen bestehen dann, wenn der Krebs so früh wie möglich erkannt wird. Am besten ist die Prognose, wenn bereits die Vorstufe des Krebses (Präkanzerose) entdeckt und entfernt wird.

Selbsthilfe zu Gebärmutterhalskrebs

Einem Gebärmutterhalskrebs kann nicht mit hundertprozentiger Sicherheit vorgebeugt werden, aber es gibt Möglichkeiten, die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, erheblich zu senken. Wichtig ist ausreichender Schutz mit Kondomen beim Geschlechtsverkehr, um eine Übertragung von Humanen Papillom-Viren zu vermeiden. Zudem gibt es eine Impfung gegen einige häufige HPV-Arten. Für junge Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren wird diese Impfung von der Krankenkasse übernommen. In jedem Fall sollte auf eine regelmäßige gynäkologische Untersuchung (wenigstens einmal pro Jahr) nicht verzichtet werden.

Daten/Fakten zu Gebärmutterhalskrebs

Seit dem Jahr 2007 empfiehlt das Robert-Koch-Institut jungen Frauen eine Impfung gegen das humane Papilloma-Virus (HPV). Die Impfung schützt vor den Hoch-Risiko-Unterarten des HPV wie HPV 16 und 18 und auch gegen HPV 6 und 11, die Genitalwarzen verursachen.
Wichtig zu wissen ist, dass auch viele andere Unterarten – wenn auch sehr selten – Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Den besten Schutz haben nach derzeitigem Wissenstand Frauen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten.
Aber auch junge Frauen, die bereits ein Sexualleben führen, können noch von einer Impfung profitieren. In Deutschland erkranken jedes Jahr ungefähr 6.200 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Frauen ab 40 Jahren erkranken gehäuft an Gebärmutterhalskrebs.

Links zu Gebärmutterhalskrebs

Informationen des Robert-Koch-Institutes zu Papillomaviren
www.rki.de/Papillomaviren

www.krebsinformationsdienst.de/gebaermutterhalskrebs
Autor: Krack, Vanessa17.07.2015

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