Failed-back-surgery-Syndrom (Postdisektomie-Syndrom)

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Wissen zu Failed back surgery syndrome (Postdisektomie-Syndrom)

Beim Failed-back-surgery-Syndrom handelt es sich um Beschwerden, die trotz und nach einer Bandscheibenoperation beziehungsweise Wirbelsäulenoperation bestehen, auch Postdisektomiesyndrom oder Postnukleotomoiesyndrom genannt.
Nach der Operation der Bandscheiben oder der Wirbelsäule sind die Beschwerden möglicherweise deutlich verbessert, um dann in unterschiedlicher Stärke erneut aufzutreten. Genauso können die Schmerzen nach der Operation sogar verstärkt auftreten und bis in die Beine ausstrahlen.
Bei manchen Betroffenen zeigt sich nach der Operation aber auch gar keine Schmerzlinderung. Zur Häufigkeit des Schmerzsyndroms gibt es verschiedene Angaben. Ein großer Teil der Wirbelsäulenoperationen verläuft jedoch nicht so erfolgreich wie erwünscht.
Deshalb ist die Entscheidung für eine Operation immer sehr sorgfältig zu treffen. Frühzeitiges und unnötiges Operieren kann dem Betroffenen mehr schaden als nutzen.
Bei Rückenschmerzen gibt es ein Phänomen, das sich nicht so leicht erklären lässt: Zum einen gibt es Menschen mit schweren Wirbelsäulenveränderungen, die keine oder kaum Beschwerden haben. Zum anderen gibt es Menschen, die kaum Veränderungen der Wirbelsäule aufweisen, aber dennoch unter starken Schmerzen leiden.

Ursachen

Nach einer Wirbelsäulenoperation oder Bandscheibenoperation kommt es zu anhaltenden einschränkenden Schmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich – mögliche Ursachen:
  • Möglicherweise konnte mit der Operation die wahre Ursache der Schmerzen nicht ausgeschaltet werden.
  • Möglicherweise war die Operation auch nicht ausreichend begründet.
  • Mögliche weitere Ursachen liegen in der Durchführung der Operation selbst, etwa in der Technik.
  • Nach einer Operation können sich zudem Narben bilden, die für eine erneute Symptomatik verantwortlich sind.

Diagnose zu Failed back surgery syndrome (Postdisektomie-Syndrom)

Die bildgebende Untersuchung mit der Magnetresonanztomografie (MRT) und der Computertomografie (CT) kann Ursachen des Schmerzsyndroms erkennen lassen. Doch sollten die zur Verfügung stehenden Untersuchungsmethoden auch nicht überbewertet werden, da die daraus gewonnenen Erkenntnisse Grund einer verfrühten Operation sein können. Die Untersuchungsverfahren dienen ebenfalls dazu, bestimmte Ursachen der Erkrankung auszuschließen.

Symptome

Nach einer Bandscheibenoperation oder Wirbelsäulenoperation bestehen bleibende Schmerzen oder entstehen erneute Schmerzen, die sogar stärker als die ursprünglichen Schmerzen sein können. Die Schmerzen gehen von der Lendenwirbelsäule aus und können in Hüfte und Beine ausstrahlen. Es besteht eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung.

Behandlung zu Failed back surgery syndrome (Postdisektomie-Syndrom)

Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten stehen zu Verfügung, um die Schmerzen und Einschränkungen zu verbessern:
Darüber hinaus ist die Gabe von Schmerzmedikamenten und muskelentspannenden Medikamenten möglich. Wirksam sind möglicherweise auch Antidepressiva. Diese Substanzen verringern die Menge der nötigen Schmerzmedikamente. An bestimmten Punkten (Triggerpunkte) mit einer Injektion verabreichte örtliche Betäubungsmittel können die Schmerzen lindern.

Prognose

Die Schmerzen entwickeln sich häufig zu chronischen Schmerzen, die sich schwerer als akute Schmerzen behandeln lassen. Eine rein körperliche Behandlung ist dann möglicherweise nicht mehr wirksam genug und psychologische und psychotherapeutische Verfahren sollten die Behandlung ergänzen.

Selbsthilfe zu Failed back surgery syndrome (Postdisektomie-Syndrom)

Der Vorbeugung des Syndroms kommt eine große Bedeutung zu. Dafür ist es nötig:
  • die Ursache der Rückenbeschwerden vor Operationen genau abzuklären,
  • eine Operation nur durchzuführen, wenn es unbedingt nötig ist und Schäden oder Komplikationen drohen,
  • Rückenschmerzen nicht als Grund für eine Operation zu betrachten, es sei denn, es handelt sich um unerträglich schwere Schmerzen,
  • vor der Operation eine gezielte Schmerzbehandlung einzuleiten, die auf mehreren Behandlungssäulen steht.

Daten/Fakten zu Failed back surgery syndrome (Postdisektomie-Syndrom)

Genaue Zahlen zur Häufigkeit des Syndroms sind bislang nicht vorhanden. Bei bis zu 30 Prozent der operierten Personen lässt sich die Erkrankung diagnostizieren. Wesentlich mehr Operationen haben wahrscheinlich ein unbefriedigendes Ergebnis.

Links zu Failed back surgery syndrome (Postdisektomie-Syndrom)

Deutsche Schmerzliga e. V.
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Fax: 0700 - 375 375 38
E-Mail: info@schmerzliga.de
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Autor: Hofmann, Julia23.05.2016

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